St. Korbinian Freilassing

Pfarrei St. Korbinian feiert Weihnachten

Mit einer etwas anderen Weihnachtsandacht für Kinder begann der Heilige Abend in der Pfarrei St. Korbinian. Diakon Peter Kleinert hatte mit seinen Helfern ein Schattenspiel vorbereitet. Dazu war der Altarraum völlig abgedunkelt, neben dem Altar stand eine große transparente Leinwand und dahinter spielten Nina Sigmund und Lena Redel mit Hilfe von kleinen Figuren die Herbergssuche der heiligen Familie nach. Die erklärenden Worte dazu sprachen, in bayerischer Mundart, der Diakon und Dora Klaric sowie Claudia Sigmund. Als mit dem Lied: „Wer klopfet an, vorgetragen von Heinrich Hinterreiter an der Orgel die Andacht begann war die Kirche gut gefüllt und die vielen Kinderaugen voller Erwartung. Diakon Kleinert begrüßte danach die Pfarrgemeinde und erinnerte daran, dass heute ein besonderer Tag sei, denn heute wird auf der ganzen Welt der Geburtstag von Jesus gefeiert. Höhepunkt der weihnachtlichen Andacht war die Krippenlegung des Jesuskinds durch einen Ministranten und die Verkündigung der frohen Botschaft durch den Engel, der von Sarah Sigmund gespielt wurde. Durch gezielte Lichteffekte, von Robert Galler inszeniert, wurde eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Andächtig sangen die vielen Kinder „Ihr Kinderlein kommet“ und die Kerzen am großen Christbaum erhellten das Gotteshaus. Mit dem weihnachtlichen Segen und besten Wünschen endete diese besondere Weihnachtsandacht, die vielen Kinder noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Zur abendlichen Christmette fanden dann deutlich weniger Gläubige den Weg in die Kirche. Da Kaplan Tomasz Baluka erkrankt war wurde die Feier von Diakon Kleinert als Wortgottesdienst zelebriert. Um so feierlicher war die musikalische Gestaltung durch Vitus Lexhaller an der Konzertharfe und Heinrich Hinterreiter an der Orgel.
In seiner Ansprache erwähnte der Diakon, dass man auf mancher Geburtstagfeier den Jubilar oft mit „servus oide Hüttn begrüsst. Das ist gerade in unserer Gegend nicht abwertend gemeint, vielmehr vermittelt diese Anrede eine gewisse Vertrautheit und Wertschätzung.  Anderseits erzeugen alte Gebäude auch heute noch eine Faszination und Neugier.  Auch das Jesuskind kam in einer solchen „oidn Hüttn“ zur Welt und für die Hirten war es ein großes Geheimnis als der Stern über dem Stall leuchtete und erweckte Neugier. Erst als der Engel ihnen den Weg wies und erzählte, dass in dieser Nacht der Retter geboren wurde, fassten sie Mut und Vertrauen und gingen in die „oide Hüttn“ zur heiligen Familie.  Dieses Vertrauen und Zuversicht ist auch heute für uns umso wichtiger, wenn wir unsere Beziehungen pflegen wollen und fördert auch die christliche Gemeinschaft. Vielleicht strahlen wir dann, ähnlich wie der Stern von Bethlehem, und stecken mit dieser Zuversicht auch Mitmenschen in unsere Umgebung an und geben so ein Stück des weihnachtlichen Friedens weiter. Deshalb ist auch wichtig, dass wir unsere „weihnachtlichen Verwandschaftsralley“ nicht nur als lästig und stressig empfinden, sondern uns auch freuen wieder einmal die “oidn Hüttn“ treffen zu dürfen. Mich würde es freuen, erwähnte der Diakon, wenn sie mich beim nächsten Treffen liebevoll mit „oide Hüttn“ begrüßen würden.
In den Fürbitten erinnerte Kleinert an alle die an diesem Tag allein sind, in Angst leben, keine Geschenke bekommen oder nicht genug zu essen und auch kein zu Hause haben. Ebenso beteten die Gläubigen für die Mächtigen in dieser Welt aus Politik, Wirtschaft und Religion nach dem zu entscheiden und zu handeln, was zum Frieden und zum Aufbau der Menschheit beiträgt.
Traditionell endet die Christmette mit dem Lied „Stille Nacht, heilige Nacht, doch dieses Jahr trug Vitus Lexhaller im Anschluss noch einige weihnachtliche Weisen auf seiner Harfe vor, die die Gläubigen mit anhaltendem Applaus würdigten. Am Taufstein konnten die Besucher noch das Friedenslicht, welches von den Pfadfindern aus Bethlehem überbracht wurde, empfangen.
 
Text und Bilder: Willi Götzlich
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