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Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer.

Tremmel: Räte sollen Kirche selbstbewusst mitgestalten

Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken in Rosenheim
Rosenheim, 10. März 2018. Hans Tremmel, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, hat die neugewählten Pfarrgemeinderäte dazu aufgerufen, den Wandel der Kirche selbstbewusst mitzugestalten. Bei der Vollversammlung des Laiengremiums am Samstag, 10. März, in Rosenheim betonte er, „dass wir uns ändern müssen, wenn wir bleiben wollen, was wir sind – die Kirche Jesu Christi. Manchmal müssen wir uns selber aus der Lethargie befreien, überflüssigen Ballast abwerfen und alte Zöpfe abschneiden. Es braucht Klugheit und Beharrungsvermögen, wenn wir Bewährtes in die Zukunft tradieren und gleichzeitig Innovatives zulassen wollen.“
 
Mehr als früher müsse sich Kirche gegen andere Sinn-und Gemeinschaftsangebote behaupten, sagte Tremmel: „Aber die Notwendigkeit zum Wandel muss nicht per se schlecht sein, auch wenn es anstrengend ist. Die reflektierte Entscheidung für etwas verlangt dem Menschen mehr ab als bloßes Schwimmen mit dem Strom oder der Protest gegen etwas.“ Die Ehrenamtlichen in den Räten und Verbänden rief er dazu auf, sich nicht demotivieren zu lassen: „Es ist gut, dass Sie sich engagieren! Wir sind doch nicht im Auftrag des Pfarrers oder des Bischofs unterwegs, sondern wir sind wie die Pfarrer und die Bischöfe gemeinsam im Auftrag des Herrn unterwegs. Wir machen es, weil es uns Freude macht, weil wir’s können und weil es schön ist, in der Gemeinschaft mit anderen etwas zu bewegen.“ Gleichzeitig warnte der Vorsitzende davor, Schwächen hervorzuheben: „Jammern und Kirche-Sein scheinen fast ein symbiotisches Verhältnis eingegangen zu sein – und das seit Jahrzehnten. Damit aber bekommen wir keine zusätzlichen Leute in die Kirche und wir vergraulen die, die noch dabei sind.“
 
Selbstbewusst sollten die Engagierten auch feiern, dass sich die Einführung der Laienräte in Deutschland im April 2018 zum 50. Mal jährt, so Tremmel: „Wir haben mit unseren Laiengremien ein nachahmenswertes Alleinstellungsmerkmal in der Weltkirche. Gerade weil wir – trotz des derzeitigen Franziskus-Hypes – noch eine Ausnahme darstellen, dürfen wir nicht zulassen, dass das Rad wieder zurückgedreht wird. Es muss vielmehr zum Schwungrad für andere werden.“ Mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen, die am Sonntag, 25. Februar, stattgefunden hatten, dankte der Vorsitzende allen Kandidaten und Kandidatinnen sowie den Helfern in den Pfarreien und auf Diözesanebene. Weil durch die verstärkte Nutzung der Allgemeinen Briefwahl die Wahlbeteiligung um ein Viertel gestiegen war, „konnten vermehrt auch Gläubige erreicht werden, die nicht regelmäßig an den Sonntagsgottesdiensten teilnehmen, die aber selbstverständlich auch Teil unserer Gemeinschaft sind. Jede und jeder wird gebraucht und ist willkommen, der zu diesem Volk Gottes gehört.“
 
Mit Blick auf den Brief, mit dem Erzbischof Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz die Arbeit des Vereins „Donum Vitae“ in der Schwangerenberatung gewürdigt hatte, sagte Tremmel, Kardinal Marx habe für diese und andere Positionierungen „aus Kreisen der selbsternannten besseren Katholiken und von manchen Amtsbrüdern mehr und manchmal weniger niveauvolle verbale Prügel bezogen“, und ermutigte den Erzbischof, „diesen Weg weiterzugehen. Die demokratisch gewählten Räte stehen mit überwältigender Mehrheit hinter Ihnen.“
 
Die rund 160 Teilnehmer der Vollversammlung befassten sich insbesondere mit der Frage, wie Kirche verstärkt auf junge Menschen zugehen kann. Zum Abschluss feierten sie mit Kardinal Marx Gottesdienst in der Rosenheimer Pfarrkirche St. Nikolaus. (gob)