Pfarrverband Oberes Priental

Kirchplatz 2, 83229 Aschau/Chiemgau, Telefon: 08052-4428, E-Mail: Darstellung-des-Herrn.Aschau@erzbistum-muenchen.de

Bayerisch-Tirolische Wallfahrt zur Ölbergkapelle Dritter Septembersonntag

2020 entfällt die große Bayerisch-Tirolische Wallfahrt

Aufgrund der Corona-Pandemie kann am 20. September 2020 die Wallfahrt zur Ölbergkapelle nicht im bisher gewohnten großen Stil stattfinden. Der Organisator, der Freundeskreis Müllner-Peter von Sachrang e.V., hat die Öffentlichkeit entsprechend informiert. Das Wallfahrtskircherl steht täglich den Besuchern für das stille Gebet offen. Möge davon viel Segen ausgehen für diese herausfordernde Zeit. Im kleinen Rahmen wird der Pfarrverband Oberes Priental eine Fußwallfahrt zur Ölbergkapelle unternehmen.

Gewohnte Eindrücke vor Corona-Zeiten: In unmittelbarer Nähe zur Deutsch-Österreichischen  Grenze ist die Ölbergkapelle von Sachrang jedes Jahr am dritten Septembersonntag Ziel der großen Bayerisch-Tirolischen  Wallfahrt und verbindet über die Grenzen hinweg zum gemeinsamen Zeugnis für den christlichen Glauben. Wenn sich in den Morgenstunden die beiden Wallfahrtszüge von Niederndorferberg und von Sachrang herkommend in Grenzhub vereinigen, werden sie zu einem wunderbaren Zeichen dafür, dass der Glaube keine Grenzen kennt.

Fußwallfahrt von Aschau im Chiemgau nach Sachrang Aufbruch am frühen Morgen des 15. September 2019

Kettenkapelle bei Hohenaschau
Es geht vorbei an der Kettenkapelle bei Hohenaschau
Foto und Bildrechte: Pfr. Paul Janßen
Start am Sonntag, 15.09.2019
04.45 Uhr in der Pfarrkirche „Darstellung des Herrn“
, Kirchplatz 3, 83229 Aschau i.Ch., mit kurzem Impuls und Wallfahrtssegen.
Über die Zellerhornstraße nach Hohenaschau mit Anschluss an den Wanderweg Nr. 12. Der wunderschöne „Grenzenlos-Wanderweg“ wird zu unserem Pilgerweg, der uns auf 14 km in ca. 4 Stunden in die Ortsmitte von Sachrang führt.
Mond über dem Kampenwandgebiet
Foto und Bildrechte: Pfr. Paul Janßen
Der Aufbruch noch in der Dunkelheit der Nacht, das Erwachen des neuen Tags, das strahlende Licht, das sich zaghaft in der Dämmerung bereits andeutet—das alles kann zum Sinnbild werden für so Vieles, das uns auf dem Lebens– und Glaubensweg begegnet.
 
Auf dem Wallfahrtsweg werden wir an einigen markanten Stationen kurz verweilen, der Weg-Impuls kann mit uns weitergehen. Zeiten zum Ratschen und Zeiten der Stille wechseln ab mit Abschnitten, auf denen wir im Rhythmus des Gehens den Rosenkranz beten oder einfach die Natur auf uns wirken lassen.
 
Grenzenlos-Wanderweg Prienbrücke zwischen Aschau und Sachrang
Foto und Bildrechte: Pfr. Paul Janßen
Natur und Kultur, Mensch und Tier, Erde und Himmel, Berg und Tal… alles kann zu dir sprechen, wenn du dich mit allen Sinnen offen und achtsam auf den Weg machst.
 
In Sachrang angekommen, stärken wir uns bei Kaffee, Getränke und Butterbrezn im Alten Schulhaus und schließen uns dann um 9:15 Uhr bei der Pfarrkirche St. Michael dem Wallfahrtszug zur Ölbergkapelle an. Um 10:00 Uhr zelebriert Abt Petrus Höhensteiger OSB von Koster Schäftlarn den Festgottesdienst, der unter Gesamtleitung von Christine Klinger vom Müllner-Peter-Chor, der Bundesmusikkapelle Niederndorf/Tirol, den Schwarzenstoaner Sängerinnen und den Hafenstoaner Alphornbläsern musikalisch gestaltet wird. Anschließend Kirchenzug zurück nach Sachrang.

Die Ölbergkapelle bei Sachrang
Das Ziel: Die Ölbergkapelle an der Grenze bei Sachrang
Text und Fotos: Pfr. Paul Janßen

Wissenswertes zur Bayerisch-Tirolischen Wallfahrt Brauch, der Jahrhunderte zurückgeht

Die einsam am Berghang gelegene Ölbergkapelle geht nachweislich auf das 17. Jahrhundert zurück, wohl aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als die Menschen in ihren Ängsten und Nöten Zuflucht bei Christus suchten,  der selbst am Ölberg die Angst durchlitten, in der Passion das schwere Kreuz getragen und schließlich durch seine Auferstehung überwunden hat. Legenden erzählen, dass an dieser Stelle bereits der Heilige Rupert zu Anfang des 8. Jhd. eine erste Kultstätte errichten ließ.
Nach verschiedenen Anbauten  fand das Kirchlein 1734 die Gestalt aus eigentlich vier Kapellen, wie wir sie heute noch vorfinden.
Der Erhalt der Kapelle ist untrennbar mit der Person des „Müllner Peter von Sachrang“, Peter Huber, verbunden, der 1826  eine erste Restaurierung veranlasste. Als das Heiligtum am 24. September 1827 neu geweiht wurde, strömten 5.000 Tiroler und Bayern als Pilger herbei.
Seit den frühen 1970er-Jahren  fördert der „Freundes-kreis  Müllner-Peter von Sachrang e.V.“ die Ölbergkapelle und rief 1972 die Grenzwallfahrt wieder ins Leben, die in den besten Zeiten bis zu 13.000 Besucher zählte. Bis heute organisiert der Freundeskreis die Ölbergwallfahrt. 2018 regte deren Vorsitzender Dieter Höpfner an, den Wallfahrtscharakter wieder neu zu stärken, was mit der Fußwallfahrt gerne aufgegriffen wird.