St. Jakob

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Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä. Patrozinium 25. Juli

Nähere Informationen zu den Glocken seit der Erbauung der Pfarrkirche finden Sie im Buch zum 300-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche, herausgegeben im Sommer 2022.

Das aktuelle Geläut (Salve Regina Geläut)
Das Geläut bis April 1942

Pfarrkirche Innenraum 1
Der "Dom des Isarwinkels"
Unter den oberbayerischen Landkirchen stellt die St. Jakobuskirche zu Lenggries eine Besonderheit dar. Neben ihren beachtlichen Dimensionen ( 45 m lang, 15,5 m breit und 15,7 m hoch – sie wird auch Dom des Isarwinkels genannt ) ist vor allem der im Hauptraum des Gotteshauses verwirklichte Baugedanke hervorzuheben: dem längsrechteckigen Raum wurde durch die vier großen Bogenmoti-ve und die Wölbform eine zentralisierende Tendenz verliehen.
 
Der erste Kirchenbau dürfte um das Jahr 1200 entstanden sein, der im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erweitert wurde. Vom Altar von 1515 sind noch die Sitzfigur des Apostels Jakobus , die heute noch bei der Fronleichnamsprozession mitgetragen wird, sowie zwei Altarflügel, die sich in der Maria-Hilf-Kapelle befinden, erhalten. Anfang des 18. Jh. erwies sich die spätgotische Kirche zu- nehmend als baufällig. Nachdem die Bauarbeiten am Schloss Hohenburg abgeschlossen waren, setzte sich Graf Ferdinand Josef von Herwarth für den Kirchenneubau ein. Als Hofmarksherr bestritt er den Hauptteil der Kosten und finanzierte auch den Neubau der Isarbrücke, damit auch die links der Isar ansässigen Bauern Material liefern konnten. Um das neue, deutlich größere Gottes- haus erbauen und einen neuen Friedhof anlegen zu können, musste der Kirchmairhof abgerissen werden, der etwa an der Stelle des heutigen Kirchturms stand. Im Mai 1721 begannen die Bauarbei-ten unter der Leitung eines unbekannten Baumeisters im Umkreis des Münchner Hofbaumeisters Joseph Effner. Die feierliche Einweihung des Gotteshauses erfolgte bereits am 15. September 1722 durch den Fürstbischof von Freising, Johannes Franz von Eckher. Der neue 56 m hohe Turm wurde erst 1724 vollendet; der alte, der neben dem heutigen linken Oratorium stand, wurde 1726 abgebro- chen. Noch bis 1728 wurde an der Ausstattung der Kirche gearbeitet. Erste Renovierungen datieren aus der Mitte des 19. Jh. mit der Neueindeckung von Turm und Kirchenschiff, Außen- und Innen- renovierung. 1908 erhielt der Turm ein Kupferdach, auch der Außenbau wurde renoviert, ebenso nach dem 2. Weltkrieg und in den Jahren 1980 – 1982; der Innenraum erhielt 1992/93 seine heutige Fassung.
 
Seit dem Bau der barocken Kirche wurden vier Hochaltäre im Chorraum errichtet, der letzte, aktuelle, im Jahr 1916 im Stil des Neubarock. Die beiden Seitenaltäre stammen aus der Mitte des  19. Jh., linksseitig der Marienaltar, rechtsseitig der Kreuzaltar, auch Herz-Jesu-Altar genannt. Dagegen wurden die beiden Altäre der Seitenapsiden bereits in der Bauzeit der Kirche, 1726/27 errichtet. Der Altar in der nördlichen Apside ist dem hl. Michael geweiht, der in der südlichen Apside neben der Kanzel dem hl. Sebastian.
Der u.a. Kirchenführer beschreibt umfassend die vielen Deckenfresken, Gemälde und Schnitzfiguren, die sich mit der frühbarocken Felderung der Wandflächen und Decken sowie durch  eine strukturierte Pilastergliederung und kannelisierten Halbsäulen zu einem gehaltvollen, aber doch überschaubaren Gesamtbild zusammenfinden.
 
Die erste aus der Bauzeit stammende Orgel erhielt 1906 ein pneumatisches Orgelwerk. Die heutige mechanische Orgel schuf die Orgelbaufirma Sandtner aus Dillingen 1975/76.
Das Geläut der Pfarrkirche musste 1942 „für den Krieg abgeliefert werden“. Das neue „Salve-Regina-Geläut“, insgesamt 250 Zentner schwer, gegossen von der Münchner Firma Oberascher, geweiht 1948 – 1950,  repräsentiert die „Heldenglocke“ (90 Zentner), die „Heimkehrerglocke“, die „Papstglocke“ (Wetterglocke), die „Familienglocke“ (Angelusglocke) und die „Jugendglocke“. In der Laterne des Turms hängt die kleine Sterbeglocke, sie stammt noch aus der Bauzeit der Kirche.
 
 
Detaillierte Beschreibungen zu Baugeschichte und Ausstattung sowie eine künstlerische Würdigung finden Sie im Kirchenführer „Kirchen und Kapellen der Pfarrei Lenggries“.