Der Pfarrverband Glonn im Dekanat Ebersberg

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Die Filialkirche St.Koloman in Haslach Patrozinium: Koloman - 13. Oktober

Der Patron der Haslacher Kirche ist der Heilige Koloman. Südlich der Ortschaft gibt es eine kleine Kapelle an einer Quelle, die ebenfalls Koloman geweiht ist. Der Pilger Koloman wurde 1012  in Stockerau bei Wien erhängt. Seine Gebeine wurden 1014 nach Melk übertragen. Kolomanpatrozinien gibt es Bayern nur 39, davon in unserer Diözese 16. Unter dem Boden der  Kirche entdeckte man zwei Tuffplattengräber aus der ausgehenden Merowingerzeit (7-800). Es sind wohl frühe Siedler Haslachs. Den Ort gibt es also länger als Koloman. 1050 übergibt ein Othalmus sein Gütchen an den Heiligen Sebastian in Ebersberg. Damit wird der Einfluss der Ebersberger Benediktiner in Haslach seinen Beginn haben. Auch in Melk sind Benediktiner. So könnte der Heilige nach Haslach gekommen sein. Als Filialkirche von Glonn wird die Haslacher erst 1416 erwähnt. Warum nicht schon in der Conradinischen Matrikel von 1315? Möglicherweise gab es in Haslach noch keine Kirche. Wenn, dann mit einem anderen Patrozinium.
Die jetzige Kirche im gotischen Stil muss um 1500 erbaut worden sein. Möglicherweise ist Randeck, der im Stadthaus des Klosters Ebersberg wohnte, der Baumeister. Er hat auch die Kirchen von Egglburg und Hohenlinden gebaut. Um 1515 wird die Kirche vom Meister von Rabenden, beziehungsweise seiner Werkstatt ausgestattet. Wo der Meister angesiedelt ist, ist nicht bekannt. Jedenfalls ist er an 13 Orten im Landkreis vertreten. Die sich jetzt noch in Haslach befindliche Kreuzigungsgruppe (mit Maria und Johannes)  wird als eigenhändiges Werk des Künstlers bewertet und ist das Kostbarste in der Kirche, so Schnell & Steiner.  Andere Figuren sind im Museum.
Es ist anzunehmen, dass es ursprünglich einen gotischen Altar gab. Der jetzige frühbarocke Hochaltar mit der Figur Kolomans und wohl einem Stifterehepaar, stammt von 1642. Während die Seitenfiguren des Hochaltars die heiligen Frauen Magdalena und Helena darstellen, sind die  früheren Seitenaltäre mit Maria und Quirinus besetzt. Bedeutsam sind auch die 16 Bilder an der Emporebrüstung von 1646. Sie berichten vom Leben des Patrons. Ob sie von der Glonner Malerfamilie Schmidt stammen, ist nicht nachgewiesen. Bekannt ist allerdings der auftraggebende Haslacher Kirchenprobst Melchior Wiedmann. Wiedmann deshalb, weil er das zur Kirche Baiern grundbare Widumgut „beim Singer“ bewirtschaftet. Eigentlich schreibt er sich Wäsler und ist ab 1662  Glonner Furtmüller.
Von 1788 deutet ein Schreiben von Freising darauf hin, dass die Kirche abgerissen werden solle. Der Wind hatte die Turmkuppel (Dachreiter) herabgeworfen und natürlich das erst vor einem Jahr ausgebesserte Kirchendach beschädigt. Wahrscheinlich war die Kirche auch sonst in schlechtem Zustand. Michael Daubenberger, Georg Singer und weitere neun „Konsorten“ haben die Kirche wieder hergestellt. 1795 war man damit fertig. Aber schon 1803 wird die Kirche als „entbehrlich“ eingestuft. Pfarrer Aman aus Glonn widerspricht, im Gegensatz zur Kreuzer Kirche, wegen des Begräbnisses, wie er angibt. Tatsächlich hatte aber Haslach, mit Ausnahme der Toten des Pestjahres 1634, kein reguläres Begräbnis. Die Dorfbewohner stehen natürlich hinter ihrem Pfarrer. Und so wird die Kirche gerettet.
Ab 1963 wird unter Pfarrer Loithaler die Kirche innen und aussen einer umfassenden Sanierung zugeführt. Bei Abschlagung des Putzes erkannte man zwei Bauperioden, die spätgotische mit dem dreiseitigen Chorabschluss und eine ältere im Schiff. Kirchenmaler Helmut Knorr ist für die Innenrestaurierung zuständig. Alles Überflüssige wird entfernt und alte Malereien werden freigelegt. Die sich auf einem Dachboden befindlichen Kreuzigungsgruppe  des Meisters von Rabenden kam wieder in die Kirche. Weitere Werke des Meisters gehen als Leihgabe ins Diözesanmuseum. Bei der Erneuerung des Bodens werden besagte Tuffplattengräber freigelegt. Die Fundamente und der Aussenputz wurden erneuert.

verfasst von Johann Obermair