Katholisches Bildungswerk Erding e.V.

Kirchen-Entdecker-Tour - ein Projekt des Katholischen Bildungswerks Erding e.V.

⛪ 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗶𝗿𝗰𝗵𝗲 𝗦𝘁. 𝗝𝗮𝗸𝗼𝗯𝘂𝘀


Die Kirche in Kempfing ist, wie weitere sechs Kirchen im Landkreis, dem Hl. Jakobus dem Älteren geweiht (Pullach, Gaden, Neukirchen, Großwimpasing, Jakobrettenbach).

Ursprünglich war dort ein romanischer Backsteinbau mit Rundbogenfenstern (erste Nachweise um 1200). Ein Rundbogenfenster ist heute noch hinter dem Hauptaltar erhalten. Auf der Westseite befand sich ein kleiner Turm mit zwei Glocken.

Um 1450 wird an der Nordseite ein Kirchturm angebaut. Im Erdgeschoss des Turms ist die Sakristei; sie wurde mit einem gotischen, sternförmigen Rippengewölbe und das Presbyterium mit einem Kreuzgratgewölbe ausgestattet.

Um 1790 wurden dringende Reparaturen durchgeführt. Es wird berichtet, „ob nicht allenfalls diese Filiale entbehrlich wäre und nach und nach eingehen könnte.“ Dies jedoch verhinderten die Kempfinger.

1868 schlug ein Blitz in den Turm ein und es entstand großer Schaden an den Fenstern, der Kanzel und den Bänken. Diese Schäden wurden im selben Jahr behoben.
1869 wurde der Seitenaltar neu gefasst und vergoldet. Dies geschah auf Veranlassung des Kirchenpflegers und wurde aus der Ortsgemeindekasse bezahlt.
1873 wurde die Kanzel an der Nordseite abgebrochen.
Von 1896 bis 1906 wurde die Kirche mit großer Eigenleistung der Ortschaft renoviert.
1906 schreibt Pfarrer Joseph Mittermair von Aufkirchen: „Die Kirche wird von den Bewohnern zur Privatandacht sehr fleißig benützt.“
In den Jahren 2001 – 2006 wurde die Kirchen vollständig innen und außen renoviert.
Die Renovierung lag in den Händen des Kirchenpflegers der enorm unterstützt wurde durch Diakon Lenz. Fast 2000 Stunden (!) wurden an Eigenleistung erbracht.

Zum Bild beim linken Seitenaltar, in der Bildergalerie Nr. 5:
Das Verlöbnisbild der Ortschaft Kempfing wurde im Jahre 1720 wegen einer Tierseuche gespendet. Dargestellt ist die Kempfinger Kirche, mit zwei strohgedeckten Höfen (ein Hof wurde beim Brand zerstört); dahinter die Kirche in Aufkirchen. In der Mitte ist die Muttergottes mit dem Jesuskind; links davon Papst Sylvester, rechts der Hl. Leonhard. Darüber ist Gottvater, die Taube (für den Hl. Geist) umrahmt von Engeln. Darüber ein Auszugsmedaillon mit der Hl. Familie.

Der Kreuzweg wurde von einem Kempfinger 1835 gestiftet.

Zu den Glocken:
Aus dem Jahr 1555 ist eine Glocke mit der Kreuzigungsgruppe und der Aufschrift „Rex gloriae veni cum page“ erhalten. 1940 werden zwei Glocken weggebracht. 1952 wird eine neue Glocke zu Ehren des Hl. Jakobus eingeweiht (gegossen von Fa. Czudnochowsky in Erding ).

An der Südseite in der Kirche befindet sich eine Schwarze Madonna von Altötting. Sie soll der Legende nach daran erinnern, dass sie während des dreißigjährigen Krieges in Kempfing zum Schutz ausgelagert war.
 
Quellenangabe:
Alle Informationen zur Kirche stammen von Lorenz Adelberger aus Kempfing und wurden von ihm aus verschiedenen Quellen zusammengestellt.