Katholischer Pfarrverband Ampfing

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Neue Regelung bei Beerdigungen ab 1. September

Liebe Gläubige im Pfarrverband Ampfing!
 
Der Wegfall der zweiten Priesterstelle in unserem Pfarrverband zieht auch bei den Beerdigungen Veränderungen nach sich. Da nur noch ich zur Verfügung stünde, um am Beerdigungstag ein Requiem, also eine Totenmesse, zu halten, könnte es zu unguten Situationen kommen. Ich bin pro Jahr bis zu 10 Wochen nicht im Pfarrverband anwesend (Urlaub, Zeitausgleich, Exerziten, Fortbildungen). Wenn während einer solchen Woche ein Mensch stirbt, kann es also kein Requiem geben. Es könnte also passieren, dass ein Mensch stirbt, dem ebenso wie seinen Angehörigen die Eucharistie viel bedeutet hat, der dann aber ohne Messe beerdigt wird, weil ich nicht da bin. Umgekehrt könnte ein Mensch, der ebenso wie seine Angehörigen nicht zur Eucharistie gegangen ist, mit Messe beerdigt werden, nur weil ich zufällig dafür Zeit habe. Das empfände ich gegenüber dem ersten Todesfall als ungerecht und generell unpassend. Immer wieder haben wir zudem in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass zwar ein Requiem bestellt wird, dann aber nur wenige Gläubige zur Kommunion gehen.
Daher habe ich mich nach Beratung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Gremien dazu entschlossen, dass Beerdigungen im Pfarrverband ab September grundsätzlich nur noch mit Wortgottesfeier gehalten werden, auch dann, wenn ich eine Beerdigung übernehme.
Dennoch wird für jede Verstorbene und jeden Verstorbenen ein Requiem gefeiert, nur eben nicht am Beerdigungstag. Dazu wird pro Monat in nur einer Pfarrei eine Werktagsmesse reserviert als Requiem für alle, die im Pfarrverband im Monat zuvor gestorben sind. Jeden Monat ist eine andere Pfarrei dran.
 
Ein Beispiel:
 
Frau Mustermann aus der Pfarrei Heldenstein stirbt im März. Ihre Beerdigung wird ein paar Tage nach dem Todestag mit einer Wortgottesfeier gehalten. Ihr Requiem findet im April statt, da ist Rattenkirchen dran, also ist ihr Requiem in Rattenkirchen zusammen mit dem der übrigen im März Gestorbenen. In der Regel werden ohnehin Messen für Frau Mustermann in Heldenstein angegeben.  
 
Diese Regelung bietet aus meiner Sicht mehrere Vorteile:
 
1.) Es spielt keine Rolle mehr, wer gerade Zeit für eine Beerdigung hat, weil jeder Gottesdienstleiter dieselbe Gottesdienstform anbietet.
 
2.) Im Falle meiner Abwesenheit (Urlaub, Fortbildung, Krankheit) bin ich so leichter von den nicht-priesterlichen Mitarbeitern vor Ort zu vertreten.
 
3.) Wir beleben die Tradition des Sechswochenamtes wieder (Totenmesse ca. 1,5 Monate nach der Beerdigung), die früher aus gutem Grund der Brauch war.
 
4.) Denn für die Angehörigen wird so der Beistand der Mitchristen in der schwierigsten Phase des Trauerweges (einige Wochen nach der Beerdigung) noch einmal erlebbar.
 
5.) Somit wird für jeden Toten zweimal Gottesdienst gefeiert, eigentlich ein Mehrwert gegenüber der bisherigen Regelung.
 
6.) Wir gewöhnen uns schon an die Zukunft, denn die Personaldecke bei den Priestern wird noch dünner werden, und dann wird ein Priester, der für den halben Landkreis zuständig sein wird, nicht überall Einzelrequien feiern können.
 
7.) An Werktagen, wo es sinnvoll ist, zwei Messen zu halten (wichtiger Tag für die Schwestern und Patrozinium in einer Filialkirche), kann dies ohne Probleme geschehen, weil eine  Beerdigung an diesem Tag keine unerlaubte dritte Messe nach sich ziehen würde.
 
8.) Dem Pfarrverbandsgedanken wird dadurch Rechnung getragen, dass aller im gleichen Monat im Pfarrverband Verstorbenen in einer Feier gedacht wird.
 
Gleichwohl ist mir bewusst, dass diese Veränderungen im besonders sensiblen Bereich der Beerdigungen bei manchen Menschen erst einmal Befremden und Ablehnung auslösen wird. Eine gute Lösung für dieses Problem als Folge des Priestermangels gibt es nicht. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass der vorgeschlagene Weg von allen schlechten Möglichkeiten die am wenigsten schlechte ist. Wie in so vielen Fällen braucht es auch hier sicher eine Zeit des Umgewöhnens.
 
Herzliche Grüße
Martin Ringhof
Pfarrverbandsleiter