Herz Jesu

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Pfarrkirche

Es hat lange gedauert, bis im Gebiet der heutigen politischen Gemeinde Bischofswiesen die erste Pfarrkirche stand. Erst im 20. Jahrhundert war es möglich, in einem 34 qkm großen Gebiet eine Kirchengemeinde zu gründen. Unter den Seelsorgsgeistlichen aus Berchtesgaden sei vor allem Josef Ametsbichler erwähnt, der 1920 als 4. Kaplan von Berchtesgaden seinen Dienst hier aufnahm. Wie seine Vorgänger Koith, Forstner und Beierl bemühte er sich um den Bau einer eigenen Pfarrkirche für Bischofswiesen – ein mühevolles Unternehmen, wie sich herausstellte!

Trotz aller Widerstände gelang es ihm, mit vielen treuen Helfern in den Jahren 1924 bis 1926 die heutige Herz-Jesu-Kirche zu errichten. Da der Bau kurz nach der Inflation (November 1923) begann, konnte die Kirche nur mit dem aller Nötigsten ausgestattet werden: ein alter, wurmbefallener Hochaltar aus Berchtesgaden, eine Marienfigur (heute in Winkl) und ein schlichter Beichtstuhl. Es war das Geld nicht einmal für eine Tünchung vorhanden.

Größter Dank gebührt neben der politischen Gemeinde dem damals sehr renommierten Architekten Georg Metzendorf (1874 – 1934), der die gesamten Pläne für ein „Vergelt's Gott“ entwarf.
Nach und nach erhielt die Kirche ihre Ausstattung, die im Lauf der Zeit verändert wurde. Die Kanzel, Kommunionbank und die Seitenaltäre mussten bei der Kirchenrenovierung 1974 – 1976 weichen. Der Hochaltar mit der Herz-Jesu-Figur, ein Geschenk aus Berchtesgaden, war bereits 1958 nicht mehr zu reparieren. Dafür kam eine neue Herz-Jesu-Darstellung von Hans Richter (1958) als Mittelpunkt in die Kirche. Das Kreuz von Franz Schreder (1935) sollte als Pendant zur Kanzel dienen. Besondere Beachtung darf der Kreuzweg von Gottfried Rasp (1927) verdienen, der auf einer Kunstausstellung einen bedeutenden Preis erhielt.

Eine Generalsanierung veränderte die Pfarrkirche in den Jahren 1996 – 2001. Das Dach wurde zum ersten Mal wasserdicht eingedeckt, die gesamte Installation auf den technisch neuesten Stand gebracht und ein schlüssiges künstlerisches Gesamtkonzept verwirklicht. Beim Betreten der Kirche trifft der Betrachter zuerst auf eine Pietà (Bartholomäus Pertiller, 1715), ihr gegenüber hängt das expressionistische Kreuz von Franz Schreder (1938). Entlang der Kreuzwegstationen kommt man linker Hand zum größten Kunstschatz der Kirche, einem Marienbild mit Kind und Hl. Anna von Baroccio (1535-1612). Maria als „Mutter des Lebens“ hat auf der rechten Seite den Tabernakel von Hans Richter (1961) dem „Brot des Lebens“, als Gegenüber. In der Apsis fallen die Fenster von Prof. Uhl auf, die zur Linken Stationen aus dem Leben Mariens (Verkündigung, Geburt und Anbetung der Könige) und zur Rechten Tod und Auferstehung Jesu zeigen. Die Mitte bildet die von Hans Richter (1958 geschaffene und 2001 umgestaltete) Herz-Jesu-Figur, die den auferstandenen Christus in leuchtendem Silber darstellt. Seine ausgestreckten Hände bieten förmlich an, dass er uns entgegenkommen und tragen will. Der Altar (1974) als Zentrum von Apsis und Kirche stammt ebenfalls von dem Berchtesgadener Künstler Hans Richter, in Form eines antiken Sarkophages.

An der Außenseite zeugt die aus dem früheren Hochaltar stammende Herz-Jesu-Figur (in der Neufassung von Fa. Stein) vom Patrozinium unserer Pfarrkirche.