Pfarrverband Am Tachinger See

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Tettenhausener Glocken
Links die Florianiglocke und rechts die Herz-Mariä-Glocke

Die Glocken der Kirche von Tettenhausen

In der Tettenhausener Kirche hängen seit 1949 drei Glocken aus der berühmten Passauer Glockengießerei Perner und füllen heute den Turm wieder komplett aus. Denn bis zum Zweiten Weltkrieg bestand das Tettenhausener Geläut aus nur zwei Glocken. Nach dem großen Brand von 1840, dem auch die alten Glocken zum Opfer fielen, wurden 1842 wieder drei Glocken der Firma Oberascher aus Bad Reichenhall aufgezogen. Diese verrichteten ihren Dienst bis zum Ersten Weltkrieg; damals wurden die drei Glocken zu Munitionszwecken eingeschmolzen. Erst 1926 wurden zwei kleinere Glocken mit den Tönen b‘ (ca. 300 kg) und des‘ (ca. 160 kg) aufgezogen und läuteten im Turm, bis auch diese im Zweiten Weltkrieg wieder eingezogen wurden. Zwischenzeitlich läutete dann die Glocke der Kapelle in Schönthal im Tettenhausener Turm bis endlich 1949 wieder ein volles Geläut mit drei Glocken den Turm erfüllte. Diese drei Glocken haben entsprechend den drei alten Altären auch ihre Namen und sind mit entsprechenden Reliefs und Aufschriften verziert.

Die drei Glocken
1: Florianiglocke (Große), Ton g‘, ca. 635 kg, Ø ca. 1 m;
2: Herz-Mariä-Glocke (Mittlere), Ton b‘, ca. 380 kg, Ø ca. 85 cm;
3: Herz-Jesu-Glocke (Kleine), Ton c‘‘, ca. 260 kg, Ø ca. 76cm;

Wann hören wir welche Glocken?
Beim Viertelstundenschlag hören wir den Hammer auf die mittlere Glocke schlagen und zur vollen Stunde schlägt ein weiterer Hammer die Stunde auf die große Glocke.
Zum Engel des Herrn läutet täglich morgens, mittags und abends die mittlere Glocke, welche an kirchlichen Hochfesten durch die große Glocke ersetzt wird. Abends läutet dann noch die kleine Glocke nach und erinnert an die Verstorbenen.
Ein Besonderheit am Donnerstag abends ist, dass nach der Totenglocke noch die große Glocke nachläutet. Es ist das sog. Todesangst-Christi-Läuten, das an das Geschehen zu Beginn der Passion Jesu im Garten Getsemani erinnert.
Ähnlich ist es am Freitag um 15 Uhr: Die große Glocke erinnert an die Sterbestunde Jesu.
Der Sonntag oder Hochfeste werden am Vortag um 15 Uhr feierlich eingeläutet; dazu läutet zuerst jede Glocke einzeln, beginnend von klein nach groß und dann läuten alle drei zusammen – damit ist kirchlich dann Sonntag oder das entsprechende Hochfest.
Schließlich läuten die Glocken noch zu den einzelnen Gottesdiensten, zur Wandlung bzw. zum Segen und bei besonderen Anlässen. Auch der Jahreswechsel wird mit Glockengeläut begangen.
        
Verfasst für den Osterpfarrbrief 2020 von Konrad Roider, Dekan und Pfarrer



Läuten der Herz-Jesu-Glocke
Läuten der Herz-Mariä-Glocke
Läuten der Florianiglocke
Plenum-Geläut