Pfarrverband Erdinger Moos

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Geschichte Aufkirchen im Pfarrverband Erdinger Moos

Bei dem Dorf Aufkirchen haben wir es mit einem uralten Siedlungsplatz in Altbayern zu tun. Der Ort entstand um einen der Herzogshöfe, die im frühen Bayern an den zum Salztransport verwendeten Römerstassen lagen.

Bereits in der Diozesanbeschreibung des Bistums Freising unter Bischof Konrad aus dem Jahr 1315 wird Aufkirchen als Pfarrei beschrieben:

Aufkirchen... h(abe)t IIII filias: Innung, duo Dieng, Chaempfing & Notzing.

Diese Angaben besagen, dass Aufkirchen bereits in dieser Zeit religiöses Zentrum für das gesamte Gebiet am Moosrain von Moosinning bis Schwaig war.

Die Ursprünge reichen allerdings wesentlich weiter zurück. Aus dem Kirchenpatrozinium St. Johann Baptist in Aufkirchen und den herrschaftlichen Besitzverhältnissen zum Ende des ersten Jahrtausends ist zu schliessen, dass sich Aufkirchen als Kirchort zu Anfang der Christianisierung, zur Zeit der Ausbildung des bayrischen Herzogtums, im 8. Jahrhundert, gebildet hat. Die Wurzeln dürften in einer sogenannten eigenkirche liegen.

Durch die Vielzahl von Urkunden aus den folgenden Jahrhunderten ist die geschichtliche Kontinuität gesichert. Dabei spielen die Pfarrherren von Aufkirchen und die jeweiligen Besitzer von Schloss Notzing eine herausragende Rolle.

Eine wesentliche Bereicherung erfuhr die Pfarrei mit dem Neubau der Pfarrkirche, die das Ortsbild bis heute entscheidend prägt.

Durch die jeweilige Bedeutung der Pfarrherrn und Priester in der Urpfarrei, deren Sprengel den gesamten Moosrain von Moosinning, Eching, Kempfing, Stammham, Aufkirchen, Notzing, Niederding, Oberding und Schwaig umfaßte, war auch Aufkirchen für viele Jahrhunderte geistliches und geistiges Zentrum. Das betrifft das Schulwesen ebenso wie das gesellige Zusammenleben in den Vereinen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung wie z.B. die zentrale Wasserversorgung oder die Stromversorgung wurden um die Jahrhundertwende von den Pfarrern gefördert.

Eine besondere Bedeutung erlangte Aufkirchen bei der bayrischen Landesvermessung 1801 und der damit einhergehenden Reform des gesamten Verwaltungswesens. Den Anfang für dieses einmalige Werk bildet die Messung der Grund- und Basislinie zwischen dem nördlichen Turm des Münchner Frauendoms und dem Kirchturm Aufkirchens. In Zusammenhang damit kam es zur Bildung der politischen Gemeinde und der Anlage des Grundsteuerkatasters.

Eine gravierende Änderung der gesamten Bevölkerungsstruktur und des Sozialwesens verursachte der Bau des Mittleren Isarkanals von 1920 bis 1925 mit der Kraftwerkstreppe Aufkirchen. War die Reform mit der Landesvermessung der Eintritt in das moderne Zeitalter, so war die Errichtung des Isarkanals der endgültige Aufbruch in das Maschinen- und Technikzeitalter.

Bis dahin war das Leben in den Dörfern ausschließlich geprägt von der Landwirtschaft, dem Wetter und dem kirchlichen Kalender. Von nun an lebten auch Familien von reiner Lohnarbeit und den damit verbundenen Folgen von Urlaub und Freizeit in den Ortschaften.

(Auszüge aus der Chronik der Gemeinde Oberding und Texten von Georg Gruber.)

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