St. Johann Nepomuk

Pfarrer-Gruber-Str. 2, 83483 Winkl, Telefon: 08652-7251, E-Mail: PV-Bischofswiesen@erzbistum-muenchen.de

Pfarrei

Pfarrei

Die Gnotschaft Winkl bestand ursprünglich aus wenigen Anwesen, die sich kirchlich nach Großgmain orientierten. Erst mit dem Bau der Herz-Jesu-Kirche (1926) begab sich die Winkler Landbevölkerung nach Bischofswiesen. Wie in der Strub veränderte auch hier das III. Reich die bestehenden Verhältnisse massiv. Auf dem Gelände, das früher als „Pflanzgarten Winkl“ bezeichnet wurde, erstellte die „Organisation Todt“ in den Kriegsjahren Arbeiterlager, um Stollen und Bunkeranlagen in den Berg gegenüber der heutigen Bundesstraße zu bauen. Nach dem verlorenen II. Weltkrieg und der sich anschließenden Vertreibung (1946) siedelte die Besatzungsmacht den Großteil der ins Berchtesgadener Gebiet verwiesenen Heimatvertriebenen im Lager Winkl an. In den Jahren 1946 bis 1949 wohnten zeitweise über 2000 Vertriebene im Lager.

Die gesamte Gründerzeit der Pfarrei ist auf das engste mit dem Namen Walther Gruber (1911 – 1961) verbunden. Nach der Auflösung der Lager Dürreck, Antenberg, Anzenbach, Oberau und Strub, die er alle zu Fuß und bei jedem Wetter besuchte, galt seine große Sorge dem Lager Winkl. Er scheute keine Mühe, um wenigstens einmal in der Woche ein hl. Messe im Lager zu halten. Gegen alle Widerstände setzte er dies durch. Die ersten Messen zelebrierte er in einer kleinen Baracke, die 1946 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Danach verlegte er allwöchentlich die Messfeier in die neu aufgestellte Kinobaracke.

Für Pfarrer Ametsbichler bedeutete dieser Zuwachs an Pfarrangehörigen eine Überforderung. Lediglich 12 Jahre bestand seine Expositur unabhängig von Berchtesgaden, noch keine 2 Jahre war er Pfarrer für Bischofswiesen – da wurde die mühsam gebildete junge Pfarrei an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht. Die Gründung eines eigenen Seelsorgbereiches war unumgänglich. So halfen Kirchenbau und –gemeindegründung entscheidend mit, dass Heimatvertriebene im Berchtesgadener Talkessel integriert wurden.

Walther Gruber folgten Johann Wieser (1961 – 1962) und Walther Vothknecht (1961) als Kapläne nach. Unter Leitung von Walther Vothknecht erfolgten die Errichtung der Pfarrkuratie (1.3.1964) und die Erhebung zur Pfarrei (1.6.1967); im Dezember 1972 wechselte der Gründerpfarrer nach Fridolfing, das jetzt zum Landkreis Traunstein gehört.

Auf Pfr. Lolke Nijdam (1973-1975) folgen Pfr. Karl Hofherr (1975 – 1992) und Pfr. Andreas M. Zach (1993 – 2007), die Winkl im Verbund mit Bischofswiesen betreuten. Seit März 2000 ist Strub im Pfarrverband Bischofswiesen integriert. Zur Zeit leben in Winkl ca. 900 Katholiken. Das Pfarreigebiet ist wie folgt umschrieben: Die Pfarrgrenze zu Bischofswiesen beginnt am Großen Rauhen Kopf, zieht sich über den Seppengraben entlang über die Bischofswieser Ache und den Frechenbach bis zur Törlschneid am Lattengebirge. Nach Norden hin geht sie bis zum Dreisesselberg über den mittleren Rotofen bis zum Augustinergraben. Von da ab fallen Pfarr- und Landesgrenze zusammen. Die Ostgrenze zu den Pfarreien Marktschellenberg und Berchtesgaden läuft entlang des Hauptkammes des Untersbergs.