Pfarrei St. Margaret

Erdingerstraße 1, 85570 Markt Schwaben
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Margaretenzyklus an der Emporenbrüstung in der katholischen Pfarrkirche St. Margaret in Markt Schwaben

Den Glauben gelehret: den wahren Gott ehret, steigt höcher an Prombtheit, als Jupiters Gottheit.

Den Glauben gelehrt: den wahren Gott ehrt, wird weiser als Jupiter (der weiseste Gott der Römer).
Die Tochter von Vattern mainaidig verrathen, Zum Richter wird geführet: wurdt doch nit verführet.

Unter Meineid verriet sie ihr Vater und brachte sie vor den Richter. Dieser konnte sie nicht zum Götzendienst verführen.
Mit Ruethen geschlagen, will doch nit verzagen. Mit kraulichen herzen verhalt sie der schmerzen.

Man hatte sie mit Ruten geschlagen, doch sie verzagte nicht. Mit schwerem Herzen ertrug sie die zugefügten Schmerzen.
In gfängnüs wirdts gstossen, mit eisen verschlossen. Gott also vor allen sein Schaz Pflegt aufbhalten.

In das Gefängnis kam sie und wurde mit Eisen gefesselt. Gott hat seinen Schatz (Margaret) vor Schaden bewahrt.
Die Heldin voll schaden, hat Gott zu sich gladen, Der völlig sie haillet, Neu störcke mitthaillet.

Wie eine Heldin hat sie die Marter ertragen. Sie rief Gott an, er heilte und stärkte sie.
Ins Wasser geseckhet, schon halb war ertrenckhet. Das Herz sich erhöbet, dem Wasser obschwebet.

Man stieß sie ins Wasser und war fast ertrunken. Doch Gott hat sie erhoben und gerettet.
Würdt gsechen im leben von englen umbgeben. Wer wolte nit streitten, den d. Engel begleitten.

Die Engel leisteten ihr Beistand im Streitgespräch mit den Heiden bzw. Häschern.
Durch schwert ist erlegen, wie d. Martyrer pflegen. Die villmer Gott ehrten, wans fiellen zur Erden.

Sie lobte Gott, wurde mit dem Schwert hingerichtet und fiel zur Erde.

Bilder und Text:


Peter Rohne, Markt Schwaben, Dezember 2002
Auf grasreichen Haiden die Schaf sie muaß waiden. Was than für Vieh weitten, wan Jungfrau heitten.

Auf grasreichen Heiden mußte sie die weidenden Schafe hüten. Was sie für das Vieh tat, wan Jungfrau heitten.
Jungfräuliches Mansbildt der Richter dis Weibsbildt. Mit allen Liebszaichen nit Khünte erwaichen.

Der Richter war ein junger Mann. Seine Liebeszeichen konnten sie nicht erweichen.
Mit Hackhen zerrissen, an glidern verschlissen, ohn seuftzen und wainen war am gmüeth ganz stainen.

Haken zerrissen ihr Haut und Glieder. Ohne Seufzen und Weinen blieb sie standhaft.
Der Teuftel im trackhen thuet d. Jungfrau anpackhen. Die Zan umbsonst bläckhet, das Kreuz ihn erschröckhet.

Der Teufel (als Drachen verkörpert) wollte die Jungfrau verführen. Als sie ihm das Kreuz entgegenstreckte, zeigte er die Zähne.
An Roslramb austennet, mit fackheln gebrennet: wie rauch sie alls achtet, wie schatten verachtet.

Am Rostrahmen ausgedehnt/aufgehängt, fügte man ihr mit Fackeln Brandwunden zu. Die Schmerzen verflogen wie Rauch und waren unbedeutend wie ein Schatten.
Die Göttliche dauben wegen Sterckhe im glauben. Der Jungfrau Lob singet, das Kränzlein mitbringet.

Der heilige Geist stärkte ihren Glauben. Die junge Frau lobte Gott und versprach sich ihm.
Der SPONS sich ihr neiget, den Adelsitz zeiget, umb den sie bluett geben drin ewig zu Leben.

Gott (SPONS = Bräutigam) neigte sich ihr zu und zeigte ihr das Paradies. Um darin zu leben gab sie ihr Blut.