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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Leitwort zum 5. Sonntag der Osterzeit Maria Lutz Pastoralreferentin

20200508_Sonntag_5
Liebe Leserinnen und Leser,

Die Kapitel 14 bis 17 im Johannesevangelium sind literarisch als „Abschiedsrede“ wahrnehmbar. In einer solchen werden immer wichtige Fragen, Themen und Vermächtnisse der redenden Person an spätere Generationen zusammengefasst.
Der Ton des heutigen Evangelien-Abschnitts (Joh 14,1-12), ist freilich nicht von Trauer geprägt. Jesus spricht wohl in die Stimmung derer hinein, die sich ohne ihn verlassen fühlen werden, die  möglicherweise zu Zeiten ziemlich verwirrt sind und auch an ihrem Glauben zweifeln. Wenn die Sonne weg ist, wird es einem in der Nacht gelegentlich auch kalt ums Herz, nicht nur an den Füßen. Sie werden ihn schmerzlich vermissen und den Verlust auch nicht ersetzen können.     
Jesus weiß das alles und richtet daher einen tröstlichen Zuspruch an seine Jünger(innen). Er spricht damit zugleich in jede verängstigte, sich verlassen fühlende und zweifelnde Gemeinde hinein, wo dieser Text als gute Botschaft Gottes des Sonntags im Evangelium gelesen wird…
 
Ruhig, ja geradezu „hoheitsvoll“ spricht der Herr von sich selbst als einem Beispiel quasi, wie der Weg zur Menschwerdung nach Gottes Willen aussehen kann, den seine Jüngerinnen und Jünger ja selbst auch gehen wollen. Fülle des Lebens hatte er ihnen dabei versprochen. „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Wissen sie das dann noch, wenn er nicht mehr ganz irdisch bei ihnen ist?
Er spricht eine gar tröstliche Verheißung an seine Jüngerinnen und Jünger aus: Es gibt für jeden/jede eine Wohnung im Haus des himmlischen Vaters, in seinem Reich. Dieser Zuspruch begann schon im Hier und Jetzt mit Jesus und endet auch nicht nach dem Tod. Im Gegenteil! Das soll uns nicht auf den Tod vertrösten. Das schenkt uns schon jetzt eine tiefe Geborgenheit in Gott, weil wir als Gläubige wissen, dass jenseits dieser unserer wahrnehmbaren irdischen Welt auch noch diese andere existiert, die uns ewig birgt in Gottes Sein.  
Hören wir, wie Jesus um unser Vertrauen in sein Wort wirbt? „Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund der Werke!“
Sehen wir denn, wie Jesus mit Kranken und Suchenden, mit Sündern und Verwirrten umgeht? Glauben wir ihm aufgrund dieses übergroßen Herzens, dieser unnachahmlichen Menschlichkeit die Welt, aus der er kommt, dass sie existiert?  In Jesu Reden und Tun wird etwas vom unsichtbaren Gott sichtbar!
Wir können dieses Wort des Herrn wohl ganz gut gebrauchen in dieser unsicheren Zeit. Uns wird darin eine unverbrüchliche Geborgenheit zugesagt, auch ein Erleben dessen, wenn wir uns unter die Führung Jesu, unter die Führung Gottes begeben. Das ist der Zuspruch, die gute Botschaft in der Feier dieses 5. Sonntags der Osterzeit.
Wir hören ihn, er klingt in unseren Gebeten Gebeten nach, auch in die kommende Woche hinein.  Erinnern wir uns dann daran, bringen wir dann unsere ganz konkreten Sorgen mit ins Gebet und kehren wir zurück ins Vertrauen dabei. Ein Ort der Gottesbegegnung führt immer zurück ins Leben, ein voller Vertrauen gelebtes, weil wir „in Christus und mit ihm“ unseren Lebensweg gehen.

Maria Lutz, Pastoralreferentin