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Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Texte zum Nachdenken


WennWirBeten
© congerdesign / cc0 – gemeinfrei / Quelle: pixabay.com
Wenn du betest
 
Derzeit bleibt uns für die Ausübung unseres Glaubens v.a. das Gebet. Viel Zeit haben wir dafür, wobei uns anderes fehlen mag. Vielleicht nehmen wir die Situation gleichwohl beherzt, um unser Leben vor Gott zu bringen und nutzen wir dazu die Inspiration der Heiligen Schrift?! 
 „Wenn du betest“, heißt es bei Matthäus 6,6-13, „bete im Verborgenen. Geh in deine Kammer und schließ die Tür; dann bete zu deinem Gott. Mach nicht viele Worte. Gott weiß, was du brauchst. Bete so: Vater im Himmel…“
Ein Priester, der es genau wissen muss, weil er sein Leben lang im Neuen Testament geforscht und es seine Studenten/-innen im Auftrag der Kirche gelehrt hat, Prof. H.-J. Venetz aus dem Wallis schreibt dazu in seinem Büchlein `Worte für das Leben. Ein biblischer Notiz-Blog´:
„Die Kammer, in die sich der Beter zurückziehen soll, war damals die Vorratskammer. Sie hatte kein Fenster, war dunkel und man konnte sie abschließen. Kein besonders liturgischer Raum. Dafür roch es nach Öl und Wein, nach Arbeit und Leben, nach Freude und Dankbarkeit. Ganz zurückgezogen in diese Kammer kann ich zur himmlischen Mutter, zum himmlischen Vater beten. (…) In dieser Kammer habe ich Gott nichts vorzuweisen – außer dem, was er mir selber gibt. Mit leeren Händen stehe oder sitze ich da, ganz dem ausgeliefert, der ins Verborgene sieht. Wehrlos, machtlos und ganz unmittelbar.“ (S. 179)

Maria Lutz, Pastoralreferentin

Auferstehung mitten im Leben
 
Es ist ein Gedicht der deutschen Lyrikerin Marie-Luise Kaschnitz (1901-1974), das mich von Jugend an begleitet und immer noch beeindruckt. In ihm ist die ganz alltägliche Erinnerung an eine „Auferstehung“ beschrieben, die vor dem Tod um sich greift, die mit Atem und voll Leichtigkeit das Leben heute feiern kann:
 
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus. Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht
Ich wünsche uns Osteraugen,
die vom Tod bis zum Leben,
in der Schuld bis zur Vergebung,
der Trennung bis zur Einheit,
den Wunden bis zur Herrlichkeit,
im Menschen bis zu Gott,
Gott bis zum Menschen,
im Ich bis zum Du
zu sehen vermögen.
Und dazu alle österliche Kraft.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Osterfest!
 
Elisabeth Rappl, Gemeindereferentin

MariaEich
Bild: Karin Lindermayr
Vertrauen

Diese Marienfigur befindet sich in der Wallfahrtskirche Maria Eich, in Planegg.
Schwebend sitzt sie auf einem großen Felsen.
Sie hat den Boden unter ihren Füßen verloren und vertraut sich ganz dem Fels an, gelassen, ruhig, aufrecht, ohne Angst.
Auf ihrem Schoß sitzt Jesus, sie hält ihn nicht fest. Er ist einfach da, bei ihr. Auf die linke Hand hat sich die goldene Taube niedergelassen, ein Bild für den lebendigen Gottesgeist.
Der Fels ist ein Bild für Gott selbst. Im Psalm 31 lesen wir: „Du bist mein Fels, meine Burg, mein Retter.“
 
Dieses Vertrauen der Maria wünsche ich uns allen, in einer Zeit, in der wir den Boden unter den Füßen verlieren,
dass wir uns gelassen Gott anvertrauen,
dass wir spüren „Jesus ist da, in unserer Mitte“,
dass wir uns öffnen für die Leben schenkende Geistkraft Gottes.
 
Gott segne und behüte uns in dieser Zeit! (Text: Karin Lindermayr)

Einsamkeit in diesen Tagen

Ich grüße Sie ganz herzlich. Heute möchte ich mit Ihnen über ein Thema nachdenken, dass viele von uns jetzt zur Zeit des Coronavirus noch mehr als sonst, sehr bewegt. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und auch zum eigenen Schutz, geraten wir jetzt zunehmend in eine soziale Isolation. Mehr als sonst, macht sich Einsamkeit und Verzweiflung breit. Die Enkelkinder kommen gerade nicht zu Besuch, Gottesdienste finden nicht statt und viel Zeit müssen wir ganz alleine mit uns verbringen. Da möchte einem schon mal gerne die Decke auf den Kopf fallen. Einsamkeit schnürt uns die Kehle zu, macht uns traurig und lässt uns verzweifeln. Versuchen sie nicht, diese negativen Gefühle wegzudrücken. Nehmen sie sie wahr, atmen ganz bewusst da hinein und bleiben sie bei sich. Es ist nichts verloren. Sie können zum Telefon greifen, sie können einen Menschen ihres Vertrauens anrufen. Sie können sich auch an einen Seelsorger ihres Vertrauens wenden oder das Krisentelefon anrufen.
Haben sie keine Angst das auch zu tun. Das alleine darüber sprechen hilft oft schon weiter und gibt ihnen neue Kraft, etwas anderes zu denken und zu tun.
Das Herz wird leichter, wenn ich darüber sprechen kann. Die Erfahrung, ich bin in dieser Zeit nicht allein, da hört mir jemand zu, tut unglaublich gut.
„ Wenn unerträgliche Tage nicht enden wollen, wenn mein Atem der Hoffnung zu ersticken droht, wenn alles sinnlos und leer erscheint,
suche ich umso mehr nach Berührungspunkten mit DIR.
Wenn auch hier sich im Moment keine  Spur abzeichnet, so bin ich einfach da,
versuche deine Abwesenheit auszuhalten, Bilder von dir loszulassen, um dich neu zu entdecken, um dir neu begegnen zu können.
Kommst du mir entgegen?“  ( Pierre Stutz)
Neben einem konkreten Telefonat können Sie ebenfalls versuchen, sich an das Positive in ihrem Leben zu erinnern. Schauen sie sich alte Fotoalben an, nähren sie sich mit schönen Erlebnissen aus der Vergangenheit, fassen sie neuen Mut. Ein besonderes Musikstück kann ebenfalls weiterhelfen, nicht verrückt zu werden. Kochen sie sich ihr Lieblingsessen. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Sache, die ihnen Freude bereitet, etwas aufbauendes Lesen, den Vögeln  lauschen, Sonne auf dem Balkon oder im Garten tanken, Blümchen pflanzen. Einfach etwas, dass ihnen und ihrer Seele so richtig gut tut. Und bleiben sie im Vertrauen. Nach dieser Zeit kommt auch wieder eine andere.
Leben aus Gottes Kraft
Leben aus Gottes Kraft, eintauchen in die Wirklichkeit des Getragenseins.
Leben aus Gottes Kraft schöpfen aus der Zusage im Schweren begleitet zu sein.
Leben aus Gottes Kraft, staunen über die alltäglichen Wunder, die uns eine neue Weite schenken. ( Pierre Stutz)
 
In Gedanken und im Gebet mit Ihnen verbunden, Ihre Alexandra Scheifers
( Seelsorgerin im PV Mariahilf und St. Franziskus.

Joseph Hooper-freelyphotos-freely-10052_(CC0)
Copyright: Joseph Hooper-freelyphotos-freely-10052_(CC0)
Zwischen Bangen und Hoffen…
 
eine Sms auf dem Handy dieser Tage:
 
Corona ist eine Chance!
Nein, die Wahrheit ist
dass Corona nur den Tod bringt
dass es uns zerstört
dass Corona uns alles nimmt
Ich glaube nicht
dass Corona unsere Rettung ist
dass es uns erweckt
uns entschleunigt
dass Corona durch Distanz zeigt, wie wertvoll Nähe ist
Es ist doch so
dass Corona uns voneinander entfernt
uns in den sozialen Abgrund stürzt
uns vernichtet
dass Corona uns einsam macht
Ich weigere mich zu akzeptieren
Dass Corona uns zeigt, worauf es im Leben ankommt
dass wir menschlicher werden
zusammenhalten
aneinander denken
dass wir nachdenken
Es ist doch offensichtlich
dass Corona die neue Pest ist
dass wir alle sterben werden
dass dies unser Ende ist
Es wäre gelogen, würde ich sagen
Corona bringt uns zusammen!
 
Und nun lies den Text von unten nach oben!
 
@birgitrutenberg
 
…Christen blicken über den Karfreitag hinaus.
Nicht wahr?
 
Eure/ Ihre
Maria Lutz,  Pastoralreferentin