Pfarrverband Isarvorstadt

Der Pfarrverband Isarvorstadt besteht aus den beiden Pfarreien St. Anton und St. Andreas in München
Andreaskirche, Foto: Traudl Schröder

Kirche St. Andreas, München

Die heutige Kirche St. Andreas wurde 1952/53 von Ernst Maria Lang gebaut und am 29. November 1953 geweiht (siehe Geschichte St. Andreas).
Kirche St. Andreas 2012 nach Innenrestaurierung

Architektonisch ein Wendepunkt

Zusammen mit der kurz zuvor geweihten Kirche „Zu den Hl. 12 Aposteln“ in Laim steht St. Andreas im Münchner Kirchenbau für die Abkehr vom Historismus und die Wende hin zur Moderne. Schlichte, einfache Formen prägen die Architektur. Abgesetzt vom kastenförmigen Kirchengebäude setzt der frei stehende Campanile ein von Weitem erkennbares Zeichen, das mit der Bavaria in Blickbeziehung steht. Im Kircheninneren bestimmen klare Linien und schlichte Eleganz das Bild des hellen Raumes. Dominant das große Chorkreuz, das Georg Johann Lang (1889–1968) geschaffen hat, der Vater des Architekten.

Seit 2014 auf der Denkmalliste

Seit Herbst 2014 ist die Kirche St. Andreas offiziell in die Denkmalliste eingetragen. Das Landesamt für Denkmalpflege begründet dies mit der besonderen historischen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung. Als einer der ersten Kirchenneubauten der Nachkriegszeit im Stadtgebiet zeigt St. Andreas die zurückhaltende Formensprache jener gemäßigten Moderne, die den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg verwüsteten Stadt weitgehend bestimmt hat und in ihren besten Beispielen durchaus zu einem Münchner Nachkriegsstil zusammengefasst werden kann. Der einfache Saalbau mit eingezogenem Chor und Campanile besticht im Innenraum durch Schlichtheit, gute Proportionierung und ausgeklügelte Belichtung. Die zeitgleiche Ausstattung birgt einige qualitätvolle Werke der Bildhauerei – etwa von Georg Johann Lang (wie oben erwähnt), Franz Mikorey und Eugen Mayer-Fassold. Sie gehören ebenfalls einer für München typischen Stilrichtung der Nachkriegszeit an. Die Innenrestaurierung (siehe unten) hatte den Denkmalwert des Hauses bereits umfassend berücksichtigt: Auf der Grundlage der noch weitgehend erhaltenen Originalsubstanz ist es dabei gelungen, durch einfache Abtragung der später auf- und eingebrachten „Schichten“ – und zwar sowohl an der Raumschale, als auch in der Innenausstattung – den ursprünglichen Raumcharakter wieder zu gewinnen. Damit dürfte St. Andreas heute eines der stilreinsten und ansprechendsten kirchlichen Raumbilder der frühen Nachkriegszeit in München bieten.

Innenrestaurierung

2008 bis 2012 konnte eine Innenrestaurierung unter Leitung von Hanns-Martin Römisch vom Erzbischöflichen Ordinariat die ursprüngliche baukünstlerische Intention wieder herstellen. In der Dokumentation des Erzbischöflichen Ordinariats heißt es dazu: „Im wieder gewonnen Farbklang aus Weiß, Schwarz, Rot und Gold, der dem Raum eine gleichermaßen großzügige wie feierliche Anmutung verleiht, erweist sich St. Andreas als Bau von ungeahnter Modernität, dessen Erscheinungsbild seiner Entstehungszeit weit voraus war.“

Bei der Restaurierung erfuhr der Innenraum auch Anpassungen an die heutigen pastoralen Anforderungen. Der Taufort wurde in den Eingangsbereich verlegt. An seinem Platz vorne im Seitenschiff ist eine Werktagskapelle entstanden. Mit der Verlegung der ausdrucksstarken Pietà von Hermann Rösner (1955) ist im Seitenschiff außerdem ein stimmiger Ort für die persönliche Andacht entstanden.
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Werktagskapelle

Im März 2014 wurde der neue Altar für die Werktagskapelle fertig und von P. Stefan Maria Huppertz gesegnet. Seinen Platz fand er anschließend im Seitenschiff rechts vorne. Er ist auch als Tragealtar für Prozessionen verwendbar. Das Vortragekreuz in der Werktagskapelle stammt aus der ersten Andreaskirche und wurde restauriert, ebenso die Stühle.
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Neues Heiliges Grab für die Kirche St. Andreas

Die Pfarrei hat außerdem in lebensnahe sakrale Kunst investiert. Rechtzeitig zu den Kar- und Ostertagen 2015 hat die Andreaskirche ein neues Heiliges Grab erhalten.

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