Liebe Eltern liebe Kinder,
hier finden Sie die Unterlagen für das Zeltlager
Der Duft von köstlichem Essen hing in der Luft, als das Lager offiziell eröffnet wurde. Die Sonne brannte warm auf die Wiese, und hungrige Gesichter scharten sich um das Küchenzelt. Hotdogs waren die erste Mahlzeit in diesem Jahr - nichts Exotisches, aber im Zeltlager schmecken sie immer doppelt so gut. Vielleicht liegt es an der Freiheit, vielleicht an der unvergleichlichen Art, wie sie im Zeltlager zubereitet werden, nämlich unter freiem Himmel, oder an der Freude, wenn man es schafft, das Ketchup nicht über die eigenen Hände
zu verteilen.
Noch während die letzten Brötchen ausgeteilt wurden, war das Lachen schon groß.Die Stimmung war herrlich unperfekt, so wie es nur an einem ersten Lagertag sein kann: satt, fröhlich und voller Vorfreude.
Doch hinter all dem steckte ein halbes Jahr Arbeit. Die Leiter:innen hatten in unzähligen Nachmittagen geplant, organisiert und vorbereitet: vom Essensplan bis zum letzten Hering im Boden. Nun, beim ersten gemeinsamen Essen, wurde aus den Plänen endlich gelebte Wirklichkeit.
Am Abend dann der erste magische Moment: Das Feuer knisterte, die Gitarre stimmte die ersten Lieder an, und eine Welle aus Gesang rollte über den Platz. Mal laut, mal leise, mal schief, aber immer voller Herz.Das Lager selbst war wie eine kleine Welt für sich: eine große Wiese, gesäumt von Wald, und
mitten darin unsere Flagge: das Herzstück des Ganzen. Strahlend im Wind flatterte sie über dem Platz, und jeder wusste: Wer die Flagge verliert, verliert ein Stück Lagerseele. Also wurde sie Tag und Nacht bewacht, mit waghalsigen Verteidigungsmanövern, die manchmal mehr nach Improvisationstheater als nach Strategie aussahen. Aber genau das machte den Reiz aus und wie jedes Jahr thronte sie auch noch in der letzten Nacht am Fahnenmast und die Verteidigung gegen sämtliche Gegner war stets erfolgreich.
Tagsüber ging es oft sportlich zu: Von Stratego über wilde Volleyball- oder Fußballmatches bis hin zum legendären Postenlauf, der die Gruppe kilometerweit über Stock und Stein führte. 13 bis 15 Kilometer können sich ziehen wie Kaugummi, außer, wenn man dabei an jeder Station etwas Verrücktes erledigen muss: Kirschkerne so weit wie möglich spucken, sich ein
Musikvideo ausdenken oder die Kinderfotos der Leiter:innen richtig zuordnen. Lachen war garantiert, Muskelkater ebenso
.
Für die Kinder gab es Rollenspiele, in denen Piratenbräute, Wahrsager:innen und geheimnisvolle Gestalten lebendig wurden. Plötzlich verwandelte sich der Wald in eine Bühne, und jeder kleine Abenteurer wurde zum Helden seiner eigenen Geschichte.
Und dann natürlich die Abende: Lagerfeuer, Lieder, Sternenhimmel. Immer wieder wurde erzählt, gesungen und geschmunzelt und irgendwann, wenn das Feuer herunterbrannte und die Stimmen leiser wurden, war da dieses Gefühl von Sommer, Freundschaft und Abenteuer, das man nur im Zeltlager erlebt.
Und die Leiter:innen? Die saßen mittendrin, müde, aber glücklich, und wahrscheinlich ein kleines bisschen stolz, dass sich all die Mühe gelohnt hatte.