Pfarrverband Aying-Helfendorf

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St. Nikolaus Winter
St. Nikolaus leicht schneedeckt.

St. Nikolaus, Peiß

Vermutlich im Jahre 1366 war in Peiß eine gotische Kirche errichtet worden, auf deren Grundmauern Baumeister Johann Mayr der Ältere von der Hausstatt und Zimmermeister Andreas Hauser aus Bad Aibling den Sakralbau im barocken Stil 1696 erneuerten. Es handelt sich um einen typischen Barockbau Miesbacher Prägung, der im Ortskern liegt und von einem ummauerten Kirchhof umgeben wird.
Heute noch ist die gotische Anlage des Baus erkennbar: ein stattliches, vierjochiges Langhaus, dem sich im Osten ein polygonaler und eingezogener Chor anschließt. Im Westen steht mittig der Turm, der sich über quadratischem Grundriss erhebt, an den oberen Geschossen zum Achteck wechselt und oben mit einer Zwiebel schließt. Langhaus und Chor zeigen vertikal gliedernde Pilaster, zwischen die hohe Rundbogenfenster, am Chor sind zusätzlich liegende Ovalblendfenster zu sehen, eingesetzt sind. Ein einheitliches Gesims unterhalb des beeindruckenden Daches zieht sich um den gesamten Bau.
Innenraum St. Nikolaus
Der wunderschöne Innenraum von St. Nikolaus.
Im Inneren öffnet sich der lichte Saal, der von einer flachen Gewölbetonne überspannt wird. An den Wänden sind es mächtige Pilaster, die das Gewölbe optisch auffangen. Im Westjoch des Raumes ist eine hölzerne Empore eingebaut. Die Gewölbe in Chor und Langhaus sind mit Miesbacher Felderstuck in Modelltechnik einheitlich ausgestaltet, wodurch ein sehr harmonischer Raumeindruck erzielt wurde. In den fantasievoll gestalteten Feldern sind plastische Motive wie Engelsköpfchen und Rosetten zu sehen. Gestaltet wurde der Stuck möglicherweise von Hans Kogler aus Erding, der die Miesbacher Stuckatorenschule besucht hatte.
Das zentrale Ausstattungsstück, der Hochaltar, stammt aus der Zeit der Barockisierung des Baus. Er zeigt sich im frühbarocken Stil als Säulenretabel mit Auszug.
Linker Altar St. Nikolaus
Zu bewundern der linke Seitenaltar.
In der Mittelnische sitzt der Patron der Kirche als spätgotische Skulptur des hl. Nikolaus. Er stammt somit von einer älteren Ausstattung und hat im Barock einen neuen Altar erhalten. Als typische Münchner Sitzfigur der Spätgotik könnte sie im Umkreis des Erasmus Grasser entstanden sein. Die kantigen und formenreichen Falten sowie der sinnierende Ausdruck des Antlitzes unterstützen die Vermutung. Die qualitätvolle Skulptur zeigt Nikolaus im Bischofsornat mit den für ihn typischen Attributen: das Buch und die drei goldenen Kugeln. Unter den seitlichen Anschwüngen stehen links der hl. Martin mit der Gans und rechts der hl. Ulrich mit dem Fisch auf dem Buch. Beide Skulpturen sind zeitgleich mit dem Altar entstanden. Im Auszug darüber erscheint Gottvater, der von zwei Engeln an den Giebelenden begleitet wird.
Rechter Altar St. Nikolaus
Ebenso zu bestaunen ist der rechte Seitenaltar.
An den hochbarocken Seitenaltären werden im Norden Jesus am Kreuz und im Süden die Krönung der Maria Immaculata durch die hl. Dreifaltigkeit verehrt.