Mit einer sehr stimmungsvollen Weihnachtsandacht für Kinder begann der Heilige Abend in der Pfarrei St. Korbinian. Unter dem Titel: „Die vier Lichter des Hirten Simons“ hatten Simone Dürnberger und Marc Hausstätter sowie Diakon Bernhard Hennecke mit den Kindern und Jugendlichen der Pfarrei ein Hirtenspiel vorbereitet. Als der Diakon die Andacht eröffnete, war die Kirche nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Familien mit Ihren Kindern und auch zahlreiche Omas und Opas hatten sich auf den Weg gemacht, um mit ihren Enkeln diese weihnachtliche Andacht zu feiern.
Zu Beginn der Andacht forderte der Diakon die Kinder auf zum Altar zu kommen, um die leere Krippe für das Jesuskind vorzubereiten, in dem sie diese mit Stroh füllten. „Aus Dunkelheit wird Licht, aus Advent wird Weihnachten, unter diesem Thema stand das nun beginnende Hirtenspiel in abgedunkelte Kirche.
Mittelpunkt des Hirtenspiels war der kleine Hirtenjunge Simon der müde unten einem Olivenbaum einschlief und träumte, als er aufwachte, war sein junges Lamm, auf das er aufpassen sollte, weggelaufen. Allein machte er sich auf die Suche. Alles, was er dabei hatte, war eine Laterne mit vier Lichtern, die er von Jakob, einem erfahrenen Hirten, bekam. Unterwegs traf er zuerst einen Dieb, der einsam im Dunkeln unterwegs war, dann einen verletzten Wolf, dem er die blutige Pfote verband und schließlich noch einen armen, hungriger Bettler. Allen schenkte er ein Licht, so dass er nur noch eines für sich hatte. Am Ende des Tages, nach dem erfolglosen Suchen legte er sich nieder und schlief ein. Als er aufwachte, sah er ein Licht in einem Stall. Im Halbdunkel erkannte er sein Lamm und hörte Maria rufen. Dann sah er das Kind im Stroh liegen und schenkte sein nur noch schwach glühendes Licht dem Kind und plötzlich, wie von unsichtbarer Hand, flammte das Licht wieder ganz hell auf. Die Sterne am Himmel strahlten so hell wie noch nie und der frohe Gesang klang weit hinaus bis zu den Hirten auf dem Feld.
Nun erhellten die Kerzen am großen Christbaum das Gotteshaus und nach den Fürbitten wurde feierlich das „Vater unser“ gebetet. Mit den Weihnachtswünschen vom Diakon endete die Weihnachtsandacht. Abschließend wurde von Heinrich Hinterreiter an der Orgel feierlich “Stille Nacht, heilige Nacht“ angestimmt. Viele Familien nahmen mit Hilfe von kleinen Kerzen, das am Ausgang der Kirche, aufgestellte Friedenslicht mit nach Hause.
Da dieses Jahr, aufgrund der personellen Notlage, Pfarrer Lucjan Banko war Anfang Dezember unerwartet verstorben, keine Christmette in St. Korbinian angeboten werden konnte, versammelte sich die Pfarrgemeinde am 1. Weihnachtstag zum Festgottesdienst in der festlich geschmückten Kirche. Die musikalische Gestaltung übernahmen Anna und Regina Thanbichler mit Harfe und Zither, unterstützt von Heinrich Hinterreiter an der Orgel. Geleitet wurde der Gottesdienst von Kaplan Tomasz Baluka. Gleich zu Beginn erwähnte der Kaplan, dass das Weihnachtsfest nicht für alle die gleiche Bedeutung hat, jeder hat einen ganz persönlichen Zugang zum Fest. Besonders für die Einsamen ist der Heilige Abend eine große Belastung, wenn alle anderen in der Familie feiern.
In der Ansprache erinnerte der Kaplan an die Geburt des Kindes. Jesus wurde als normaler, einfacher Mensch geboren. Durch die Geburt des Gottessohnes, wird jeder und jede die an ihn glauben zu Erben Gottes. So sind über die Jahrtausende auch wir Erben Gottes, uns gehört unendlich viel. Das ist die erste Botschaft von Weihnachten. Bethlehem lehrt uns heute, dass Frieden nicht mit Verträgen und Abkommen von mächtigen Politikern zu erreichen ist, sondern im Herzen des Menschen beginnt. Der Friede den Jesus bringt, ist nicht die Abwesenheit von Problemen, sondern die Gegenwart Gottes inmitten der Schwierigkeiten des Lebens, erklärte der Kaplan. Die Geburt des Gotteskindes ist wie ein Stern am Himmel, ein Licht in dieser Welt, das sagt: Gebt nicht auf, lasst euch nicht entmutigen. Jesus ist der Heiland, mit ihm kann alles heil werden, wenn wir den Blick weiten und an ihn glauben, er ist unser Kompass zum Leben in all dem Chaos auf der Welt. Gott kam auf diese Welt, damit wir Mut und Orientierung finden zum Frieden für uns und für die ganze Welt.
Nach dem weihnachtlichen Segen wünschte der Kaplan allen ein friedvolles Weihnachtsfest und besinnliche Tage in der Familie. Gemeinsamen sangen Zelebrant und Pfarrgemeinde unter Orgelbegleitung zum Abschluss „Stille Nacht, heilige Nacht“. Am Ausgang nahmen sich noch viele Besucher das Friedenslicht mit nach Hause.
Text und Bilder Willi Götzlich