Zum Tod unseres Kirchenverwaltungsmitglieds Josef Sterr
Der plötzliche Tod von Josef Sterr am Neujahrsmorgen 2026 hat in der Pfarrei Maria Dorfen Bestürzung ausgelöst, zählte der Altbürgermeister doch über Jahrzehnte hinweg zu den aktiven Gemeindemitgliedern. Der regelmäßige Gottesdienstbesuch bedeutete für ihn eine Selbstverständlichkeit und auch eine Kraftquelle für den Alltag.
Schon als Ministrant war er im Einsatz, als er 1960 mit seiner Familie nach Dorfen zog. Geprägt hat ihn dann seine Schulzeit im Knabenseminar auf dem Freisinger Domberg. Anschließend engagierte er sich in Dorfen in der kirchlichen Jugend und bei der Kolpingsfamilie, deren Auflösung 1972 er sehr bedauerte und vergeblich zu verhindern versuchte. 1969 war er in den ersten Pfarrgemeinderat gewählt worden, dem er 3 Perioden angehörte, bis 1982. Dabei setzte er vor allem in der Jugendarbeit Akzente. Zusammen mit mehreren Freunden organisierte er ein Zeltlager auf einem Bauernhof bei Gebensbach und ein Johannisfeuer auf dem Ruprechtsberg. Auch bei den Jugendnachmittagen in der ehemaligen Knabenschule half er mit.
Nach seinem beruflichen Aufstieg bis hin zur Leitung der Realschule Landshut und seiner politischen Karriere, die ihn 1996 an die Spitze der Stadt Dorfen führte, fehlte ihm die Zeit für weitergehendes kirchliches Engagement. Als Kommunionhelfer blieb er aber seit seiner Berufung im Jahr 1983 bis zuletzt aktiv, insgesamt also mehr als 40 Jahre lang. An der Entwicklung von Seelsorge und Gemeindeleben nahm er stets interessiert Anteil. Bei kontroversen Fragen scheute er sich nicht, Position zu beziehen. Wann immer es ihm möglich war, besuchte er mit seiner Frau Pfarrfeste und Kirchenkonzerte. Seit fast einem halben Jahrhundert gehörte er der Männerkongregation an; ebenso der 1999 wiedergegründeten Kolpingsfamilie. Ein Bedürfnis war es ihm auch, an den seit 2022 durchgeführten ökumenischen Friedensgebeten teilzunehmen.
2024 kandidierte er erfolgreich bei der Wahl der neuen Kirchenverwaltung. Im neuen Gremium zeigte er sich hochinteressiert und brachte seine beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen gerne ein. Auch für den Haushalts- und Personalausschuss des Pfarrverbands stellte er sich zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit Herrn Sterr gestaltete sich als höchst angenehm, weil er allen stets auf Augenhöhe begegnete, vorurteilsfrei und wertschätzend. Kritik wusste er konstruktiv und moderat zu formulieren, ganz seiner christlichen Geisteshaltung entsprechend. Stets war er auch bemüht, christliche Werte im Schuldienst und in der Kommunalpolitik umzusetzen. So erwies Josef Sterr sich als durch und durch integre Persönlichkeit. Sein Beispiel wirkt in allen fort, die ihn kannten und schätzten. Trotzdem erfüllt uns sein Tod mit Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie.