Der Pfarrverband Glonn im Dekanat Ebersberg

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Die Filialkirche St. Johannes der Täufer in Münster Patrozinium Johannes der Täufer - 24. Juni

Der Ortsname Münster bedeutet nicht – wie wie früher angenommen wurde,  ein verschollenes Urkloster, sondern lediglich der Besitz eines Münsters. Die erste Ansiedlung ist wohl im achten Jahrhundert durch Rodung im Auftrag eines Klosters entstanden, wahrscheinlich ist die Niederlassung von St. Emmeran in Regensburg ausgegangen. Es könnte auch Kloster Tegernsee gewesen sein. Etwa 1900 wurden im Friedhof auch Plattengräber ausgehoben. Das ist ein Beweis für eine frühe Besiedlung Münsters.
Bevor am 19. August 1130 der romanische Kirchenbau St. Johann Baptist geweiht wurde, hat es wohl Vorgängerkirchen gegeben. Um 1315 gehörte das Kirchlein zur Pfarrei Egmating. Um 1500 wurde die jetzige Kirche im spätgotischen Stil erbaut. Bei der letzten Restaurierung wurde ein spätgotisches Apostelkreuz an der südlichen Langhausinnenwand freigelegt sowie ein Stück des ehemaligen Tuffsteinmauerwerkes. Selten ist das gedrückte Lattengewölbe des Langhauses.
Den Altarraum schmücken die besonders beachtenswerte Figur der Muttergottes, die mit beiden Händen das Christuskind hält (um 1520). Als seitliche Altarfiguren sind Petrus und Johannes der Täufer sowie der heilige Augustin und der Apostel Judas Thaddäus zu sehen. Im Jahre 1690 gab der Pfarrer von Egmating die Genehmigung zur Renovierung der Münsterer Kirche. Bei dieser Gelegenheit wurde der ehemals gotische Altar durche einen barocken Altar ersetzt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde erst der Turm durch den Turmbaumeister Wenzel Welcher angebaut. Zunächst wurde der Turm nicht planmäßig erstellt, denn er reichte kaum über das Dach. 1854 musste der vermoderte Dachstuhl durch einen neuen ersetzt werden, bei dieser Gelegenheit wurde auch die Kirche neu gestrichen und neue Kirchenglocken gekauft.
Vor dem alten Südeingang veranstalteten Dr. Fastlinger und Studienrat Lebsche im Jahr 1895 Grabungen im Friedhof auf der Suche nach einer alten Gruft. Es trat ein ziemlich ausgedehntes, eineinhalb Meter tiefes Gebeinfeld zu Tage. Erst 1904 wird der Kirchturm von Zimmerermeister Josef Landthaler aus Glonn um zwei Meter höher gebaut und mit einem Blitzableiter versehen. 3600 Markt kostete die Renovierung der Kirche, wobei 2000 Mark von der Hubertochter Anna Sedlmaier stammen. Der Rest wurde durch Umlagen finanziert, wobei die Gemeinde viele Hand- und Spanndienste leistete. Ab 1927 gehört die Münsterer Kirche zur Pfarrei Glonn. Im Laufe der nächsten Jahre wird sie unter Pfarrer Loithaler und Dekan Schneider mehrmals renoviert und so steht die schmucke Kirche mitten im Ort noch heute ganz adrett dar. Noch eine Münsterer Besonderheit: Seit 1941 ist Florian Huber Mesner der Kirche. 
 
verfasst von Johann Obermai