Schuster-Edouard-Frenger Orgel

Wuchtig ragt das Zackengebirge auf der Empore der Kirche auf. Der einzigartige Prospekt der Orgel stammt aus der Orgelbauschmiede Münchener Orgelbau Carl Schuster, ein über Jahrzehnte marktbeherrschender Akteur im süddeutschen Raum. Allerdings fand die Planung und Durchführung des Baues dieser Orgel zu einer technischen Zeitenwende statt. Es wäre mehr Mut vonnöten gewesen, um das richtige System einer mechanischen Schleiflade für die Windversorgung zu konzipieren, so hat man sich dann doch für eine pneumatische Taschenlade entschieden. 
Falsch, wie man ziemlich bald einsehen musste. Schon bald war die Orgel in technischer Hinsicht ein Sorgenkind. Unzählige Male der folgenden Jahrzehnte mussten undichte Stellen an den Windladen notversorgt werden. Aber auch klanglich war das Instrument verbesserungsbedürftig, Es wurden wiederholt Pfeifenreihen umgestellt, beziehungsweise modifiziert. Dazu kamen noch andere Unglücke wie ein großer Wasserschaden durch Hagel sowie zu naher Bau am Mauerwerk und dadurch resultierende Verschmutzung und Schimmel.
Orgel
Einen großen Einschnitt bedeutete dann die umfassende klangliche Neuaufstellung und Intonation des Orgelbauers Jean-Paul Edouard im Jahre 1999. Er versuchte die Orgel klanglich mehr im französischen Stil auszurichten, was ihm in vielen Bereichen gut gelang. Jedoch die Windversorgung blieb dieselbe und machte weiterhin Schwierigkeiten. Im Corona-Jahr 2020 ging diese endgültig hinüber und die Orgel konnte nur noch mit wenigen Registern bespielt werden. Es musste schnell eine langfristige Lösung her.
Ein Riesen-Glück hatte man mit Orgelbauer Reinhard Frenger aus Feldkirchen-Westerham, als dieser bereits für 2021-2022 eine umfangreiche Generalsanierung mit Neu- und Umbau zu einer elektro-mechanischen Schleifladen-Orgel zusagen konnte. Gesagt-Getan, nach einer Orgel-Karenz von ca. 8 Monaten konnte die Orgel am 4. Fastensonntag 2022 eingeweiht und von Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Pfarrei und ihre Mitglieder hatten dazu in weniger als zwei Jahren über 230.000 Euro finanziert.

Details können Sie der dazu entstandenen Orgel-Dokumentation entnehmen, die im Pfarrbüro oder bei Kirchenmusiker Josef Stahuber erhältlich ist. Seit Wiedereinweihung erhielt die Orgel zu Ehren der an dem nun vollendet-veredelten Werk beteiligten Orgelbauer den oben genannten Namen.

Disposition

Pedal
1. Prinzipal 16‘
2. Subbass 16‘
3. Oktavbass 8‘
4. Flöte 8‘
5. Choralbass 4‘
6. Feldflöte 2‘
7. Mixtur 2 2/3‘
8. Posaune 16‘
9. Trompete 8‘
10. Fagott 16‘
Hauptwerk
11. Bourdon 16‘
12. Prinzipal 8‘
13. Rohrflöte 8‘
16. Flute harmonique 8‘
15. Oktav 4‘
16. Offenflöte 4‘
17. Oktav 2‘
18. Clairon 4‘
19. Mixtur 1 1/3‘
20. Trompete 8‘
Positiv
21. Holzgedackt 8‘
22. Rohrflöte 8‘
23. Singendprinzipal 4‘
24. Blockflöte 4‘
25. Waldflöte 2‘
26. Quinte 2 2/3‘
27. Zimbel 1‘
28. Terz 1 3/5‘
29. Krummhorn 8‘
30. Tremulant
Schwellwerk
31. Harfenprinzipal 8‘
32. Metallgedackt 8‘
33. Weidenpfeife 8‘
34. Weitprinzipal 4‘
35. Koppelflöte 4‘
36. Voix céleste 8‘
37. Flöte 2‘
38. Sesquialter 2 2/3‘
39. Mixtur 2‘
40. Englisch Horn 16‘
41. Oboe 8‘
42. Rohrschalmei 4‘
43. Tremulant

Truhenorgel

Seit dem Kirchweihfest 2007 ist die Pfarrei auch in Besitz einer Truhenorgel, die im vorderen Bereich der Kirche aufgestellt ist und besonders bei Veranstaltungen der Kindermusik, aber auch bei anderen liturgischen Feiern in kleinerer Form (Taufe, Werktagsgottesdienst, Gottesdienste mit kleinem Chor) eingesetzt werden kann.
Truhenorgel
Truhenorgel der Pfarrei St. Augustinus
nach barockem Vorbild von Henk Klop, Niederlande

Gehäuse Kirschbaum
Untertasten mit Ebenholzbelag
Obertasten Pflaume
Pfeifen aus Zedernholz und Birne

Disposition:
Gedackt 8’ Baß/Diskant
Flöte 4’ Baß/Diskant
Prinzipal 2’ Baß/Diskant
Quinte 2 2/3’ Diskant