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Das zweite Pflegestärkungsgesetz Demenzkranke werden besser versorgt

Susanne Kaiser wirkt nach dem Gespräch mit Angelika Ruile sichtlich entspannt. Die Leiterin der Caritas Sozialstation hat ihr eben erklärt, dass sie ab 1. Januar 2017 mehr Unterstützung bei der Betreuung ihrer demenzkranken Mutter Anna bekommt. Bisher musste sie sich an zwei Vormittagen selbst darum kümmern, dass die bei ihrer Tochter lebende 77-Jährige Frühstück bekommt, bevor sie selbst zur Arbeit hetzt. Denn mit der für Demenzkranke bisher vorgesehenen Pflegestufe 1 war die Versorgung durch die Sozialstation nur an drei Wochentagen finanziert.
alte Frau mit Betreuerin im Pflegeheim am Tisch mit Papieren freundlich lächelnd
Das zweite Pflegestärkungsgesetz unterstützt vor allem Menschen mit Demenzerkrankung. (Bild: imago/imagebroker)
Damit die Mutter werktags nicht alleine ist und ihre geistigen Fähigkeiten erhalten bleiben, kommt auch bisher schon vier Mal in der Woche eine Betreuungsmitarbeiterin der Caritas-Sozialstation und macht mit ihr Gedächtnisübungen, liest aus der Zeitung vor oder geht mit ihr spazieren. Wenn die Tochter mittwochs ganztags arbeitet, wird ihre Mutter nach der morgendlichen Pflege durch die Caritas-Sozialstation vom Fahrdienst in eine Tagesbetreuung und am Abend wieder nach Hause gebracht. „Wir haben alles durchgerechnet“, sagt Ruile „aber der bisherige Betrag aus der Pflegeversicherung mit Pflegestufe 1 und die kleine Rente von Frau Kaiser haben einfach nicht für alles gereicht, was sie gebraucht hätte.“
 
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung hatte zwar bestätigt, dass Anna Kaiser eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz durch ihre Demenzerkrankung hat. Vor der Pflegereform hat sich jedoch die psychische Beeinträchtigung nicht auf die Pflegestufe ausgewirkt. Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz wird nun nicht mehr zwischen körperlichen Einschränkungen und kognitiven und psychischen Einschränkungen unterschieden. Ausschlaggebend ist der individuelle Unterstützungsbedarf. Vor allem Menschen mit Demenzerkrankung bekommen jetzt mehr Hilfe. Susanne Kaiser fühlt sich nach fünf Jahren Spagat zwischen Teilzeitarbeit und der Pflege der Mutter überlastet. „Das wird im neuen Jahr alles etwas entspannter“, atmet sie auf. „Wenn die Pflegekasse künftig mehr zahlt, brauche ich nicht immer mit schlechtem Gewissen zur Arbeit zu hetzen und hab am Wochenende vielleicht einfach mal Luft, einen kleinen Ausflug mit meiner Mutter zu machen.“

Text: Corinna Walther/Manuela Dillmeier
Hier finden Sie online weitere Informationen zur Caritas Sozialstation in Haidhausen:

https://www.caritas-nah-am-naechsten.de/Sozialstation/Page010274.aspx