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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Gedanken zum 5. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A, 2020 Evangelium: Johannes 14, 1-12; von Diakon Ernst Heil

Liebe Leser*innen,
 
viele menschliche Anstrengungen, Mühen und Leistungen sind der Suche nach Glück oder Erkenntnis gewidmet. Menschen wünschen sich auch einen Ort, an dem sie bleiben können, von dem sie sagen können, hier ist es gut sein. Der Wunsch nach Glück und die Sehnsucht, nach einer bleibenden Stätte, ist für einen religiösen Menschen die Suche nach Gott; denn die weltlichen Versuche, das Glück zu finden zerbrechen zu oft. Die von Menschengeist und Ideologien angepriesenen und aufgezeigten Wege halten vielfach nicht, was sie versprechen. Wenn es im Leben wirklich darauf ankommt, lassen sie den Menschen alleine oder stellen ihn nur vor neue Probleme.
„Herr, zeige uns den Vater, das genügt“ (Joh. 14, 8). Diese Frage des Philippus ist sicher auch eine Frage die Menschen heute mit anderen Worten stellen. Die Frage des Thomas ist Suchenden ebenfalls nicht unbekannt: „Wie sollen wir den Weg kennen?“ (Joh. 14, 5b). Jesus beantwortet diese bangen Fragen seiner Jünger. Er weiß um ihre Suche nach Glück und um den Weg, der sie zum Ziel des Lebens führt.
Jesus verkündet durch seine Frohe Botschaft Gott in biblischer Tradition. Gott ist der Heilige und Erhabene, der Vater und der Schöpfer der Welt. Dieser große und allmächtige Gott ist aber nicht unerreichbar fern. Er geht mit seinem Volk und ist ihm nahe. Auch wenn er sich menschlichen Vorstellungen entzieht und manche menschliche Erwartungen unerfüllt lässt, Gott dennoch auf und an der Seite des Menschen.
Diese Erfahrung des alttestamentlichen Gottesvolkes findet seine Bestätigung in der Begegnung der Menschen mit Jesus Christus. Der oft so fremde Gott lässt sich in Christus finden. In ihm hat er ein menschliches Gesicht angenommen. Ihm können Menschen auch heute begegnen: Im Wort seiner Botschaft und im Brot des Lebens. Sie können ihn ansprechen und anrufen mit Gebeten. Durch seinen Geist gibt er Antwort auf ihre Fragen. Dieser Geist zeigt einen Weg auf, der zum Ziel führt. Darin liegt die christliche Hoffnung begründet, dass die Suche nach dem Weg zu Gott nicht vergeblich ist. Die vielfach angebotenen und angepriesenen menschlichen und ideologischen Lösungen brauchen nicht verwirren. Die scheinbar unerreichbare Hoffnung aus dem Glauben braucht auch nicht mutlos machen. Es kann tatsächlich erreicht werden. Der lebendige Gott, ist keine Einbildung, keine Selbsttäuschung, kein Traum; denn diese Hoffnung hat ein Gesicht. Sie hat menschliche Züge und spricht die Sprache der Menschen. Jesus, der Sohn Gottes, ist diese Hoffnung. Er sagt: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh. 14, 9). „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14, 6). Die Begegnung mit Jesus führt auf einen guten Weg. Er lässt die Menschen erfahren, wie sehr sie von Gott geliebt sind.

 
Das den Menschen zu vermitteln, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche. Hierin unterscheidet sie sich von anderen Einrichtungen und Zeitströmungen. Hier setzt auch die Aufgabe der Gemeinde an. Es geht nicht um ein möglichst großes Programm, um umfangreiche Aktivitäten, um ein allumfassendes Angebot. Vielmehr geht es um das Wort Gottes, das die Hoffnung der Menschen wirklich befriedigen kann. Im Licht dieses Wortes gilt es das Leben im Alltag zu bewältigen, die Welt zu sehen und zu deuten. Das Leben und die Welt sowohl von der Vernunft des Denkens als auch vom Wort Gottes her zu gestalten, das ist das charakteristische einer christlichen Gemeinde. Der Glaube an die Botschaft Gottes sorgt dafür, dass das Denken vernünftig bleibt. Freilich gibt es in der Bibel kein Patentrezept für alle Situationen. Das spüren Sie gerade in diesen Wochen. Aber die Bibel bietet Anregungen, Erfahrungen und Beispiele für das alltägliche Wirken und Handeln aus dem Glauben an den mitgehenden und mitfühlenden Gott.
Der christliche Glaube ist daher voll Zuversicht. Das Evangelium lässt keinen Zweifel daran, dass ein guter Weg und ein erstrebenswertes  Lebensziel offen vor Ihnen liegen. Es ermutigt Sie zum Glauben und zur Weitergabe dieses Glaubens, auch gegen Verirrungen des Zeitgeistes und seiner Ideologien oder abstrusen Ideen.
Der Weg des Glaubens ist ganz gewiss kein Irrweg. Jesus Christus sagt, dass er selbst dieser Weg ist. Er ist auch die Tür, die zum Vater führt (siehe Joh. 10, 9). Wenn Sie daran glauben und darauf bauen, sind Sie auf dem Weg des Glaubens zum Ziel ihres Lebens nie auf der falschen Fährte.