Pfarrverband Pasing

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Der Pasinger Friedensweg- unser jährliches interreligiöses Projekt

Zeichen setzen für ein friedliches bürgerliches Miteinander vor Ort in Pasing, für Toleranz und Offenheit gegenüber den Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen und für Überwindung von Abschottung gegenüber Fremden, Vorurteilen und Diskriminierung: Unter diesem Motto suchten und fanden sich Ende 2015 erstmals eine Reihe in der Flüchtlingshilfe und in den religiösen Gemeinden vor Ort engagierte Menschen zusammen.
 
Vertreter/innen aus der evangelischen Himmelfahrtskirche, dem katholischen Pfarrverband Pasing und der islamischen Moscheegemeinde erarbeiteten im kleinen Team ein Konzept für den ersten interreligiösen Pasinger Friedensweg, der dann im April 2016 stattfand.
 
Über 100 „Pilger/innen“ trafen sich zunächst an der ersten Station, der evangelischen Himmelfahrtskirche, von wo aus der Weg an der Würm entlang durch den Stadtpark zur Moschee führte und schließlich zur Maria-Schutz-Kirche. In allen drei Stationen versammelten sich die Teilnehmer in den jeweiligen Gebetshäusern zu Gebet, Meditation und Gesang. Schließlich bot sich am Ende der Veranstaltung allen Friedensbewegten im Pfarrheim von Maria Schutz die Gelegenheit, sich (besser) kennenzulernen, im persönlichen Gespräch auszutauschen und sich bei einer guten Brotzeit zu stärken, die die katholischen und muslimischen Frauen vorbereitet hatten.
 
Ermutigt durch das nachhaltige Echo, beschlossen wir, auch in den folgenden Jahren zum Friedensweg aufzurufen, und jedes Jahr gingen mehr Menschen mit, große und kleine, junge und alte. Es fanden sich auch mehr Mitorganisatoren, teilnehmende Gemeinden und Gruppen ein. So stießen im letzten Jahr Vertreter der liberalen jüdischen Gemeinde wie auch des Pfarrverbands Menzing dazu, was sich als echte Bereicherung erwies, weil zwei neue Stationen den Pilgerweg erweiterten: mit der altehrwürdigen Kirche St. Wolfgang an der Würm wie auch dem jüdischen Mahnmal des „Gebeugten leeren Stuhles“ vor dem Pasinger Rathaus.
 
Was uns über all die Jahre ein besonderes Anliegen war und ist: Wir wollen das Thema `Wege zum Frieden` inhaltlich so erschließen, dass sich einerseits alle Teilnehmer/innen in ihren jeweiligen Glaubenstraditionen und kulturellen Prägungen ernstgenommen und angesprochen fühlen, andererseits sich alle Anwesenden gemeinsam und unterschiedslos als solidarische Schicksals- und Glaubensgemeinschaft vor unserem All-Einen-Gott erleben. Dazu tragen besonders die Einladungen in die verschiedenen offenen Gotteshäuser bei und das Miterleben der dort heimischen religiösen Handlungen, Riten und Zeremonien. Wir bemühen uns jedes Jahr aufs Neue um eine alle ansprechende feierliche liturgische Ausgestaltung der verschiedenen Stationen: durch Gebete, Textrezitationen aus den Heiligen Schriften, liturgische Gesänge, Friedenslieder, geistliche Chormusik, meditative Klezmer-Klänge und mystische Sufiweisen. Dabei ist es besonders bewegend, wenn wir alle gemeinsam unisono unseren Ein-Gott- Glauben bekennen können: So stimmten im letzten Jahr alle Gläubigen in ein Abrahamitisches Glaubensbekenntnis ein-, ist doch Abraham der gemeinsame Ur-Vater im Glauben der Juden, Christen und Muslime.- Auch allen vertraute religiöse Zeichen und Symbole kommen zum Tragen. Zu letzteren gehören z.B. „Friedenstauben“, Perlenketten-Gebetsschnüre, Klangstäbe und Friedensfahnen im Zeichen des Regenbogens.
Unsere häufigen Vorbereitungstreffen haben dazu geführt, dass wir uns nicht nur in unserer Verschiedenheit untereinander schätzen gelernt haben, sondern ein echtes Interesse an der Religion und Glaubenswelt des Anderen und seiner kulturellen Prägung entwickelt haben. Folglich haben wir -unabhängig vom Friedensweg- einen interreligiösen Gesprächskreis gegründet, in dem wir uns in lockerer Folge zusammenfinden, um uns über Glaubens- und Lebensfragen auszutauschen, die uns alle bewegen. Und wie oft stellen wir erstaunt fest, dass wir uns bei allen Unterschieden in unseren religiösen Grundüberzeugungen und -hoffnungen sehr ähnlich sind!
Am Ende dieses Artikels darf die Ankündigung des nächsten Friedensweges nicht fehlen. Hier ist sie:
 
Unser fünfter und nächster Pasinger Friedensweg wird am 13. Oktober 2019 stattfinden und um 14.30 Uhr an der evangelischen Himmelfahrtskirche beginnen (Marschnerstr. 3, 81245 München).
Im Sinne des diesjährigen Mottos: „...damit Frieden- wie ein Baum- unter uns wachse“ wird an der vierten und letzten Wegstation in St. Hildegard (Paosostr. 25, 81243 München) gemeinsam ein „Friedensbaum“ gepflanzt. Anschließend sind alle Friedensbewegten im Pfarrsaal von St. Hildegard herzlich zur Brotzeit (koscher, halal, vegan) eingeladen....
 
Alle, die mitplanen und mitgehen möchten, sind jederzeit willkommen! Auch unser Gesprächskreis freut sich über neue Interessenten!
 
Maria-Anna Berg
Pfarrgemeinderätin in St. Hildegard, Pasing