PFARRVERBAND WAGING
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Unsere Kuratie- und Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg

Kirchenrenovierung
Die Kirche vor dem Beginn der Dach- und Fassadensanierung 2021
St. Leonhard am Wonneberg
Stand: Juli 2021

Einschränkungen kommen auf die Gläubigen zu!

In der letzten Juliwoche beginnen die Arbeiten zur Dachsanierung an der Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg. Den Auftrag dazu bekam die Zimmerei Ralf Klammer aus Kirchhalling. Das Gerüst für die folgenden Bauarbeiten ist bereits komplett aufgestellt und ummantelt nun das Kirchenschiff. Mit Beginn der Maßnahmen kommen einige Zugangsbeschränkungen auf die Gläubigen der Kuratie St. Leonhard zu. Die Dacharbeiten beginnen auf der Südseite. Dieser Bereich Portal/ Kriegerdenkmal/ Sakristei wird während der Arbeiten abgesperrt sein. Wenn die Dacharbeiten auf der Nordseite stattfinden, dann sind Teile des Friedhofs gesperrt. Von Dienstag, 06.09. bis einschließlich Donnerstag, 30. September wird die Kirche dann komplett gesperrt sein, weil hier die Baumaßnahmen zur Absenkung des Portals durch Steinmetz Zerle aus Traunstein durchgeführt werden. Es soll ein barrierefreier Zugang zur Kirche geschaffen werden, darum erfolgt die Absenkung der Schwelle und Fliesen im Portal an der mittelalterlichen Eingangstüre. Alle Gottesdienste finden während dieser Zeit in der Pfarrkirche St. Martin in Waging statt. Die Kirchenverwaltung bittet um Verständnis.

Linierung

Außenrenovierung in Startlöchern!

Die Außenrenovierung der Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg nimmt nun endlich Fahrt auf. Bereits 2012 nahm die Kirchenverwaltung der Kuratie St. Leonhard die ersten Gespräche mit dem Ordinariat vom Erzbistum München- Freising auf, weil die Fassade und das Kirchendach in die Jahre gekommen sind. Mitte Juni beginnt nun die erste Maßnahme, die Sanierung und Instandsetzung des Schindeldaches, das 1977 zuletzt erneuert wurde. Schon während der Befunduntersuchungen für Fassade und Dach durch Oberkonservator Magister Paul Huber vom Landesamt für Denkmalpflege, sah man die Dringlichkeit der Dachsanierung als vorrangig, da nicht nur die Dacheindeckung, sondern auch die Balkenkonstruktion des Dachstuhles durch schwere Regenfälle im August 2020 beschädigt ist. Ziel des ersten Bauabschnitts der Renovierungsarbeiten sind wie schon erwähnt die Sanierung des Daches, die Fassadenerneuerung, das Absenken des Fußbodens im Eingangsbereich für einen barrierefreien Zugang, was die Ertüchtigung der Portale mit sich bringt. Die Kosten hierfür  belaufen sich auf 750.000 €, welche von der Erzbischöflichen Finanzkammer des Ordinariats bereits bewilligt sind. Die Kuratie St. Leonhard trägt davon 50.000 €
.
An der Fassade untersuchte die Firma Stein aus Inzell die historischen Oberflächenzustände restauratorisch. Hierbei entdeckten die Spezialisten eine spätgotische Netzrippenfiguration, die die Illusion von unverputztem Kalkstein erzeugen sollte. Wie Gemeindereferent Martin Riedl erklärte, stellte man in dieser Epoche durch sichtbares Mauerwerk die Würde und Besonderheit des Bauwerks dar. Die Imitation solcher Mauern mittels Farbgestaltung sollte einen wohlhabenden Stand suggerieren. Dieses historische Gestaltungskonzept sei aus architekturgeschichtlicher wie auch aus denkmalfachlicher Sicht bemerkenswert für den spätgotischen Sakralbau, bestätigte Magister Paul Huber in seiner Stellungnahme zur Fassadenrenovierung der Kirche in Wonneberg. Das Bayrische Landesamt für Denkmalpflege spricht sich für die Fassadengestaltung nach historischem Vorbild aus, und beauftragte die Anlegung einer Musterfläche zur Begutachtung, welche bei den Gemeindebürgern in Wonneberg durch positive Rückmeldungen Zuspruch fand.
Für die Mehrkosten dieser Fassadengestaltung besteht bereits eine mündliche Zusage für eine Finanzspritze von Magister Paul Huber vom Denkmalamt in München. 
 
Nicht nur die Farbgestaltung der Gebäudefassade wird erneuert, sondern auch die brüchigen Gesims- und Lisenenprofile die noch aus gotischer Zeit stammen.
 
Die Massnahme der Restaurierung der Türportale läuft schon seit geraumer Zeit. Die an der Nordseite befindliche Bohlentüre mit reichem mittelalterichem Eisenbeschlag, die von innen durch einen Votivschrank verdeckt war, wurde bereits zur Aufarbeitung ausgebaut, wozu fünf Mann benötigt wurden um das massive Kunstwerk zu bergen. Diese Türe soll in Zukunft im Inneren des Kirchenraumes unverdeckt bleiben. Der Votivschrank wird an einem anderen Platz wieder aufgestellt.
 
Die teilweise Neugestaltung des Kirchenumfeldes und die Anbindung zum neu entstehenden Dorfplatz südseitig des Gotteshauses sind Bestandteil der zweiten großen Maßnahme die die Pfarrei in Angriff nehmen wird. Der Plan sieht vor, die Zugangspforte vom Dorfplatz her  nach Osten hin zu verbreitern, in etwa so breit wie das historische Tor an der Ostseite in der Friedhofsmauer, wodurch man bei Annäherung eine Blickachse auf das Kirchenportal erhält. Ein ebenfalls barrierefreier Weg zum Kirchenvorplatz soll den Zugang erleichtern.
 
Die Kirchenverwaltung St. Leonhard erhält bei der Umsetzung dieses Mammutprojekts, das eine Ergänzung und Vollendung der bereits vollzogenen Innenrenovierung in den Jahren 1980- 1986 darstellt, die Unterstützung von Architekt Thomas Bachmayer aus Vachendorf und Projektsteuerer Holger Farnik.

Bericht von Linda Babl


Einen interessanten Link dazu finden Sie hier: Kirche St. Leonhard
Unsere Kirche in Wonneberg
Eingebettet in die malerische Landschaft des Voralpenlandes liegt vor der Bergkette des Salzkammergutes, der Chiemgauer Berge und der Kampenwand die Kuratiekirche St. Leonhard am Wonneberg.

Die Kirche mit ihrem weithin sichtbaren barocken Zwiebelturm, ihrem historisch wertvollen Hochaltar und den einzigartigen Malereien im Innenraum ist eines der schönsten Gotteshäuser im Rupertiwinkel und für Kunstkenner aus nah und fern ein beliebtes Ziel.
Dass an diesem Ort der hl. Leonhard eine so stattliche Filialkirche bekam, liegt allein in der großen Verehrung des Bauernheiligen begründet, denn die Wallfahrtskirche hat schon jahrhundertelang ihre Bedeutung.
Unsere Kirche in Wonneberg
Die jetzige Kirche hatte eine romanische Vorgängerin, deren Fundamente bei Renovierungsarbeiten 1980 freigelegt wurden. In dieser Kirche wurde vermutlich Wilhelm von Wonneberg, der Erbauer der Kirche, 1193 bestattet.

Der heutige spätgotische Kirchenbau erfolgte 1496 unter dem Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach und dem Waginger Pfarrer Georg Stroppel. (Datierung an der Emporenbrüstung). 1996 konnte daher das 500-Jahr-Jubiläum der Kirche mit einem großen Fest gefeiert werden.

Innenrenovierung

Eine Renovierung besonderer Art und historischer Bedeutung wurde von 1980 – 1986 in Angriff genommen:
Was mehr als 200 Jahre im Innenraum der Kirche den Augen der Öffentlichkeit verborgen war, ist nach der Freilegung durch den Kirchenmaler und Restaurator Alois Stein aus Inzell ans Tageslicht getreten: Gleich einer Bilderbibel ist der ganze Kirchenraum von einem Passionszyklus und einem Heiligenhimmel überzogen. Die Wand- und Deckengemälde können auf die Jahre 1631/1633 datieren werden und sind damit ein kunsthistorisch wertvolles Zeugnis des Frühbarocks.
Vor allem dem Engagement von Herrn Kurat Hartinger, der Kirchenverwaltung und der großen Opferbereitschaft der Pfarrgemeinde ist es zu verdanken, dass die Innenrenovierung bereits 1986 abgeschlossen werden konnte. Mit einem Festgottesdienst wurde der Abschluss der Renovierungsarbeiten am 5.10.1986 feierlich begangen.

Decken- und Wandgemälde

Unsere Kirche in Wonneberg
Im Zentrum des Gewölbes im Altarraum leuchtet in alten Pastellfarben ein vielgestaltiger Passionszyklus, wobei es sich wohl um eine der frühesten Darstellungen der Kreuzwegstationen in Ober- und Niederbayern handelt.
 
Neben diesen Passionsgemälden sind 8 Engel mit den Leidenswerkzeugen als Attributen dargestellt und an den Chorstichkappen im Altarraum gruppieren sich 14  frühchristliche Märtyrerinnen ringsum.

Vom frühbarocken Heiligenhimmel des Langhausgewölbes schauen zahlreiche hl. Männer herab, ebenso sind die Wände des Langhauses sowie die Vorhalle reich mit Gemälden ausgestattet. Zu den Kostbarkeiten gehört das große, um 1500 entstandene Gemälde des hl. Christophorus, wie er das Jesuskind auf seiner Schulter über den Fluss trägt.

Altar

Altar
Hochaltar mit Statuen des hl. Leonhard, des hl. Aloisius und der hl. Agnes und Gemälden der hll. Laurentius, Johannes d. Täufers, Sebastian und Stephanus sowie die 5 Reliefbilder mit Szenen aus dem Alten Testament als Kunstwerk der neugotischen Epoche anzusehen.

Die größten Kostbarkeiten des Altares aber können von Aschermittwoch bis Karsamstag bei geschlossenem Schrein bewundert werden: Vier spätgotischen Flügeltafeln des berühmten Künstlers Gordian Guckh (Laufen) aus dem gotischen Vorvorgängeraltar von ca. 1513 wurden in den Hochaltar einbezogen. Die fast 500 Jahre alten, kostbaren Gemälde zeigen eindrucksvoll Darstellungen der Ölbergszene, Kreuztragung, Kreuzigung und Auferstehung.


Interessant ist hier auch, dass der Künstler als landschaftliche Hintergründe heimische Berge und Landschaften, wie z. B. den Gaisberg, den Staufen und den Hohen Göll mit den Städten Salzburg, Reichenhall, Hallein und dem Markt Teisendorf einbezogen hat. Diese Passionstafeln sind die qualitativ wertvollsten Malereien, die sich aus der Guckhwerkstatt erhalten haben.

Wallfahrtsgeschichte

Altar
Die Wallfahrtskirche St. Leonhard hat schon seit Jahrhunderten ihre Bedeutung. Während heute viele Besucher kommen, um den Innenraum mit den wunderschönen Malereien zu bestaunen, so gelobte man in früheren Jahrhunderten, als man selbst alltäglichen Krankheiten machtlos gegenüberstand, als ein Unglück im Stall oder schwere Unwetter die Existenz eines Bauern gefährdeten, Wallfahrten und Opfer, um drohende Gefahren abzuwenden.

Man hätte mit Sicherheit in einem Dorf, das über Jahrhunderte hinweg nur 3 Höfe zählte, kein derartiges Gotteshaus errichten können, wenn nicht bereits im 15. Jahrhundert eine blühende Wallfahrt bestanden hätte. Zu den Einnahmen zählten die Opferstock- und Sammelgelder, die Zinserträge aus gewährten Darlehen und der Erlös aus veräußerten Votivgaben.
Noch Ende des 18. Jahrhunderts wies die Kirche hunderte von Votivtafeln, Gestelle für schwere Ketten und eiserne Votivfiguren auf. Bei einer Visitation wurden all diese Gegenstände beanstandet und die Beseitigung angeordnet.

Die heute noch erhaltenen Votivgaben (Hufeisen, Bügel, Sporn, menschliche Figuren u. a.), sind nach Konservierung und Dokumentierung durch das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege in einem Schaukasten an der Nordwand des Hauptschiffes zu sehen. Die älteste Votivtafel von 1690 befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.
Die Finanzkraft der Wallfahrtskirche ermöglichte noch im vorigen Jahrhundert viele Aktivitäten in der Kulturarbeit. So wurde 1823 aus Kirchengeldern das erste Schul- und Lehrerhaus gebaut, 1892 folgte bereits ein erneuter Schulhausneubau. Die Wallfahrtskirche St. Leonhard hatte im 17. und 18. Jahrhundert so viel Geld, dass sie viele außerordentliche Ausgaben der umliegenden Kirchen –vor allem der Pfarrkirche Waging- bestritt. Die Leonhardikirche war sozusagen das Bankinstitut der Barockzeit für die nähere Umgebung.
Der traditionelle Leonhardiritt am Ostermontag wurde im Zuge der kirchlichen Reformen vom Salzburger Erzbischof Colloredo bereits für das Jahr 1786 verboten, da dieser in jeder Art von Volksfrömmigkeit Aberglaube witterte. Die Osterritte hörten in St. Leonhard jedoch erst 1881 gänzlich auf, als das Erzbischöfliche Ordinariat in München die Leonhardiwallfahrten verbot.

Der Leonhardiritt am Patroziniumstag (6. November) war von diesem Verbot glücklicherweise nicht betroffen und hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten.

Lebensgeschichte des hl. Leonhard

Mit Sicherheit wissen wir, dass Leonhard vor dem Jahre 500 aus dem Geschlecht des Frankenkönigs Chlodwig stammend, in Mittelfrankreich geboren ist. Sein Vater hatte bei Hofe eine einflussreiche Stellung inne und so hätte Leonhard auch ein weltliches Leben führen können. Bald aber schon zog es ihn in die Einsamkeit, wohin ihm mehrere Gleichgesinnte folgten. Seine besondere Sorge galt den Gefangenen, für die er sich unermüdlich einsetzte. Aus der Einsiedelei wurde bald ein angesehenes Kloster, in dessen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben viele entlassene Gefangene Arbeit und Heimat fanden. An seinem Lebensende stand er als Abt dem Kloster Noblac vor, in dessen Kirche er nach seinem Tod am 6. November 559 bestattet wurde.

Der hl. Leonhard wird meist dargestellt mit schwarzem Habit, mit Brustkreuz und Abtstab. Das wichtigste Attribut ist aber die Kette mit der Handfessel, der Gefangenenkette.
Der Erzbischof von Genua, Jakobus, erzählt um 1270 in der Lebensgeschichte des Heiligen, König Chlodwig hätte jeden Gefangenen begnadigt, um dessen Freilassung Leonhard gebeten hatte. So wurde er zum Patron der Gefangenen und im Laufe der Jahrhundert wurden ihm unzählige Wundertaten zugeschrieben. Zum Patron der Pferde wurde er erst im 17. und 18. Jahrhundert, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, im Laufe der Zeit als Viehketten deutete. Er gilt auch als Patron der Bauern und des Viehs, vor allem der Pferde, der Ställe, Stallknechte, Fuhrleute, Schmiede, Schlosser, Lastenträger, Obsthändler, Bergleute und der Wöchnerinnen und ist einer der 14 Nothelfer.
Nicht zuletzt wird er hochverehrt als Fürsprecher für die Armen Seelen.

Heilige sind zurück!

Drei Heiligenfiguren aus unserer Wallfahrtskirche in St. Leonhard wurden restauratorisch in Neumarkt St. Veit gewartet. Unser Kirchenpfleger und der Gemeindereferent haben die Mutter Gottes mit Kind, den hl. Bruder Konrad und das Herz- Jesu Bildnis wieder zurück gebracht. Nun stehen sie wieder auf ihren ehrwürdigen Plätzen.
Unsere Kirche in Wonneberg
Dieses Bild entstand bei der Abholung in Neumarkt.