Pfarrverband Wartenberg

Strogenstr. 17, 85456 Wartenberg, Telefon: 08762-1231, E-Mail: Mariae-Geburt.Wartenberg@erzbistum-muenchen.de

Unsere Glocken

Die Glocken dienen dazu, die Gläubigen zusammenzurufen und den Beginn des Gottesdienstes festlich zu begleiten. Aber auch während des Gottesdienstes machen sie durch kurze Zeichen die zu Hause Gebliebenen auf den Fortgang der gottesdienstlichen Feier aufmerksam (Evangelium- und Wandlungsläuten) und ermöglichen ihnen einen betenden Anschluss. Sie dienen aber auch der Aufforderung zum privaten Gebet, erklingen bei Taufe, Hochzeit und Tod und drücken allgemein die Freude der Gläubigen aus (bei Prozessionen, Empfängen und Einzügen). Bei dem in vielen Ländern bestehenden engen Verhältnis von kirchlicher und politischer Gemeinde ist es verständlich, dass die Glocken oft auch "profanen" Zwecken dienen (Läuten bei Hochwasser- und Feuersgefahren, Siegesläuten, etc.).
Diese Aufgabe übernehmen in unserer Pfarrgemeinde die Sankt Antonius Glocke, die Ave Maria Glocke, die Sankt Josefs Glocke, die Herz Jesu Glocke und die Sankt Creszentia Glocke, welche Sie in den folgenden Abschnitten näher kennenlernen können:
  • 1er: Die St. Antonius-Glocke ist die größte und tiefste Glocke in unserer Pfarrkirche. Sie läutet nur zu besonderen Anlässen (z.B.: Hochzeiten, Hochämtern oder Beerdingungen). Oben an der Glocke befindet sich ein Schild mit folgender Aufschrift: „St. Anton bin ich getauft, Anton Ostermaier hat mich gekauft. Ich will klingen und läuten zu Gottes und des Heiligen Ehr, will bitten den Herrn: Gib den Menschen Segen auf der Erd, und ewige Ruh' beim Himmlischen Heer!“ Die Glocke wurde 1948 gegossen von J. F. Weule aus Bockenem am Harz aus dem Material Euphon (= Klangguss) und hat daher keine Glockenkrone. (Gewicht: 2.600kg; Höhe: 150cm; Durchmesser: 180cm; Ton: Des)
  • 2er: Die Ave Maria Glocke wird mit am häufigsten eingesetzt. Sie wurde von Magdalena und Michael Schöttl gestiftet zu Ehren der Mutter Gottes von der immerwährenden Hilfe. Die Glocke wurde ebenfalls 1948 von J. F. Weule gegossen (Gewicht: 1.300kg; Höhe: 116cm; Durchmesser: 130cm; Ton: F)
  • 3er: Die St. Josefs-Glocke wurde gestiftet zu Ehren des Hl. Josef, von Bürgermeister Josef Loibl, Wartenberg und dessen Frau Katharina. Sie stammt wie die meisten Glocken in der Pfarrkirche aus der Gießerei J. F. Weule und wurde ebenfalls 1948 gegossen. (Gewicht: 500kg; Höhe: 90cm; Durchmesser: 100cm; Ton: B)
  • 4er: Die Herz-Jesu-Glocke sticht als einzige ein wenig aus den anderen hervor, nicht nur weil sie aus der Gießerei von Rudolf Oberascher stammt, sondern auch weil sie als einzige die Beschriftung direkt auf der Glocke trägt, zusammen mit einem 20 cm großen Herz Jesu Relief und der Inschrift: "Heiligstes Herz Jesus, erbarme dich unser". Sie hat als einzige der 5 eine Glockenkrone und wurde 1920 in der Landsbergerstraße in München aus Bronze gegossen. (Gewicht: circa 500kg; Höhe: 82cm; Durchmesser: 110cm; Ton: as +1/16)
  • 5er: Die St. Creszentia-Glocke, auch Sterbeglocke genannt, ist die kleinste der 5 Glocken und sticht durch ihren hellen blechernen Klang hervor. Sie wurde gestiftet zu Ehren der Hl. Creszentia von Frau Creszenz Loibl aus Wartenberg und wurde im Jahr 1948 ebenfalls von J. F. Weule gegossen aus Bockenem am Harz. (Gewicht: 300kg; Höhe: 75cm; Durchmesser: 85cm; Ton: Cis)
Neujahrsläuten: Immer am ersten Januar um 0 Uhr ist das Neujahrsläuten mit allen 4 großen Glocken (1er, 2er, 3er und 4er). Zuerst startet die hellste Glocke, die anderen setzen der Reihe nach ein und läuten gemeinsam für circa 6 bis 8 Minuten und begrüßen das neue Jahr.

Morgengebetsläuten: Jeden Tag um 5:30 Uhr wird zum Morgengebet geläutet. Hierbei kommt die 2er Glocke zum Einsatz und läutet für circa 2 Minuten. Zusammen mit dem Mittagsgebets- und dem Abendgebetsläuten gehört das Morgengebetsläuten zu den drei Angelus Läuten, begleitet mit dem Gebet zum Engel des Herrn.

Das 12 Uhr Läuten: Jeden Tag mittags findet das 12 Uhr Läuten mit der 2er Glocke statt. Sie ruft zum Mittagessen und zum Mittagsgebet. Aus theologischer Sicht soll das Mittagsgeläut die Menschen für eine kurze Zeitspanne aus ihrer Alltagstätigkeit in Büro, Haushalt, Schule oder Werkstatt herausholen. Zu mindest für die Dauer des Läutens soll ihnen bewusst werden, dass es noch Bedeutenderes gibt als das, was momentan scheinbar so unaufschiebbar erscheint. Ein kurzer Augenblick der Besinnung an das, was wirklich wichtig im Leben ist.

Abendgebetsläuten: Jeden Tag bei Sonnenuntergang (circa zwischen 17:30 und 19:30) wird mit der 2er Glocke zum Abendgebet geläutet, danach läutet noch kurz die 3er Glocke hinterher zum "Vater unser für die Armen Seelen".

Sterbegeläut: Jeweils zum Sterberosenkranz eines Verstorbenen läutet die kleinste Glocke, die Sterbeglocke, am Anfang des Rosenkranzes für circa 2 Minuten bis das erste Vater Unser gebetet wurde.

Gottesdienstläuten: Zum drei-viertel Läuten vor dem Gottesdienst läutet normalerweise die 2er Glocke. Bei Festtagen (z.B.: Hochzeiten, Hochämtern oder Beerdigungen) kommt die 1er zum Einsatz. Danach zum "5 vor Läuten" kommen auch die Kleineren zum gemeinsamen Einsatz (die 2er, 3er und 4er).

Feierabendläuten: Jeweils am Samstag um 15:00 Uhr ist das Feierabendläuten mit den Glocken 2er, 3er und 4er. Zuerst beginnt die kleinere Glocke, bis dann alle drei läuten. Zu Zeiten der sechs Tage Woche war am Samstag bereits früher Feierabend und die Knechte und Mägde freuten sich darauf, um drei Uhr nachmittags schon vom Feld nach Hause gehen zu dürfen.

Freitagsgebet: Jeweils freitags um 11:00 Uhr ist das Freitagsgebet mit der 3er Glocke. Danach läutet noch die größte Glocke, die 1er, hinterher. Sie erinnern jeden Freitag an den Tod Jesu Christi, welcher um die 9te Stunde – also um 11 Uhr – zum Himmel rief "Vater, in Deine Hände befehle ich meinen Geist".

Läuten zu Ostern: Am Gründonnerstag, beim letzten Abendmahl, läuten die Glocken bis zur Auferstehung Jesu Christi zum letzen Mal. In der Osternacht zum Gloria läuten nach 3-tägiger Stille alle 4 großen Glocken erneut.

Läuten bei Papstereignissen: Beim Tod von Papst Johannes Paul II läuteten die Glocken 1 bis 4 ungefähr 15 Minuten lang. Nach der Wahl von Kardinal Josef Ratzinger zum neuen Papst Benedikt XVI läuteten ebenfalls alle Glocken für circa 15 Minuten.

Und so begleiten uns die Glocken bewusst oder auch unbewusst durch den Tag und erinnern uns Christen an den auch im Alltag gelebten Glauben.