HL. KREUZ Kiefersfelden

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Rumänienhilfe Lipova

Ferkel in Rumänien

Ferkelaktion 2017

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Sie am Ergehen der Caritas in Lipova (Rumänien) interessiert sind,
in den vergangenen Jahren haben wir mehrmals dafür geworben, für den Einkauf von Ferkeln zu spenden, die an bedürftige Familien weitergegeben werden. Wir haben das „Aktion Glücksschwein“ genannt. Diese Aktion erfreute sich großer Beliebtheit sowohl bei den Spendern als natürlich auch bei den Empfängern. Es ist eine wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe. Bedürftige Familien in Rumänien erhalten im Frühjahr ein Paar Ferkel geschenkt. Sie füttern und pflegen diese Ferkel bis zur Schlachtreife. Eines der Schweine soll dann zu Weihnachten zur Fleischversor-gung der Familie dienen und eines soll verkauft werden, um finanzielle Lücken auszugleichen. Je nach Situation und Größe der Familie werden manchmal beide Schweine geschlachtet oder auch Schlachtprodukte verkauft. In jedem Fall ist es eine sehr sinnvolle und gute Unterstützung der Familien, besonders auch weil die Menschen selbst beitragen müssen, die Sache zum Erfolg zu führen.
Daher möchten wir auch in diesem Jahr als Advent- und Weihnachtsaktion wieder einladen und bitten: schenken Sie uns die finanzielle Möglichkeit, im Frühjahr für arme Familien im Umkreis von Lipova Ferkel zur Aufzucht zu kaufen. Ein Ferkel in der Größe, daß es selbständig frißt und die Mutter nicht mehr braucht, kostet zur Zeit etwa 35,-EUR. Wir verschenken die Ferkel immer paarweise aus den erwähnten wirtschaftlichen Überlegungen heraus, aber auch weil Schweine Familientiere sind. Zu zweit entwickeln sie sich besser und sind lebhafter als allein. Ein Geschenk für eine Familie würde also 70,-EUR kosten. Sollte der Ferkelpreis im Frühjahr sinken, werden wir je Familie noch einen Sack mit Starterfutter dazukaufen. Während des Jahres werden die Ferkel dann hauptsächlich mit Mais, Essensresten und Grünfutter ernährt.

CARITAS AL DIECEZEI TIMIŞOARARO– 31 54 00 LIPOVA

Lipova, im August 2017  
Liebe Freunde und Förderer der Caritas Lipova!
In diesem Jahr ist anscheinend das Augenmerk von Vertretern der EU darauf gefallen, daß Rumänien noch immer nicht die in der Gemeinschaft geforderten Standards der Müllentsorgung erfüllt. Es gibt einige halbherzige Ansätze, die aber zuweilen mehr Probleme schaffen, als Probleme lösen. In den Dörfern wurden offene, teilweise mit Maschendraht eingezäunte Sammelplätze für Plastikflaschen geschaffen. Manchmal wird der Plastikmüll auch abgeholt. Oft aber bleibt er viele Wochen lang liegen. Er verunziert die Dorfplätze. Es wird Hausmüll dazugeworfen. Vom Geruch angezogen tummeln sich Ratten an diesen Müllplätzen. Statt die dringend erforderlichen Müllverbrennungsanlagen und Sondermüllentsorgungseinrichtungen zu bauen, werden Kurse abgehalten, zu denen alle Firmen, auch die Caritas, Mitarbeiter schicken müssen, denen dann erklärt wird, wie Müll ordnungsgemäß zu entsorgen ist und welche Strafen man riskiert, wenn man das nicht tut. Auf die Frage an die Stadtverwaltung, welche Firmen oder Einrichtungen in der Nähe denn Glas oder Papier oder Metall entsorgen, erhält man nur ein Schulterzucken. Plastikflaschen werden bei Rückgabe sogar vergütet, aber an so wenigen Orten und mit einer so geringen Rückvergütung, daß niemand die weiten Wege zur nächsten Rückgabestelle auf sich nimmt.

Inzwischen sind wir schon beim nächsten Akt des Dramas angelangt. Offenbar werden in absehbarer Zeit Mülldeponien irgendwo in der Landschaft wirklich verboten und die Kommunen verpflichtet, den Müll, auch den schon gelagerten, zu zentralen Entsorgungseinrichtungen zu transportieren, die nun wohl doch gebaut werden. Um diese Transportkosten zu sparen oder zu minimieren, kommen die Landgemeinden auf die absonderlichsten Einfälle. Ich weiß von einer Gemeinde, die ihren Müll mit Plastikfolien abdichtet und mit Erde zuschüttet. Irgendwann werden die unter dem Plastik sich bildenden Gase unzweifelhaft zu einer Explosion führen. In der Stadt Lipova hingegen brennt seit vielen Wochen die Müllkippe. Natürlich weiß niemand, wie das passieren konnte. Der für die Stadtverwaltung angenehme Effekt ist der, daß sich das Volumen des kostenpflichtig abzutransportierenden Restmülls durch den Brand wesentlich verringert. Der für die Bevölkerung auch der umliegenden Dörfer sehr unangenehme Effekt ist der, daß bei entsprechender Windrichtung mal das eine, mal das andere Dorf in übel riechenden und giftigen Rauch von der Müllkippe gehüllt wird. Auf Nachfrage der erbosten Bürger erklärt die Stadtverwaltung sich außerstande, das Problem zu lösen. Die Feuerwehr sei vor Ort, könne aber nichts ausrichten, weil das Feuer durch die hochsommerlichen Temperaturen immer neu entfacht werde.

Nach einem sehr langen und sehr kalten Winter, der wieder viele Brennholzspenden erforderlich gemacht hat, haben wir nun in der Tat seit langen Wochen Temperaturen, die sich von 25 bis 30 Grad von Tag zu Tag erhöhen bis auf ca. 42 Grad. Die Spannungen in der Luft führen dann zu einem heftigen Gewitter, durch welches die Temperatur um 15 bis 20 Grad fällt, danach beginnt der Kreislauf von vorn. Einer Arbeit im Freien sind diese Wetterverhältnisse natürlich nicht besonders zuträglich. Darauf müssen wir als Arbeitgeber Rücksicht nehmen. Viele unserer Mitarbeiter sind fortgeschrittenen Alters und nicht mehr ganz gesund. In einem relativ kleinen Betrieb, wie es die Caritas Lipova ist, erfordert es einiges Organisationstalent, krankheitsbedingte Ausfälle auszugleichen. Wir haben auch einen ebenfalls organisatorisch schwierigen, aber erfreulichen Grund für das Fehlen einer Mitarbeiterin zu vermelden. Unsere Pädagogin für das Jakobus-Haus erwartet ihr drittes Kind. Einige Engpässe können wir durch unsere albanischen Voluntäre ausgleichen. Ein Ehepaar aus Albanien, welches sich auf die Ausreise nach Deutschland vorbereitet, verbringt den größten Teil dieses Jahres in unserer Caritasstelle. So problemlos der Aufenthalt in Rumänien für Staatsbürger von EU-Ländern inzwischen geworden ist, so kompliziert sind die diesbezüglichen Bestimmungen für Nicht-EU-Bürger. Ebenso verhält es sich mit der Einfuhr von Materialien aus Nicht-EU-Ländern. Hilfsgütertransporte aus der Schweiz etwa bergen schwer kalkulierbare Kostenrisiken.

Wie Ihr wißt / Sie wissen, versuchen wir seit vielen Jahren durch die Produktion von Backwaren unabhängiger zu werden von Spendeneinnahmen. Die Bäckerei trägt sich halbwegs selbst, wenn wir nicht in Rechnung stellen, daß Angestellte der Caritas bei jedem Schaden und jedem Verschleiß in der Bäckerei Reparatur- und Renovierungsdienste leisten müssen, daß ein Angestellter der Caritas überwiegend als Fahrer für die Bäckerei tätig ist, daß die Buchhaltung für die Bäckerei von der Buchhaltung der Caritas miterledigt wird und anderes mehr. Als Wirtschaftstreibende teilen wir die Erfahrungen, die auch andere kleine Betriebe machen. Der Verkauf unserer Backerzeugnisse durch die Supermarktkette Profi schien uns zunächst vorteilhaft zu sein, da wir eine größere Menge an demselben Ort verkaufen konnten, also weniger Aufwand an Transportkosten hatten. Es stellte sich jedoch heraus, daß Profi immer neue Geschäfte eröffnet auf Kosten der Lieferanten. Unsere Lieferungen wurden so spät und so schlecht bezahlt, daß wir nicht mehr wußten, womit wir die Ausgangsmaterialien der Brotproduktion bezahlen sollten. Wir waren nicht der einzige Lieferant, dem es so erging. Mehrere haben inzwischen den Verkauf ihrer Waren an Profi eingestellt, so auch unsere Bäckerei. Wir beliefern jetzt nur noch kleinere Lebensmittelgeschäfte in und um Lipova herum und auf dem Weg bis nach Temesvár.

Zum Schluß noch eine erfreuliche Nachricht aus unserem Schülerwohnheim „Jakobus-Haus“. Es gibt zahlreiche Anmeldungen für das neue Schuljahr, welches in drei Wochen beginnt. Zum ersten Mal haben sich mehr Mädchen als Burschen angemeldet. Wir wirken ja seit dem Bestehen des Wohnheims darauf hin, daß Eltern und Jugendliche die Notwendigkeit der Schulbildung auch für Mädchen ernster nehmen sollen. Allerdings hat dieses schöne Ergebnis nicht nur mit unseren erzieherischen Bemühungen zu tun, sondern auch mit den Zufällen der Geburtenverteilung. Es gibt in den Dörfern im Einzugsgebiet unseres Wohnheims in dem Jahrgang, der jetzt die Oberschule beginnt, einfach mehr Mädchen. Eine Rolle spielen sicher auch die Anstrengungen unserer Pädagogen, unser Angebot in den Dörfern noch mehr bekannt zu machen. Auf unsere Schüler und Schülerinnen wartet im neuen Schuljahr ein neu ausgestatteter Computerraum neben einigen Laptops, die wir bereits im vergangenen Jahr durch eine Hilfsorganisation erhalten haben, eine neue Brandschutzausstattung, ein neues Eingangstor, sowie neue Außentüren. Die alten Türen waren nicht mehr sicher verschließbar. Ihr Austausch trägt daher zu einer größeren Sicherheit bei sowohl der Bewohner als auch der dort befindlichen Materialien.
Im Anhang sende ich wieder einige Bilder von unseren Aktivitäten sowie eine Aufstellung der im Jahr 2016 erhaltenen Spenden und ihrer Verwendung. Nicht enthalten sind darin Beträge, die wir nur im Auftrag der Spender an andere Empfänger weitergeleitet haben.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei denen, die uns seit vielen Jahren treu unterstützen, und auch bei neuen Spender(inn)en, die sich überzeugt haben von der Wirksamkeit unserer Tätigkeit zugunsten alter und kranker Menschen, zugunsten kinderreicher Familien und bildungswilliger Jugendlicher sowie anderer Bedürftiger in Lipova und im weiten Umkreis um diese Stadt herum. Ohne Eure / Ihre Unterstützung kann die Caritas Lipova nicht bestehen.
Bitte helft uns weiterhin helfen ...
... mittels einer Überweisung auf eines unserer Konten:
EUR-Konto in Rumänien:
IBAN: RO46 RZBR 0000 0600 0195 9353  |  BIC: RZBRROBU
Kontoname: As. Caritas BSG Lipova
Konto in Österreich:
IBAN: AT53 6000 0000 7718 9954  |  BIC: OPSKATWW
Kontoname: László Wonerth
Konto in Deutschland:   [ Spendenbescheinigung möglich, bitte Adresse angeben ! ]
IBAN: DE74 3606 0295 0049 6100 33  |  BIC: GENODED1BBE
Kontoname: Thomas Felbecker

Euch und Ihnen allen noch schöne Spätsommertage
und beste Grüße und Wünsche
von

  Dr. Imogen Tietze
  im Namen der Caritas Lipova



 organisatorische Anmerkungen ... wir bitten um Ihr / Euer Verständnis:
Da die deutsche Post seit 2016 keinen Rabatt auf Sammel-/Massen-Sendungen mehr gibt, sind die Versand-Kosten der Rundbriefe im Schnitt um ~65% gestiegen und somit immer bedenkenswerter. Wir können diese Kosten geringer halten durch die Übermittlung per eMail. Wer eine eMail-Adresse hat, schicke sie bitte an ThomasFelbecker@aol.com; dann kommt der Rundbrief demnächst elektronisch ... und für uns kostenlos (:>).