Diözesanverband der Mesner

im Erzbistum München und Freising e. V.

Mesnerexerzitien in Salzburg vom 8. bis 12. April 2019 Christine Schmid, Mesnerin in St. Laurentius, Mühldorf

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17 Mesnerinnen und Mesner haben sich zu den alljährlichen Exerzitien in Salzburg auf dem Mönchsberg im Johannesschlössl der Pallottiner versammelt. Leider sind wegen dem etwas ungünstigen Termin in der Woche vor dem Palmsonntag, weniger Teilnehmer als sonst dabei gewesen. Dennoch haben wir alle uns sehr gefreut, bekannte Kolleginnen und Kollegen wieder zu treffen, oder neue kennen zu lernen und miteinander Kraft zu tanken vor den anstrengenden Arbeitstagen der Kar- und Osterwoche.
Pater Schwarzfischer leitete die Exerzitien unter dem Thema: „Gib, dass ich dich, Herr, verkünde auch ohne zu predigen“. Wir stellten uns die Frage: „Wer bin ich?“, angeregt von der Aussage eines Kabarettisten: „Aus mir ist nichts geworden, weil ich schon immer jemand war“. Durch die Taufe sind wir alle Berufene, wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erneuert am Osterfest. Beim nächsten Impuls beschäftigte uns das Thema Zeit. Ein Sprichwort aus Marokko sagt: “Ihr habt die Uhren und wir haben die Zeit“ und „es ist nicht wenig Zeit, was wir haben, sondern es ist viel, was wir nicht nützen.“ (Seneca).  
Auch heuer stand wieder ein spiritueller Spaziergang in Salzburg mit Pater Schwarzfischer auf dem Programm.
Der führte uns diesmal in die Pfarrkirche Mülln. Sie ist die älteste Wallfahrtskirche von Salzburg, bis Maria Plein gebaut wurde. Der Pfarrer, Pater Franz zeigte uns eine besondere Kostbarkeit, die Monstranz, in der Frauenschmuck von Salome Alt verarbeitet wurde. Von der Friedhofsmauer aus, wo wir auf der Suche nach der Himmels-Terrasse waren, hatten wir einen einzigartigen Blick auf Salzburg. Die Himmels-Terrasse ist der neue Urnenfriedhof, der als pflegefreie Urnenwiese und einer Stelle mit Namen der Verstorbenen, die dort in Bio-Urnen beigesetzt werden, angelegt wurde. Eine Überraschung hatte Pater Franz dann auch noch für uns, denn er spielte auf seinem Saxophon ein paar Lieder für uns.
Am nächsten Tag brachte Pater Schwarzfischer einen Zauberwürfel mit, als Symbol dafür, dass wir alle zusammengewürfelt sind, wegen unserer Herkunft, unserer Sprache, unserem Schicksal, unserer Lebensgeschichte. Wir sind aufeinander angewiesen und gehören zusammen. Dazu zu gehören ist ein Urbedürfnis des Menschen. Dabei haben wir uns auch  über Europa unterhalten. Hat Europa seine Wurzeln verloren? Wir leben im Herzen Europas gegenwärtig in einer glaubensleeren Zeit, in einer Gesellschaft, die kein Leitbild hat, auf das sie sich gemeinsam ausrichten könnte. Es müssen zwar Maßnahmen gesetzt werden von Politik und Wirtschaft, aber dazu muss auch eine neue Gesinnung entstehen. Papst Johannes Paul II. hat Europa sechs Heilige zugesprochen; Edith Stein, Katharina von Sienna, Brigitta von Schweden, Benedikt von Nursia, Cyrill und Method.
Alle tiefgreifenden Gedanken dieser Exerzitientage wurden auch gestärkt mit Morgenlob, Andachten, Eucharistiefeiern und einem Umkehrgottesdienst mit Tauferneuerung.
Diözesanleiter Edi Kadoch bedankte sich am Ende in unser aller Namen bei Pater Schwarzfischer für die geistige und sehr herzliche Begleitung und gratulierte auch zur Verleihung des Ehrendoktortitels von der University of Redlands. Mit einem Dank an den Mesnerverband, der die Exerzitien jedes Jahr ermöglicht, machten wir uns nach diesen Tagen geistiger Vertiefung wieder auf den Heimweg.
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