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Pfarrverband Vier Brunnen - Ottobrunn

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Predigten

Erwin Mühlbauer

7. Sonntag der Osterzeit (Joh 17, 1-11)

Liebe Gemeinde,

Das ewige Leben – wann beginnt das eigentlich? Was meinen Sie? Das ewige Leben beginnt mit dem Tod? In unseren Köpfen ist das freilich irgendwie so drin. Jetzt ist das zeitliche Leben, und nach dem Tod kommt dann das ewige Leben. Jetzt ist das Leben, das vergänglich und deswegen nicht ewig ist, und dann später einmal kommt das ewige Leben, das kein Ende hat. Also alles schön nacheinander. Vielleicht haben wir uns das auch so zurechtgelegt, weil wir an das ewige Leben nicht immer gerne denken. Wir wollen gerne das Leben jetzt genießen, wollen im Grunde machen können, was wir wollen, und was dann später kommt – schauen wir mal, denken wir am besten nicht zu viel darüber nach.

So eine Vorstellung ist aber unbiblisch und unchristlich. Denn das ewige Leben beginnt nicht erst mit dem Tod. Das ewige Leben beginnt mit unserer Taufe auf Christi Tod und Auferstehung. Das Neue Testament bekräftigt immer wieder: das ewige Leben beginnt im Hier und Heute. Ich habe jetzt schon das ewige Leben in mir.

Mit dem ewigen Leben ist nämlich nicht eine Zeit gemeint, die beginnt, wenn eine andere Zeit zu Ende geht, sondern etwas, das die Dimension von Raum und Zeit sprengt. Was meint die Bibel mit dem ewigen Leben? Im heutigen Evangelium, dem Hohen priesterlichen Gebet, das Jesus vor seinem Tod in Gegenwart seiner Jünger betet, antwortet er auf diese Frage: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast.“

Das ewige Leben hat also etwas mit Beziehung zu tun. Mit einer Person, die mir das Leben schenkt. Leben entsteht immer aus einer Beziehung. Unser eigenes Leben ist entstanden aus der Beziehung unserer Eltern zueinander. Trauernden und verzweifelten Menschen wird neuer Lebensmut geschenkt, wenn da ein Mensch ist, der sich ihnen zuwendet.

Und so ist das ewige Leben nicht einfach nur da, gewissermaßen naturgegeben, sondern es kommt aus der Begegnung mit einer Person her. Aus der Begegnung mit dem lebendigen, ewigen Gott. Indem wir mit Gott in Beziehung treten, bekommen wir sein Leben. „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast.“

Jesus spricht hier von „erkennen“. Im biblischen Sinn ist „erkennen“ mehr als nur das Erkennen mit den Augen oder mit dem Verstand. In der Bibel bedeutet „Erkennen“ eine tiefe innige Verbindung. Bei der Verkündigung spricht Maria zum Engel: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Erkennen ist etwas Ganzheitliches. Die Verbindung zweier Personen, wie bei Braut und Bräutigam. Also will Jesus sagen: das ewige Leben bedeutet, sich an Gott hinzugeben, sich mit ihm zu verbinden. In einer innigen Verbindung, einer wirklichen Beziehung mit ihm zu leben. Gott in seinen Alltag mit einzubeziehen; bei jeder Entscheidung, die ansteht, zu fragen: Jesus, was würdest Du tun? Und danach zu handeln. Dass uns das gelingt, in dieser göttlichen Beziehung zu leben, die uns geschenkt ist, dafür schickt uns Jesus seinen hl. Geist, was wir in einer Woche an Pfingsten feiern werden.

Wer so in Gott und mit Gott ist, der hat jetzt schon das ewige Leben, das wirkliche Leben, das ihm auch im Tod nicht genommen wird. Deswegen die unzerstörbare Hoffnung der Christen.

„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ Jesus Christus hat uns ein Sakrament geschenkt, in dem dieses Erkennen, dieses tiefe Sich Verbinden mit Gott deutlich wird. Das Sakrament der Eucharistie, Brot des Lebens, von dem Jesus sagt: wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Liebe Schwestern und Brüder, ich wünsche uns allen, dass wir bald alle wieder die hl. Eucharistie empfangen können, dass wir dieses Sakrament als Stärkung erleben für unsere täglichen Herausforderungen. Und dass dieses Brot des Lebens uns zu einer immer tieferen Beziehung führt zu Jesus Christus, zum ewigen, zum wirklichen Leben.

Diakon Erwin Mühlbauer

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