Stadtkirche Bad Aibling

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Weltjugendtag2013

Gedanken zum Pfingstfest 2017

"Soll alles so bleiben wie es ist?"
Wenn dieser Gedanke vor 2000 Jahren in Jerusalem gesiegt hätte, dann würde keiner von Ihnen diese Zeilen auf unserer Homepage lesen, denn die Sache Jesu wäre nach seinem Tod schnell in Vergessen-
heit geraten. Die "Sache mit Jesus" wäre im Sand verlaufen, gäbe es Pfingsten nicht!
Und dennoch bleibt Pfingsten irgendwie ein sperriges Fest. Ein verlängertes Wochenende und ein immer mal wieder auf der Streichliste stehender Feiertag. Sehr viel mehr fällt den meisten Menschen zu Pfingsten, dem dritten kirchlichen Hochfest, oft nicht ein. Und selbst die Welt des Konsums kann sich irgendwie keinen Reim auf dieses Fest machen, keinen Profit daraus schlagen. Man muss keine Bäume kaufen, keine Strohsterne basteln oder Ostereier färben. Man kann sich den Heiligen Geist schlecht als Schokoladentaube vorstellen.
Pfingsten ist so ganz anders als Weihnachten mit dem Kind in der Krippe, so ganz anders als Ostern, an dem das Leben neu aufbricht. Geburt und Tod, das sind Lebenswirklichkeiten, mit denen jeder Mensch in Berührung kommt. Aber was hat Pfingsten zu bedeuten?
Pfingsten hat mit dem Heiligen Geist zu tun, sagen die noch etwas stärker im christlichen Glauben Verwurzelten. Aber auch für viele Christen bleibt das Verhältnis zum Heiligen Geist oft blutleer und abstrakt. Dabei wissen sie immerhin mehr als die Anhänger Jesu, die Paulus in der Apostelgeschichte fragt, ob sie den Heiligen Geist empfangen hätten: "Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es den Heiligen Geist gibt", so die ernüchternde Antwort.
Was an jenem Tag in Jerusalem geschah, das beschreibt Lukas in der Apostel-geschichte im zweiten Kapitel: "Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem die Jünger waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteil-ten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab." In Jeru-
salem lockt dieses seltsame Ereignis eine neugierige Menschen-menge an, Juden aus allen möglichen Landesteilen, viele aus der Diaspora, da-runter Ägypter, Römer, Kreter oder Araber, geraten "außer sich vor Staunen", denn jeder hört die Jünger plötzlich in seiner Muttersprache reden, versteht auf wundersame Weise, was gesprochen wird. Pfingsten als Wunder Grenzen überschreitenden Ver-
stehens.
Pfingsten ist das Fest, das Menschen in Bewegung bringt, wenn wir uns zu Pfingsten der Lebendigkeit des Anfangs der Kirche aussetzen. Und Pfingsten erinnert uns daran, dass wir als Kirche Jesu nicht in verschlossene Räume gehören, wo wir nur mit uns selber und unseren resignierenden Gedanken beschäftigt sind. Als Christen  Wir gehören als Christen nach draußen. Und damit ist nicht der Wald gemeint, in dem wir spazieren gehen, sondern nach draußen in die Welt, wo wir inmitten aller Trost-
losigkeit von den guten Taten Gottes erzählen sollen, wo Gottes Geist wehen und wirksam werden will. Und wo dieser Geist Gottes weht, werden Türen aufgestoßen, ist Bewegung erkennbar und erfahrbar: aus Verschlossenheit wird Öffnung, aus dem Weglaufen wird Aufbruch und aus Hilflosig-
keit wird Mut! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen bewegte Pfingsttage und eine Geist-reiche kommende Zeit!
Im Namen des Seelsorgeteams Bernd Schmitz, Diakon