Pfarrverband Erdinger Moos

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Kirche St. Johann Baptist, Aufkirchen im Pfarrverband Erdinger Moos


Kirchenansicht aussen

Die Pfarrkirche in Aufkirchen wurde von 1725 bis 1731 erbaut.

Das Gebäude besteht aus einem fünfachsigen Langhaus mit eingezogenem und halbrundgeschlossenen Chor, der Sakristei an der Ostchorachse und dem stattlichen Zwiebelturm an der Westseite.

Dieser hat einen quadratischen Querschnitt, wobei die Geschosse durch kräftig profilierte und weitauskragende Gesimse gegliedert und die Ecken mit Lisenen versehen sind. Die Wände sind durch Pilaster mit kräftigem Gebälk gegliedert, die Stichkappentonne ist ohne Stuck, dafür mit leichtem malerischen Rokokodekor ausgeschmückt.

Betritt man das Gotteshaus, so fällt einem der lichtdurchflutete Innenraum sofort auf, der sich beim Blick zum beschwingten Hochaltar zur großartigen Harmonie steigert. Dieser grandiose, durch die Apsisfenster ins Licht getauchte, hellmarmorierte Rokokoaufbau von 1771 stammt von dem Dorfener Altarschreiner Matthias Fackler (1721 - 1792).

Von je drei glatten, schräggestellten und vorschwingenden Säulen flankiert ist der Mittelbau von einem, den Kirchenpatron darstellenden und vom Freisinger Maler J.B. Deyrer geschaffenen Gemälde geschmückt, zu dessen Seite die Jorhanschen Figuren der Heiligen Johannes und Andreas stehen. Im geschweiften Auszug sehen wir ebenfalls ein Gemälde, dessen untere Hälfte die Hl. Familie einnimmt, darüber Gott Vater und der Heilige Geist. Der ganze Altar ist mit Rocailleschnitzereien und Putten reich verziert. der Rokokotabernakel stammt aus der Zeit um 1775.

Die Seitenaltäre entwarf der Erdinger Maler Johann Michael Rieder, deren Ausführung 1736 der Erdinger Bildhauer Johann Michael Hiernle besorgte. Sie standen von 1736 bis 1770 in der Wallfahrtskirche Maria Thalheim und wurden dann nach Aufkirchen verkauft. Beide Altäre sind im Aufbau identisch: Je zweimal zwei gedrehte Sälen mit korinthisierendem Kapell, reich geschwellte Gebälkstücke und geschweiftem Auszug.

Blick aus Kirchenschiff auf Altar
Am nördlichen Seitenaltar setzte man ein Gemälde mit Maria und dem Jesuskind "Maria vom Troste" (Bruderschaft!) zur Verehrung ein; darunter befindet sich der Rokokoschrein mit Reliquien des Hl. Clemens. Am südlichen Seitenaltar die Figur des gegeisselten Heilandes, im Auszug Gemälde der schmerzhaften Muttergottes, über der Altarmensa (auf der "Leuchterbank") der mit Rokokoornamenten verzierte Schrein mit Reliquien des hl Johann Nepomuk. Auf beiden Altären sind je zwei größere Anbetungsengel zu sehen.

Aus der Rokokozeit stammen noch das Chorgestühl und die Beichtstühle. Über dem Sakristeieingang befindet sich ein Gemälde mit der Gemälde mit der Darstellung des hl. Johann Nepomuk, auf der 1. Empore (des 18.Jh) die Gemälde des hl. Johannes Kantius und der hl. Maria (um 1800). Die reichgeschmückte, eigentümlich rechteckige Barockkanzel (um 1700) wurde von der früheren Kirche übernommen und 1731 durch den Erdinger Maler Johann Michael Rieder neu gefasst. Dabei hatte der Freisinger Bildhauer Martin Sailler 1731 die Halbfiguren der vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) und Kirchenlehrern (Hieronymus, Ambrosius, Augustinus, Gregor) und eine "St. Salvator-"Figur neu hergestellt. Erwähnenswert ist das klassizistische Abschlußgitter im Langhaus vor der Empore aus der Zeit um 1790, die Sakristeitüre von Caspar Sandtner (um 1730) und das Vortragekreuz (um 1765). Den Taufstein fertigte 1729 der Erdinger Steinmetz Christian Pemeram an.

Seitenaltar
Nicht vergessen werden darf die Orgelgeschichte: Das erste Werk stellte 1735 der Landshuter Orgelbauer Franz Mitterreither auf, die zweite lieferte 1819 der Moosburger Ludwig Ehrlich. Das jetzige Werk stammt stammt von Franz Borgias Maerz (München) 1888, dessen Register (Manual C-f''': Bordun 16', Prinzipal 8', Gamba 8', Salicional gedeckt 8', Oktav 4', Rohflöte 4', Mixtur 2 2/3'; Pedal C-d': Subbass 16', Cello 8') auf mechanischem Kegelladen stehen, dem ein dreiteiliger Flachfelderprospekt in Formen der Neurenaissance vorgesetzt ist, in dessen überhöhtem Mittelturm ein für diese Zeit sonst äusserst selten anzutreffendes Uhrblatt eingebaut ist.

1864 wurden die alten 1851 Pfund schweren Glocken an den Erdinger Glockengiesser Josef Bachmair abgegeben, der dann im gleichen Jahr drei neue (Stimmung: E-G-H) lieferte (1820/1006/661 Pfund). Heute befinden sich folgende Glocken im Turm: kleine Glocke (mit Krone 87 cm hoch, 90 cm im Durchmesser) 1932 dem heiligen Josef geweiht; mittlere Glocke (100 cm/110cm) 1948 dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht; grosse Glocke (122cm/126cm) 1952 der Muttergottes geweiht, 22 Zentner schwer, Ton d'.

(Text von Georg Brenninger, Schröding)

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