Pfarrverband Milbertshofen

St. Georg, Milbertshofener Platz 2, 80809 München, Tel. (089) 35 72 70-0, st-georg.milbertshofen@ebmuc.de
St. Lantpert, Torquato-Tasso-Str. 40, 80807 München, Tel. (089) 35 811 91-0, st-lantpert.muenchen@ebmuc.de

Alte St. Georgskirche und der Förderverein

Alte St.-Georgs-Kirche, Foto Peter Schmid

Geschichte

Der Mittelpunkt der einstigen Schwaige und des späteren Dorfkerns von Milbertshofen war jahrhundertelang das St. Georgskircherl. Mit der Errichtung der neuen Pfarrkirche am heutigen Milbertshofener Platz, die ebenfalls dem Hl. Georg geweiht ist, wurde das Kircherl entwertet. Gleichwohl wurde der Ort um das Kircherl bis auf den heutigen Tag "Alter St.-Georgsplatz" genannt. Am 13. Juni 1944 wurde bei einem Luftangriff die alte St. Georgskirche größtenteils zerstört. Das Kirchenschiff war ausgebrannt, der Chor und der Turm schwer beschädigt. Der wertvolle spätgotische Flügelaltar konnte vorher in Sicherheit gebracht werden. Im August 1949 sollte der Abbruch der gesamten Ruine erfolgen. Durch die Initiative des Milbertshofener Stadtrates Gottfried Zimmermann, aus der Riesenfeldstraße, konnte der Totalabriß der denkmalgeschützten Kirche verhindert werden.

Bald darauf wurde der restaurierte Turm und das Presbyterium als Totengedächtniskapelle eingeweiht. Das einstige Wahrzeichen von Milbertshofen war somit erkoren, wieder als Zufluchtstätte andächtig dankbarem Gedächtnisses zu dienen. Noch heute finden am Volkstrauertag Gedenkfeiern für die Opfer beider Weltkriege hier statt. Somit erlangt zeitweilig der einstige Dorfkern eine Aufwertung.        

Durch städtebauliche Veränderungen in den 60er Jahren wurden mehrere historische Gebäude, Reste der einstigen Schwaige, abgerissen oder verändert wieder aufgebaut. Um so schwieriger wurde es, die einstige Dorfkirche in das neue Stadtbild einzugliedern. Ab 1970 wurden die ersten Überlegungen und Pläne zu einem angemessenen Anbau angefertigt. Namhafte Architekten wie der Landeskonservator Dr. Schubert, Dipl. Ing. Apfelbeck von Milbertshofen, Professor Hans Döllgast u.a. befassten sich mit dem Wiederaufbau der Kriegsruine. Doch keiner dieser Entwürfe wurde verwirklicht. Somit schritt die Dorfkernzersiedelung weiter voran.
Alte St.-Georgs-Kirche, Foto Peter Schmid

Zur Gründung des Fördervereins

Am 21. November 1981 wurde unter Pfarrer Walter Hutterer der "Förderverein Alte St. Georgskirche", mit dem Ziel gegründet, die Kriegsruine wieder aufzubauen und den zwischenzeitlich ausgelagerten und in Restauration befindlichen St. Georgsaltar an seinen angestammten Ursprungsort zurückzubringen und somit den noch verbliebenen Dorfkern von Milbertshofen zu erhalten oder sogar zurückzugewinnen.

Erster Vorsitzender wurde Dr. Hans Graßl. Umgehend wurde eine Satzung erarbeitet, der Antrag auf Gemeinnützigkeit gestellt und durch Werbung die Mitgliederzahl deutlich angehoben. Es sollte eine gezielte Stadtteilarbeit stattfinden.                 
                 
In der Satzung, am 22. September 1982 ins Vereinsregister eingetragen, heisst es im §2: Der Verein verfolgt aussschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar den gemeinnützigen Zweck,
  • die Erneuerung und Pflege der unter Denkmalschutz stehenden Alten St.- Georgskirche am Alten St.-Georgs-Platz in München sowie
  • die Instandsetzung der Einrichtung dieser Kirche (insbesondere des gotischen Flügelaltars) materiell, ideell und publizistisch zu fördern.
Der Bevölkerung von Milbertshofen bietet der Verein eine Dauerausstellung im alten St. Georgskircherl an: "Vor 200 Jahren Dorfgründung von Milbertshofen, seit 100 Jahren St. Georg selbständig".
Kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen finden regelmäßig am Alten-St.-Georgs-Platz statt. Und es ist eine Bildblattreihe (bisher 15 Stück) über die Geschichte von Milbertshofen entstanden. Als Bausteine für den Wiederaufbau der alten Dorfkirche gedacht, stellt der Verein damit der Bevölkerung von Milbertshofen auch die kulturelle Bedeutung dieses Stadtteiles vor.

Diesem Ziel dient der Verein. Sein Anliegen ist daher in der gegenwärtigen Situation in besonderer Weise aktuell. Das einzige noch verbliebene Kulturgut, der aus der Pollakschule stammende spätgotische Flügelaltar von 1520, muss der Milbertshofener Bevölkerung erhalten bleiben.
Denkmalschutz_2008_VS_200

Auszeichnung 2008

Verleihung der Denkmalschutzmedaille 2008
des Bayrischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
für Besondere Verdienste im Denkmalschutz am 14. September 2008 durch
Dr. Thomas Goppel
(Bayrischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst)