ST. MICHAEL

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In dieser Rubrik stellen wir in loser Reihenfolge aktuelle Themen aus christlicher Sicht zur Verfügung, die wir für lesenswert halten.

Naturkatastrophen Gottes Strafen?
Theologische Überlegungen zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis

Vorbemerkung: Dieses Thema wurde medial schon oft mit großer Kontroverse diskutiert. Dabei geht es im Grunde genommen um die Frage: „Wie kann ein guter Gott Leid zulassen? Was bezweckt er damit?“ Es ist also normal, sich darüber Gedanken zu machen und nach Antworten zu suchen. Zugleich ist es schwierig, die gewonnenen Erkenntnisse für den konkreten, in seinem Leid geprüften Menschen zu „übersetzen“. Dieser Artikel will Möglichkeiten aufzeigen, wie wir Gottes Zulassungen von Leid mit seiner Liebe und seinem universalen Heilswillen verbinden können. Die gewonnenen Einsichten können uns schließlich helfen, Menschen im Leid in der rechten Weise beizustehen.
 
Zur Frage, ob Naturkatastrophen von Gott geschickt werden, um die Menschen für ihre Sünden zu strafen, sollte man folgendes unterscheiden:
 
1. Naturkatastrophen, die vom Menschen gemacht sind

Als Menschen nützen wir die Natur: Wir roden Wälder, bebauen Äcker, errichten Staudämme, konstruieren Raketen – wir leben von der Natur, wir brauchen die Natur, wir gebrauchen sie, aber wir missbrauchen sie auch, durch Umweltverschmutzung, Raubbau der Ressourcen, Zerstörung von Ökosystemen. Manche Naturkatastrophen sind nachweislich Folgen unserer Misshandlung der Natur, z.B. Dürreperioden in Regionen, wo früher Regenwälder standen. Bei manchen Katastrophen ist ein menschlicher Einfluss wahrscheinlich, bei vielen wissen wir es nicht. Darum ist Vorsicht geboten, wenn wir vorschnell Gott zur Verantwortung ziehen wollen für Leid, das im Letzten vielleicht durch unseren egoistischen Umgang mit der Natur ausgelöst wurde.
Aber könnte Gott solche Katastrophen nicht verhindern? Er könnte es, aber dazu müsste er unsere Freiheit einschränken. Mit dem Geschenk des freien Willens hat uns Gott über die Tiere erhoben, die sich gesteuert durch Instinkte notwendig so verhalten, wie sie „programmiert“ wurden. Der Mensch dagegen hat die Möglichkeit, Gott und den Mitmenschen in Liebe zu begegnen, nicht weil er muss, sondern weil er selbst es will. Freilich ergibt sich damit gleichzeitig die Möglichkeit des Missbrauchs: Sünde gegen Gott, gegen die Mitmenschen, und nicht zuletzt gegen die Natur. Die Möglichkeit menschengewirkter Naturkatastrophen ist eine unvermeidbare Folge des Geschenks der menschlichen Freiheit.
 
 
2. Naturkatastrophen, die nicht vom Menschen gemacht sind

Nicht alle Naturkatastrophen gehen auf menschliche Eingriffe in die Natur zurück. Schon vor der Industrialisierung gab es Erdbeben und Vulkanausbrüche, bei denen Menschen ums Leben kamen. Welche Erklärung gibt es für solche Katastrophen?
 
2.1 Zwei Scheinlösungen
Erste mögliche Antwort: Gott interessiert sich nicht für bloße Materie
Der Mensch ist die Krone der Schöpfung; auf ihn bezieht sich die Vorsehung Gottes; für die Bewegung von Erdschollen und Lavaströmen interessiert sich Gott nicht.
Falsch. Jedes Atom ist von Gott geschaffen und unterliegt seiner allumfassenden Vorsehung. Es gibt im Universum kein Elektron, das nicht in all seinen Bewegungen von Gott gesehen und gelenkt würde. Gott hat alle Bereiche der Natur voll im Blick, auch die Naturkatastrophen.
 
Zweite mögliche Antwort: Die Naturgesetze sind schuld
Gott hat zwar die ganze Welt im Blick, aber so wie er beim freien Willen in Kauf nimmt, dass – als Folge der Freiheit – die Sünde möglich wird, so nimmt er auch bei der Festlegung der Naturgesetze in Kauf, dass – als Folge der Naturgesetze – manchmal die Erde bebt. Solche Katastrophen gehören einfach notwendig mit zur Schöpfung.
Falsch. Gott hat den Menschen mit einem freien Willen erschaffen, und darum kann der Mensch sündigen, auch wenn dies von Gott nicht so geplant war; die Ursache für die Sünde liegt also ganz beim Menschen. Bei den Naturgesetzen dagegen gibt es keine Freiheit. Wenn also Naturkatastrophen notwendige Folge der Naturgesetze wären, dann hätte Gott die Welt nicht gut gemacht, sondern bereits mit einem „Systemfehler“ geschaffen. Das würde aber der unendlichen Vollkommenheit Gottes widersprechen. Schon die Bibel sagt: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut“ (Gen 1,31).
 
2.2 Drei mögliche Antworten aus christlicher Sicht
Die folgenden drei Antworten sind keine erschöpfende Erklärung, können aber helfen, die Tatsache der Naturkatastrophen in die Schöpfungsordnung und das Heilsgeschehen einzuordnen.
 
Naturkatastrophen als göttliche Strafen

Gott „benützt“ Naturkatastrophen, um den Menschen zu strafen. In der Heiligen Schrift ist diese Tatsache so offensichtlich, dass man sie unmöglich weginterpretieren kann. Gleichzeitig ist der Satz: „Gott straft durch Naturkatastrophen“ – wie wir sehen werden – auch sehr gefährlich. Er kann zu ganz falschen Schlüssen führen. Aber der Reihe nach.
Die Bibel beschreibt Naturkatastrophen immer wieder als göttliche Strafen. Die Sintflut war eine Strafe für die verdorbene Menschheit. Gott sprach: „Ich will eine Flut über die Erde bringen, um alle Wesen aus Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu verderben. Alles auf Erden soll verenden“ (Gen 6,17). Ebenso züchtigte Gott den Pharao durch Naturkatastrophen für seine Verstocktheit: „Schwerer Hagel prasselte herab und in den sehr schweren Hagel hinein zuckten Blitze. Ähnliches hatte es im ganzen Land der Ägypter noch nicht gegeben“ (Ex 9,24 – siehe auch die anderen ägyptischen Plagen). In beiden Fällen hatten die Menschen Schuld auf sich geladen. Gott verhängt eine Strafe, damit sie sich ihrer Schuld bewusst werden. Er will sie zur Umkehr führen und ihnen Möglichkeit zur Buße geben. Und es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele, wie der Seesturm in Jona 1,4-12, die plötzliche Erdspalte in Num 16,26-33, die unzähligen Erdbeben, Donner und Blitze in der geheimen Offenbarung, z.B. Off 11,13.19; 16,18). Das Buch der Weisheit erklärt dazu ganz grundsätzlich: „Er [Gott] rüstet sich mit seinem Eifer und macht die Schöpfung zur Waffe, mit der er die Feinde bestraft“ (Weish 5,17).
Auch das kirchliche Lehramt hat wiederholt klargemacht, dass Gott hier auf Erden über die Menschen Strafen verhängt. Dabei hat die Strafe immer die Rettung des Sünders zum Ziel. Selbst wenn die Menschen durch die Sintflut um ihr irdisches Leben kamen, so besteht die Hoffnung, dass viele im letzten Moment – angesichts der Katastrophe – zu innerer Reue gelangt sind, sich Gott zugewendet haben und so gerettet wurden. Göttliche Strafen sind nie irrationale Gewaltakte eines rachesüchtigen Tyrannen, sondern Teil der göttlichen Pädagogik zum Heil seiner trotzigen Kinder. (Diesen positiven Aspekt des Strafens betont Papst Franziskus in Amoris Laetitia, wo er den „Wert der Strafe als Ansporn“ (AL 268ff) als unerlässlich für die Kindererziehung bezeichnet.)
Naturkatastrophen als göttliche Strafen – dieser Satz ist aber auch sehr gefährlich, nämlich immer dann, wenn aus Naturkatastrophen gefolgert wird, die betroffenen Menschen seien besonders schwere Sünder, größere Sünder als wir selber, denn wir wurden ja verschont. Oder wenn gar Vermutungen angestellt werden, für welche konkreten Sünden die Strafe geschickt wurde. Hier gilt unbedingt das Wort Jesu: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ (Mt 7,1). Auch wenn richtig bleibt, dass Naturkatastrophen von Gott als Strafen zugelassen werden können, so kennen wir doch niemals die genauen Gründe für eine konkrete Katastrophe. Daher soll sich jeder vor einem Urteil hüten, das falsch und überheblich wäre.
 
Naturkatastrophen als Warnung

Neben dem Charakter der allgemeinen Strafe können Naturkatastrophen von Gott auch als Warnung zugelassen werden. Eltern können bewusst in Kauf nehmen, dass sich ein Kind weh tut, um das Kind für die Zukunft zur Vorsicht zu erziehen. So lässt auch Gott manches Leid zu, das unschuldige Menschen trifft, um ihre Aufmerksamkeit auf höhere Güter zu lenken, die Gott ihnen schenken möchte. C.S. Lewis hat diese Wahrheit präzis auf den Punkt gebracht:
 
Wir sehen mit Betroffenheit, wie anständige, harmlose, ehrenwerte Leute vom Unglück heimgesucht werden; hart arbeitende Familienmütter oder fleißige, sparsame kleine Kaufleute; Menschen, die so schwer und so ehrlich gearbeitet haben für ihr bescheidenes Häuflein Glück und jetzt gerade soweit sind, sich dessen mit vollem Recht zu freuen. (…) Ich bitte den Leser inständig, er möge, wenn auch nur für einen Augenblick, versuchen zu glauben, Gott könnte wirklich recht haben, wenn er der Meinung ist, ihr bescheidener Wohlstand und das Glück ihrer Kinder seien nicht genug, sie glückselig zu machen; dies alles müsse ja am Ende von ihnen abfallen, und dann würden sie ins Elend geraten, wenn sie nicht Ihn kennengelernt hätten. Darum also beunruhigt er sie, indem Er sie im Voraus vor einer Unzulänglichkeit warnt, die sie eines Tages ohnehin werden entdecken müssen.
 
Gott benützt das Leid von Katastrophen, um uns wachzurütteln für den wichtigeren Blick auf die ewigen Güter, auf die vollkommene Freude, um uns von einer gefährlichen Selbstgenügsamkeit mit weltlichen Dingen zu befreien. „Not lehrt beten“ sagt der Volksmund – auch wenn wir von außen nie erkennen können, wie viele Menschen in einer Katastrophe zu einer neuen Gottesbeziehung gefunden haben.
In diesem Sinn lässt Gott Naturkatastrophen als Warnungen zu. Jesus selbst gibt uns diese Auskunft, wenn er den Jüngern erklärt: „Jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt“ (Lk 13,4-5). Jesus erklärt die Katastrophe des Einsturzes als Warnung Gottes. Auch hier gilt wieder, jedes Urteilen über einen konkreten Menschen entschieden zu unterlassen.

Naturkatastrophen als Weg zur größeren Liebe

Warum musste Jesus leiden? Warum Maria? Beide hatten nie gesündigt und folglich keine Strafe verdient; beide waren in ihrem Wollen ganz auf den Willen des Vaters ausgerichtet, also war das Leiden auch als Warnung unnötig. Und doch hat wohl niemand mehr gelitten als Jesus und Maria. Warum?
Jesu Leiden war erlösendes Leiden. Mariens Leiden war miterlösendes Leiden. Am Kreuz hat uns Jesus seine unendliche Liebe geoffenbart und bewiesen, dass er bereit ist, alles zu geben und uns selbst im Leiden nahe zu sein. Die freiwillige Bereitschaft zum Leiden ist für Menschen die höchste Ausdrucksform echter Liebe. Dies gilt nicht nur für Jesus und Maria, sondern für jeden Menschen. Seien wir ehrlich: Liebe, die niemals in eine Situation gerät, sich im Feuer des Leidens erproben zu müssen – ist das, menschlich gesprochen, überhaupt echte Liebe? Gibt es bei uns Menschen große und starke Liebe z.B. in der Ehe, wenn sie nicht durch Krisen und Bedrängnis gewachsen ist? In diesem letzten Sinn kann das Leid von Naturkatastrophen von Gott manchen Menschen zugedacht sein – nicht als Strafe, nicht als Warnung –, sondern als Gelegenheit, über sich selbst hinauszuwachsen, indem sie alles im Vertrauen aus der Hand des Vaters annehmen und damit Jesus ähnlich werden.
Jesus selber gibt uns diese Erklärung, als die Jünger ihn nach dem Grund der Krankheit des Blindgeborenen fragen: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden“ (Joh 9,3). Die Krankheit des Blinden (vergleichbar einer „Naturkatastrophe“) war weder Strafe, noch Warnung, sondern Anlass für sein Voranschreiten auf einem umso größeren Weg der Verherrlichung Gottes.
 
3. Einige wichtige zusätzliche Anmerkungen
3.1 Der vermutete Mehrfacheffekt

Naturkatastrophen können (1) Strafe, (2) Warnung, (3) Weg zur größeren Liebe sein. Urteilen wir nie, welche Absichten Gott mit einem konkreten Unglück verfolgt. Aber wir dürfen vermuten, dass in manchen Fällen alle drei Aspekte wichtig sind: Für den einen ist eine Katastrophe tatsächlich Strafe für eigene Sünden, dem anderen dient sie als Warnung, für wieder einen anderen ist sie Gelegenheit zur vollkommenen Ergebenheit in den Willen Gottes und zum Wachstum in der Nächstenliebe. Vielleicht gelten für manche Menschen sogar alle drei Aspekte gleichzeitig. Gott kann in seiner Allmacht ein Ereignis in vielfältiger Weise nützen.
 
3.2 Jede Katastrophe ist Strafe – im weitesten Sinn
Nicht jede Katastrophe ist von Gott als Strafe für eine persönliche Sünde zugelassen – so hatten wir gesehen. Manchmal will uns Gott warnen. Aber Warnung ist nur nötig, weil wir zur Sünde neigen; weil unser Wille zum Guten zu schwach ist; weil wir in einem Umfeld leben, das uns (oft) zur Sünde verführt (die Kirche spricht von „Strukturen der Sünde“). So gesehen ist auch die Notwendigkeit von Warnungen eine indirekte Folge der Sünde – nicht von persönlicher Sünde, aber vom allgemeinen Sündenfall der Menschheit. Und auf gleiche Weise sind Katastrophen, die Gott als Weg zur größeren Liebe zulässt, nur in einer Welt notwendig und sinnvoll, in der die Sünde herrscht. Im Himmel, wo niemand mehr in Gefahr steht, die Gottes- und Nächstenliebe zu verletzen, muss die Liebe auch nicht mehr durch Leid und Not wachsen.
In diesem weiteren Sinn lässt sich jede Naturkatastrophe als Strafe verstehen, wenngleich nicht notwendig als Strafe einer persönlichen Schuld, sondern als Folge und Konsequenz des Sündenfalls.
 
3.3 Gerechte „Einheitsbehandlung“ für 230.000 Personen?
2004 kamen beim Tsunami in Südost-Asien durch eine Flutwelle 230.000 Menschen ums Leben. Kann der Tod für alle Menschen die genau angemessene Strafe bzw. die richtige Warnung bzw. der beste Weg zur größeren Liebe gewesen sein? Oder ist nicht zu befürchten, dass eine solche „Einheitsbehandlung“ notwendig zu Ungerechtigkeiten für einzelne Opfer führen muss?
Der Einwand ist berechtigt, aber für unsere menschliche Vernunft nicht lösbar. Niemand kann in die Herzen der Menschen schauen; darum lässt sich in keinem Fall von außen beurteilen, ob das konkrete Leid, das einer Person durch eine Katastrophe widerfahren ist, angemessen war oder nicht (als Strafe, Warnung, Weg zur größeren Liebe). Wir wissen es nicht. Aber wir können Gott glauben! Wenn Gott gut ist, wenn er allmächtig ist, wenn er allwissend ist, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass er auch bei 230.000 Menschen alles gut fügen kann – nicht immer im Sinn eines angenehmen Lebens hier auf Erden (offensichtlich nicht), aber im Hinblick auf ihr endgültiges Heil in der Ewigkeit. Freilich, dieses Vertrauen auf eine gute, göttliche Vorsehung ist nur für den möglich, der an ein glückliches Weiterleben nach dem Tod glaubet, wo Gott den Verstorbenen schenken wird „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1Kor 2,9).
 
4. Wie von Naturkatastrophen oder von Leid heimgesuchten Personen begegnen?

Obgleich (1) Strafe zur Besserung, (2) Warnung, um größeres Leid zu verhindern und (3) Weisung eines Weges zur größeren Liebe letztlich nur verschiedene Formen der einen Liebe sind, fällt es uns Menschen schwer, eine solche Art der Liebe wahrzunehmen. In der Regel wird daher die theologische Erklärung einem leidgeprüften Menschen, wenigstens im ersten Augenblick, nicht helfen, die Liebe Gottes, die er abwesend glaubt, wiederzuentdecken. Wo Menschen ein Gefühl der Gottverlassenheit durchleiden, will der Herr sich oft unserer tatkräftigen Hilfe, unseres Mitleidens bedienen, um – durch uns – diesen Menschen seine liebende Nähe zu zeigen. Ja, wir können keine Antwort auf das konkrete „Warum?“ geben. Aber wir können dem leidenden Menschen konkret zeigen, dass er durch uns, als Werkzeug, von Gott geliebt ist. In der Haltung Jesu, der mit uns Sündern Mitleid hatte und alles Leid auf sich genommen hat, dürfen auch wir das Leid des Mitmenschen zu unserem eigenen machen und ihm zeigen, dass wir und auch Gott ihm gerade jetzt im Leiden nahe sind. Auch Christus hat das Leid nicht zuerst erklärt, sondern geteilt. Er ist vom Kreuz nicht herabgestiegen, sondern hat unsere Sünden auf sich genommen und uns durch sein Leiden Erlösung, Heilung geschenkt. Wenn wir dem Beispiel Christi folgen, werden auch wir entdecken, welche Kraft der Nächstenliebe in uns selbst noch „schlummert“ und die „entfesselt“ werden kann für den notleidenden Mitmenschen, sei es durch Gebet für die betroffenen Menschen, sei es durch tatkräftige Hilfe für die leidenden Menschen z.B. durch Hilfseinsätze bei Hochwasser oder Erdbeben. Das „Warum?“ können wir nicht beantworten, aber wir können selber zur Antwort der Liebe Gottes werden.