Pfarrverband Höhenkirchen

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Heilig Kreuz

Heilig Kreuz zu Hofolding - Zur Geschichte der Kirche

Eine erste Kirche ist in Hofolding schon 1315 erwähnt, als Filiale von Hohenbrunn.

1524 – 1574  1524 wird noch der heilige Michael als Kirchenpatron genannt.

1574 aber steht in einem Visitationsbericht: „Hofolding ist zu Ehren des Heiligen Kreuzes geweiht… In der Kirchen seindt drey Altar, und seindt zwo wochen Möß allda, von einem gesellpriester (dem zweiten Kaplan von Hohenbrunn) verrichtet.“ Es handelte sich hier wohl um einen kleinen Bau mit gotischen Formen.

1708
Ab 1708 musste dieses alte Gotteshaus wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Die Bauleitung des Neubaus wurde Johann Georg Ettenhofer übertragen. Der war bekannt geworden als Mitarbeiter des Münchner „Stararchitekten“ Giovanni Antonio Viscardi. Mit diesem war er am Bau der Klosteranlage Fürstenfeld beteiligt und hatte Entwürfe für Neubauten des Münchner Bürgersaals und der Dreifaltigkeitskirche eingereicht.
Aber Geldmangel verzögerte den Baufortschritt hier vor Ort. Es sollte ein geräumiger Saalbau mit Westempore und halbrund geschlossenem Altarraum entstehen, der von hohen Rundbogenfenstern beleuchtet wird.
Außen sind darüber sog. Blendokuli angebracht, also Wandaussparungen ohne ein wirkliches Fenster dahinter.
Zum charakteristischen Erscheinungsbild trägt der Zwiebelturm bei, im nördlichen Winkel der Kirche errichtet.

1723 - 1746
Als endlich am 22. August 1723 die Kirche vom Freisinger Bischof eingeweiht wurde, war diese bei weitem noch nicht fertig - die Messen mussten noch auf der Baustelle gehalten werden. Es dauerte bis 1746 bis alles vollständig war: die zwei Seitenaltäre mit den Bildwerken Unserer Lieben Frau mit Antonius von Padua und dem lokalen Heiligen Graf Rasso fertigte Meister Anton Niggel aus Aibling im Jahre 1725.
Zwanzig Jahre später, erst 1745, „hat sich Gelegenheit ergeben, dass man einen in Maria Hilf Capelln ob der Au abgebrochenen noch ganz guten Altar, und eben von rechter Größe in dieses Haus um geringen Werth überkommen.“ Kosten 30 Gulden. Das Altarblatt war aber nicht mehr brauchbar. Franz Gaulrapp, „der seine Kunst bei Asam erlernt hat“, bekam den Auftrag ein neues Hochaltarbild zu malen: die Beweinung Christi. Ein weiteres Jahr später wurde die Kanzel eingebaut, gefertigt in der Werkstatt der Kistlerin zu Haidhausen, Maria Anna Gottfried. So schien endlich das Werk vollendet, zur Freude der Gemeinde.
1777
Jedoch eine Generation später, 1777, gab es schon wieder Probleme. Der Pfarrer musste die höchste Gefahr anzeigen, dass das Gewölbe des Langhauses einsturzgefährdet sei, was auch tatsächlich am anderen Tag passierte.
Die Wiederherstellung der Kirche besorgte der Münchner Hofmaurermeister Franz Anton Kirchgrabner. Zum Glück konnte man in dieser erneuten Bauphase für die Gottesdienste auf die neu entstandene Marienkapelle am Rand des Dorfes zurückgreifen.

Die künstlerische Ausgestaltung der Decken im Chor übernahm Augustin Demmel. Er war ein anerkannter Maler, der mit dem berühmten Ignaz Günther öfter zusammenarbeitete; auch in der Nachbarschaft, in Siegertsbrunn, war er tätig.
In unserer Kirche malte er über dem Hochaltar den auferstandenen Christus mit dem Siegeszeichen. Die Decke des Langhauses verzierte Joseph Xaver Grass aus Miesbach mit drei größeren Darstellungen zur Legende vom Kreuz Christi: die Kreuzüberführung vor dem Stadttor in Jerusalem, die Kreuzesprobe mit der Wiedererweckung eines Toten und das siegverheißende Zeichen des Kreuzes mit Kaiser Konstantin uns seiner Mutter Helena.
Die Hofoldinger hingen von jeher sehr an ihrer Dorfkirche. Immer wieder stifteten sie zusätzliche Ausstattungsgegenstände. Diese finden in den Kirchenrechnungen keine Erwähnung, aber sie erfreuen noch immer die Kunstinteressierten.
Hier wären die Figuren im Chorraum zu erwähnen; der heilige Dionysius und der heilige Michael als Seelenwäger, dann das Kruzifix und die Schmerzensmutter von 1785 an der Südwand des Landhauses.
Weil der Zahn der Zeit an den Kunstwerken nagte, waren immer wieder aufwendige Restaurierungen notwendig, die die Gemeindemitglieder stets mit großzügigen Spenden mitfinanzierten.

Im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde im Chorraum ein neuer Volksaltar und ein Leseambo angeschafft, daneben ein passender Osterleuchter, auch die Orgel neu konzipiert.
Viele neue Erdenbürger aus Hofolding werden herkömmlich in der hiesigen Kirche getauft. Seit einer Generation ziert eine Taufschale mit der Darstellung der Taufe Jesu den vorderen Kirchenraum; sie wurde aus der Pfarrkirche von Reit im Winkel zu uns transferiert.

Der aufragende Turm unserer Heilig Kreuz Kirche bestimmt bis heute das Ortsbild von Hofolding. Für viele bleibt er Hinweiszeichen auf die Kirche, als Bau und als Institution, die trotz mancher Beeinträchtigungen auch heute noch im Leben vielen eine wichtige Rolle spielt.


Wir bedanken uns bei Herrn Rudolf Krautsieder, der uns diese geschichtliche Zusammenfassung zur Veröffentlichung bereitgestellt hat. Pfarrbrief 03/2005