Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer.

„Antisemitismus schadet der gesamten Gesellschaft“

Katholikenratsvorsitzende Hiltrud Schönheit spricht jüdischer Gemeinschaft Solidarität aus.
Laiengremium bei Kundgebung von „München ist bunt“ vertreten.
Hiltrud Schönheit
München, 24. Januar 2020. „Unsere Solidarität im Kampf gegen jeglichen Antisemitismus, ob in Form roher Gewalt, Hassreden oder Respektlosigkeiten gegenüber religiösen Riten und Gebräuchen“, hat Hiltrud Schönheit, Vorsitzende des Katholikenrats der Region München, den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern laut Redemanuskript bei einer Kundgebung am Freitag, 24. Januar, auf dem Münchner Jakobsplatz ausgesprochen. Zu der Veranstaltung hatte das Bündnis „München ist bunt“, in dem der Katholikenrat Mitglied ist, ursprünglich als Gegendemonstration zu einer mittlerweile abgesagten Kundgebung der Pegida-Bewegung eingeladen. „Der Antisemitismus schadet der gesamten Gesellschaft“, warnte Schönheit in ihrer Ansprache. „Seien Sie versichert, liebe jüdische Gemeinschaft, wir stehen an Ihrer Seite in dem Bewusstsein, dass wir alle nach Gottes Ebenbild geschaffen sind, dass wir deshalb alle gleich sind und alle die gleichen Rechte haben, aber auch die gleichen Pflichten in der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit füreinander“, ergänzte die Katholikenratsvorsitzende.
 
„Dass wir heute hier stehen müssen, kommt ja nicht ohne Vorwarnung, es ist eine Entwicklung der vergangenen Jahre“, stellte die Laienvertreterin fest. Erschüttert habe sie die Feststellung, „vielleicht haben wir uns in all den Jahren etwas vorgemacht“, die sie insbesondere von Shoa-Überlebenden gehört habe. „Nur zu gerne würde ich dem widersprechen, aber auch ich bin verunsichert und mit mir viele, nicht nur katholische, sondern zahllose weitere anständige Mitbürgerinnen und Mitbürger“, so Schönheit. „Uns alle hat das Gefühl beschlichen, dass wir über ,Anfänge, gegen die wir uns wehren müssen‘, schon hinaus sind“, nehme sie wahr. „Wir müssen mehr tun, um diese Entwicklung aufzuhalten – denn wir sind schon längst mittendrin“, richtete Schönheit daher einen Appell an die Anwesenden. (kbr)