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Pfarrei Heilig Blut in München-Bogenhausen

Scheinerstr. 12 a, 81679 München, Telefon: 089-982773-0, Fax: 089-98277373
E-Mail: Hl-Blut.Muenchen@ebmuc.de

Gedanken und Gebete

Bitte um Fürsprache unserer Patronin und Gottesmutter Maria

In diesen Tagen bitten wir die Heilige Maria besonders um ihren Beistand und Schutz, um Hilfe und Fürsprache bei Gott

Heilige Maria, Mutter Gottes - bitte für uns

Predigt von Diakon Marek Lange

WARUM?
Hoffnungssuche in der Bibel:
Ich beginne mit einer scheinbar lapidaren Feststellung: Der nächste Bibelabend in der Pfarrei Heilig Blut am Montag, 6. April 2020, um 19.30 Uhr entfällt wegen der Coronavirus-Pandemie und möglicherweise aus dem gleichen Grund auch das Treffen der Kommunionhelfer*innen und Lektoren*innen am Donnerstag, 30. April 2020, um 18.30 Uhr. Soweit meine Informationen für die Gruppen in der Pfarrei, für die ich zuständig bin.
Reicht das, ist das alles in der augenblicklichen Situation? Habe ich da nicht mehr zu sagen!? Vielleicht hilft ein Blick in die Bibel und da habe ich vor wenigen Tagen im Ersten Testament im Buch Deuteronomium folgende Worte entdeckt: „Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und deinem Herzen, du kannst es halten.“ (Kapitel 30, Vers14). Und so habe ich mich in der Bibel auf die Suche begeben.
WARUM?
Gerade heute, jetzt, aber auch in den bevorstehenden Tagen und Wochen bedrängt mich angesichts dieser Corona-Pandemie mit ihren entsetzlichen Folgen, in Deutschland, Europa und weltweit die eine – auch mich ganz persönlich betreffende – Frage: WARUM? – Warum erkranken plötzlich so viele Menschen? – Warum sterben in kürzester Zeit so viele Menschen, dass selbst im Freistaat Bayern die kommunalen Behörden nicht umhin kommen, für Friedhöfe Notmaßnahmen und Sonderregelungen auf unbestimmte Zeit zu ergreifen?
WARUM? – Das ist immer wieder die Frage. Und all unsere Antworten auf diese Frage sind nur Worte.
Manche nennen es Schicksal. Aber was heißt da schon – Schicksal? – Sollen wir auf die Grabsteine der Toten schreiben: Pech gehabt!
Andere reden vom Zufall. – Aber warum fällt einer Familie, einem Kind, einem alten Ehepaar ein so schweres Los zu? – Womit haben sie das verdient?
Wieder andere glauben: Es ist Gottes Wille. – Aber will Gott wirklich, dass Menschen so leiden? Wenn ja, dann ist der liebe Gott nicht lieb, sondern grausam.
Nehmen wir unseren Mund nicht so voll, als wüssten wir genau, was Gott will. – Auch ich als Diakon Marek Lange, als Seelsorger, kann in meiner Unwissenheit, in meiner Erschüttertheit und Traurigkeit, auf dieses „WARUM?“ keine passende Antwort geben, aber ich möchte anderen gerne das mitgeben, was mir in dieser schlimmen Katastrophensituation aus meinem christlichen Glauben heraus hilft: "Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des HERRN." heißt es im 55. Kapitel, Vers 8, des Buches Jesaja.
Gott denkt anders, ganz anders als wir Menschen. Seine Gedanken sind "so hoch" (Jesaja 55,9), dass wir sie nicht fassen, greifen, be-greifen können.
Jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes und mit jeder und jedem von uns geht Gott einen bestimmten Weg – seinen Weg. Und SEINE Wege sind auch nicht unsere Wege.
Gott durchkreuzt mein Leben
ER durchkreuzt meinen, unseren Lebensplan. – Wir wissen nicht, warum ER einen Strich durch unsere schönen Pläne macht, durch die erwartungsvollen Urlaubspläne so vieler Deutscher in Italien und Österreich, weltweit. Wir kennen seinen Plan nicht. – Wir können seine Gedanken nicht nach-denken.
Was hat sich Gott dabei gedacht, als er mit dieser riesigen Zahl von Menschen begann, diesen Weg durch diese Krankheit zu gehen? – Warum geht er mit ihnen und uns diesen Kreuzweg – heute, morgen und übermorgen?
Das ist sein Geheimnis, und es wird mir und uns immer verborgen bleiben. – Wie sehr wir uns auch den Kopf darüber zerbrechen, wir werden „es“ niemals ergründen können. – All meine Erklärungen bringen da keine Klarheit, kein Licht ins Dunkel.
In gut einer Woche feiern wir wieder Karfreitag. – Auch der Tod Jesu selbst steht unter dem Rätsel des WARUM?. – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Markus 15,34) Warum hat Gott IHN am Kreuz hängen lassen? – Ich weiß es nicht. – Nur eines ist gewiss: Nach KARFREITAG kommt OSTERN!
Ob nach dem erhofften Abklingen der Pandemie eine gute Zeit beginnt, hängt wahrlich nicht an den Zuwachsraten der Weltwirtschaft!!! Schon eher am Zuwachs von Vertrauen, Solidarität, Gemeinschaftsbildung, Glaube, Hoffnung und Liebe und an der Bereitschaft zur Umkehr!
Und es gilt die Zusage Gottes aus dem Buch Exodus: „Siehe: Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.“ (Exodus 23,20)
Das ist mein Glaube, eine Hoffnung, die mich trägt und leitet – auch in dieser schweren Zeit. – Amen.
© Marek Lange, München, 01. April 2020

Gebet für Betroffene vom Corona-Virus
und anderen Krankheiten

Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärzte, Schwestern und Pfleger,
die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden,
die nach Schutz und Heilung suchen,
dass Gott unserer Welt seinen Segen erhalte.
Amen.

Herr Jesus Christus,
du hast deine Liebe und Barmherzigkeit
den Kranken und Schwachen gezeigt.
In deiner Nähe konnten sie atmen
und neue Hoffnung schöpfen.
Durch dich haben sie Heilung,
Frieden und Versöhnung gefunden.
Herr, wir bitten dich,
sei auch hier bei uns.
Lass uns deine segnende Hand spüren
und schenke uns dein Heil.
Gib uns Geduld und Kraft,
diese Zeit zu bestehen.
Lass uns nicht verzagen.
Hilf uns, die Zeit zu nützen
für gute Worte und Gesten der Liebe.
So segne und bewahre uns der Herr, unser Gott,
durch seinen Sohn Jesus Christus,
in der Kraft des Heiligen Geistes. Amen

(Gotteslob Nr. 17/4)

Gebet in Zeiten der Corona-Krise

Herr wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser exteremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag der Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir. Danke.

(Johannes Hartl, Gebetshaus Augsburg)

Gedanken der Pastoralreferentin Marion Haass-Pennings:

Als ich jung war, erschien es mir für Augenblicke unerträglich, was in den Asterix-Bänden zu lesen war, gleich ganz vorne, witzig gemeint: dass man sich davor fürchten konnte, dass einem der Himmel auf den Kopf fiel;
wenn man wirklich diese Angst hatte, wenn es möglich war zu glauben, dass Lage und Festigkeit der blauen Kuppel keine Gewissheit darstellten.
Kein einziger Lebensmoment, der nicht bedroht wäre.
Wie lebt man so?
Ich habe kein Desinfektionsmittel im Haus und nur die übliche Packung Toilettenpapier. Vergleiche mit der Mortalitätsrate durch Grippe  und Krankenhauskeime oder von ihren Partnern ermordeten Frauen lasse ich mittlerweile.
Aber mich quält, wie viel anderes völlig aus dem Fokus gerät - der verhungernde Jemen, die Menschen etwa in Moria oder jene, die hier auf Tafeln angewiesen sind.
Was erlebe ich gerade?
Das, was als Pandemie bezeichnet wird, erscheint mir wie ein ins Gigantische vergrößertes Bild meiner Existenz, wie sie immer schon ist.
Ich kann nicht garantieren, den Abend des laufenden Tages zu erleben, nie.
Ich blende meist aus, dass ich absolut nichts dagegen tun kann, sollte meine Stunde gekommen sein, trotz Zähneputzen, Tempolimits und Onlinebanking; dass plötzlich meine Gesundheit, mein Job, ein naher Mensch weg sein könnten. Nichts.
So leben wir und es ist praktisch und vernünftig, weil wir sonst völlig paralysiert wären, aber es ist nur eine Annahme unserer selbst und unserer Lebensumstände, keine Sicherheit. Was wir fast durchgängig verwechseln.
"Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen ..."
Es ist mir, als ob das, was jetzt einzigartig zu sein scheint, ultimativ uns alle bedrohend, im Letzten nur das Aufzeigen und Bestätigen dessen ist, was immer gilt: Leben ist keine Selbstverständlichkeit, es ist ein unverfügbares Geschenk - und stets bedroht.
Was jene von uns bereits erfahren haben, die einen biographischen Einschnitt hinnehmen mussten etwa durch schwere Krankheit, einen Unfall, einen massiven Verlust oder die Wahrnehmung, einem geliebten Menschen nicht helfen zu können.
Das Verstörende daran ist gleichzeitig mein Glück.
Ich verdanke mich nicht mir selbst. Ich habe mich nicht gemacht. Wer bin ich denn, dass ich meine Tage wie selbstverständlich nehme? Steht mir meine Zeit zu? Habe ich zu schachern um mehr? Doch wohl nicht.
Es ist eine unverfügbare Gnade, dass es mich gibt, wo ich doch in keiner Weise notwendig bin.
"Ich" bin offenbar wichtig genug, in dieser Welt zu sein, und schicke einen Kuss an den Unnennbaren, der mich erschuf und erhält.
Völlig egal, wie es ausgeht.
Meine Unruhe bezieht sich auf jene, die ich liebe.
Und auf die vielen anderen, die ich nicht kenne, die aber auch je geliebt sind. Oder durch ihre prekäre Situation ungeschützt und zynisch an die Krankheit, Armut und Elend ausgeliefert sind.