Pfarrverband Königsdorf-Beuerberg

St. Laurentius Königsdorf: Sedlmeierstraße 4, 82549 Königsdorf, Tel: 08179 / 490       St-Laurentius.Koenigsdorf@ebmuc.de
St. Peter und Paul Beuerberg: Klosterstraße 2, 82547 Beuerberg, Tel: 08179 / 398       St-Peter-und-Paul.Beuerberg@ebmuc.de
Kirche außen
Kirche innen
"Wie lieblich ist deine Wohnung,
Herr der Scharen,
meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach den Höfen des Herrn!"

Psalm 84

MDCCLXXXV

Ein Vorgeschmack des Himmels sollte der Kirchenbau im Barock und Rokoko sein. Der spätgotische Tuffsteinbau der Königsdorfer Kirche wurde mit "verspäteten Rokokoformen" ausgestattet. Um das Jahr 1785 wurde der Kirchenraum so gestaltet, wie er sich heute zeigt, und "jede Spur der Gotik vertilgt".

Rundgang durch die Kirche

Hochaltar -
thronend über Volk und Land: Gottvater in Augenhöhe mit Christus im Strahlenkranz, darüber im Zeichen der Taube Gottes heiliger Geist; aus den Säulen tretend links der heilige Josef mit Blütenstab und rechts der heilige Pilger Rochus, auf seine Pestwunde deutend. Beide flankieren das Altarbild mit der Darstellung des Märtyrertodes des Kirchenpatrons Sankt Laurentius.

Der Hochaltar ist als Bühnenaltar gebaut und zeigt in der Fastenzeit die Ölbergszene, am Karfreitag das heilige Grab mit den Wächtern, an Ostern den Auferstandenen, später die Begegnung mit Maria Magdalena.
Im Mai ist blumengeschmückt eine Marienfigur dargestellt.

Im Altarraum links befindet sich ein großes Kruzifix mit einer Darstellung der Schmerzhaften Mutter, darunter ein Schrein zu Ehren des hl. Mauritius.

Seitenaltäre - Über der Marienfigur zeigt das Gemälde des Annaaltars links die heilige Anna mit Maria und Joachim, seitlich die Wetterheiligen Johannes und Paulus, darüber im Bild der hl. Franz Xaver.

Über dem hl. Josef mit dem Jesuskind zeigt das Altargemälde des Katharinenaltars rechts zeigt die heilige Katharina vor der Muttergottes mit dem Jesusknaben, darüber im Bild der heilige Sabastian, seitlich die Heiligen Johannes der Täufer und Leonhard.

Die Kanzel ist im frühklassizistischen Dekor gestaltet. Fröhlich bewegte Engel machen ihrem Schöpfer alle Ehre und künden: Gottes Wort ist Frohbotschaft!

Der nördliche Emporenaltar zeigt eine Muttergottes unter Rokokobaldachin, seitlich davon die Heiligen Florian und Agatha; der südliche Altar zeigt, in das Fenster integriert, den gegeißelten Heiland.

Die Künstler
Spätrokoko-Stuck: Franz Edmund Doll aus Wessobrunn
Hochaltar: Johann Georg Miller aus Kleinweil
Skulpturen: Josef Anton Fröhlich aus Tölz
Altargemälde und Fresken: Christian Wink, Münchner Hofmaler


Der Kirchenpatron Sankt Laurentius
begrüßt den Kirchenbesucher in der Eingangshalle, dargestellt als Diakon mit der Märtyrerpalme.
Seine Legende erzählt das Deckenfresko: Er war Erzdiakon des Papstes
Sixtus II.; bei dessen Verhaftung gab Laurentius sein Wort, "für den Schatz der Kirche zu sorgen". Dem Kaiser wurde dieses Versprechen hinterbracht und er verlangte von Laurentius den Kirchenschatz innerhalb von 3 Tagen. Laurentius führte alle Hilfsbedürftigen, für die er verantwortlich war, zum Kaiser: "Hier ist der Schatz der Kirche!" Daraufhin wurde er zum Tod verurteilt. Nach der legendären dramatischen Leidensgeschichte wurde Laurentius auf dem Rost zu Tode gebraten
(siehe Altarbild). Er starb nach früher Überlieferung am 10. August 258.

Im Deckenfresko des Altarraumes ist ebenfalls der Diakon Laurentius zu finden. Es zeigt auch die Übergabe roter Prozessionsfähnchen an den Bruderschaftsrat der "NamenJesu-Bruderschaft" durch Pfarrer Eisen im Jahre 1785.


Geschichte der Pfarrei Königsdorf

Die erste urkundliche Erwähnung kirchlichen Lebens in Königsdorf geht auf das
Jahr 778 n. Chr. zurück, als Ranthere von Chumiztorf seinen Besitz hier "Im Namen des Herrn, unseres Erlösers Jesu Christi!" dem Kloster Schäftlarn schenkte. Wahrscheinlich existierte bereits zu Beginn des 8. Jahrhunderts schon eine kleine Eigenkirche des damaligen Dorfadels.

Nach der siegreichen Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg 955, wählten die Königsdorfer aus Dankbarkeit Sankt Laurentius zum Kirchenpatron. Vor dieser Zeit war es angeblich der heilige Bartholomäus. Nach den Ungarneinfällen galt Königsdorf als die Mutterkirche des ganzen Isarwinkels mit 11 Filialen.

Ab 1300 sind in der "Pfarr ze Chimbstorf" die Oberpfarrer, meist Domherren aus Freising, genannt. Sie ließen sich durch einen "Ständigen Vikar" vor Ort vertreten. Am Chorbogen in der Pfarrkirche ist das Freisinger Wappen angebracht, ein Mohr mit weiß-blauen Rauten.

Da Königsdorf eine ansehnliche Zehentpfarrei war, gab es mehrmalige vergebliche Versuche des Klosters Benediktbeuern, die Pfarrei dem Kloster einzuverleiben.
Nachdem sich freisingische Domherren nicht mehr um die Pfarrei bewarben, ging sie bald an einfache Weltpriester über, die dann ab 1556 von Tölz aus Königsdorf mit einem "Ständigen Vikar" besetzten. Das Vikariat Königsdorf wurde 1837 zur wirklichen Pfarrei erhoben.

Die heutige Pfarrei Königsdorf gehört mit den Filialen Oberbuchen und Huppenberg zum Dekanat Bad Tölz und zur Region Süd des Erzbistums München und Freising.









Kirchen-Kurzführer,
erarbeitet vom "Arbeitskreis Königsdorfer Geschichte"
in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat

-erhältlich am Schriftenstand in der Pfarrkirche