S’Lebn is a ständigs Abschiednehma … ned nur vom oidn Jahr, sondern vo da Geburt bis zum Tod. Abschied vo da Kindheit, da Jugend
… vielleicht a vo da erstn großen Liebe.
Abschied vo de Eltern, um auf eigene Fiaß zu steh.
Abschied nach Jahrzehnten in a Ehe, weil’s hoid nimma ganga is.
Abschied nehma vo da Heimat aus beruflichen Gründen. Abschied vo da Konfektionsgröß’ oder da Haarpracht … und a des gehört dazu - von manche Wünsch’ und Träume.
Mehr als 15 Millionen Menschen deutscher Volkszugehörigkeit ham von 1944 bis '48 zwangsweise Abschied aus ihrer Heimat nehma miassn und manche – so wia mei Vater - ham des nia verarbeit. Und a heut noch verabschiedn sich Menschen vo dahoam und erhoffn sich a bessre Zukunft, weil sie u. a. wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt werden.
Abschied nehma … aus’m kirchlichen Dienst heißt’s a oiwei dann, wenn sich a kath. Priester ehrlich zur Liebe einer Frau oder eines Mannes bekennt.
Abschied nehma a oiwei mehra Menschen vo da Kirch’, weil sie für vui a Institution is, weit weg von ihrer eignen Lebenswelt mit manchmal ned nachvollziehbaren Bestimmungen.
S’Abschied nehma wird aber a – i erleb’s oiwei wieda - zu Lebzeitn im wahrsten Sinn des Wortes versäumt oder totgschwiegn, wenn’s darum geht, die sog. „letzten Dinge“ rechtzeitig zu regeln.
Wia wichtig is für manche – hab i mir dacht – sich wos vo da Seele zu schreibn … anlässlich eines bevorstehenden Abschieds … und dabei denk i an den Abschiedsbrief eines 15 Jährigen vor seim Suizid 2015. Ich liebe euch alle, aber ich hasse mich hat er gschriebn und er selbst hat nur den oana Ausweg für sich gfundn, um endlich „erlöst“ zu sein. Was geht Sterbendn – hab i mir dacht - eigentlich kurz vor ihrm Tod no durch’n Kopf? In vui Fällen kennan sich Menschen nimma richtig äußern, doch die-jenigen, die’s kennan, woilln vor allem oans … Seelenfriedn findn.
Die letztn Worte eines Menschn habn oiwei a bsonders Gwicht … warum oiso ned heut’ - am Neujahrstag - drüber nachdenkn …
fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. A internationaler Bestseller aus dem Jahr 2012 von
Bronnie Ware, einer Australierin, die jahrelang als Palliativpflegerin garbeit hat. Sie hat todkranke Menschen in den letztn Wochn ihres Lebens begleitet. Und oiwei, wenn sie ihre Patientn gfragt hat, was sie in ihrm Leben bereut habn oder lieber anders gmacht hätten, san meist die gleichn Themen zur Sprache kemma.
1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten. Nichts habn die Sterbenden häufiger bereut, ois dass sie ned das Lebn gführt habn, das sie eigentlich hättn führn wolln. Die meisten ham ned amoi die Hälfte ihrer Träume verwirklichn kenna. Wie ist des eigentlich bei uns? Habn mia a Träume?
2. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet. Nia hab i mir Zeit für des oder den gnumma … hab i oft gnuag ghört … und jetzt? „Hätt i bloß“ … war oane der häufigstn Aussagn in meine 20 Berufsjahr in der Rehaklinik, die mir gsagt wordn san. Und a des kenn ma: des mach i dann ois moi, wenn i in Rentn bin. Gott sei Dank hab i nia so dacht und scho vorher glebt.
3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. In den Gesprächen - so schreibt Ware -
hab ich erlebt, dass viele Menschen jahrzehntelang ihre Gefühle aus Angst oder um des lieben Friedens willen unterdrückten. Sie trugen immer mehr Verbitterung und Groll mit sich herum, bis sie krank wurden. Da Mutter war nia a Freund ihrer Tochter recht. Sie hat erst gheirat, nachdem d’Mutter gstorbn war und für Kinder war’s dann scho spat. Ois Schwiegersohn hat er nia was z’meldn ghbat und drunter glittn. Jetzt muss de Tochter de pflegebedürftige Mama ganz alloa pflegn.
4. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten. I erleb’s oiwei wieder, dass Menschen drunter leiden, weil die sozialn Kontakte irgendwann weg brocha, aber a oft aus irgendoam Grund eigschlafa san … weil vielleicht „des oder des“ oiwei vui wichtiger war. Warum ned oafach moi an Kontakt wiederherstelln … vielleicht scho bevor ma irgendwann a Karte zur „herzlichen Anteilnahme“ in einem Todesfall verschickt.
5. Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt. Nach Bronnie Wares Erfahrung erkennen vui Menschen erst am Sterbebett, dass jeder selbst entscheidet … glücklich oder unzufriedn zu sein. Man kann neugierig und mit am Lächeln durchs Lebn geh’ oder man ko an allem was auszusetzn habn und ois nur negativ sehn.
Finde heraus - schreibt die Autorin am Schluss des Buches – und i glaub das gilt für jeden von uns … vielleicht grad am Beginn eines neuen Jahres -
Finde heraus was für Dich wichtig ist im Leben. Dann kannst Du Dich Tag für Tag darauf konzentrieren. Und am Ende Deiner Tage wirst Du nichts bereuen. Wir wissen es ... warum ändern wir nichts? hat der Autor George Carlin anlässlich des Todes seiner Frau gschriebn …
Vergesst nicht mehr Zeit denen zu schenken,
die Ihr liebt, weil sie nicht immer
mit Euch sein werden.
Sagt ein gutes Wort denen,
die Euch jetzt voll Begeisterung
von unten her anschauen,
weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden.
Schenkt dem Menschen neben Euch
eine heiße Umarmung,
denn sie ist der einzige Schatz,
der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet.
Sagt dem geliebten Menschen:
Ich liebe Dich und meint es auch so.
Ein Kuss und eine Umarmung,
die von Herzen kommen,
können alles Böse wiedergutmachen. Schätzt die Augenblicke,
wo Ihr zusammen seid,
denn eines Tages wird dieser Mensch
nicht mehr neben Euch sein.
Findet Zeit miteinander zu sprechen,
findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt
miteinander zu teilen,
- denn das Leben wird nicht gemessen
an der Anzahl der Atemzüge,
sondern an der Anzahl der Augenblicke,
die uns des Atems berauben.
Ein Text, der mich sehr nachdenklich gemacht hat …
Schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid. Findet Zeit, miteinander zu sprechen, findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen … Und ich ergänz diese Zeilen heut’ am Welttag des Friedens: Findet Zeit schließt Frieden, findet Zeit einander zu vergeben und findet Zeit am Herrgott oiwei für ois zu danken und nichts als selbstverständlich zu sehn.
Des wünsch ich euch allen – auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria – für’s Neue Jahr.