PFARRVERBAND PARTENKIRCHEN-FARCHANT-OBERAU

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Geschichte der Pfarrei St. Andreas Farchant

1315 wird die Andreaskirche im Verzeichnis der Werdenfelser Kirchen neben den Kirchen von Mittenwald, Partenkirchen, Wallgau und Oberau als eine der fünf Filialen der Garmischer Pfarrkirche genannt.

Während Mittenwald und Partenkirchen bereits im 16. bzw. 17. Jahrhundert aus der Mutterpfarrei Garmisch entlassen wurden, musste Farchant noch bis 1945 darauf warten.

Das bedeutete für die Farchanter, dass sie an zahlreichen Sonntagen und allen Feiertagen nach Garmisch zur Kirche gehen mussten, dort auch beichten und kommunizieren. Auch die Taufen fanden fast ausnahmslos in der Garmischer Pfarrkirche statt.
Im Jahre 1700 kann in einem Vertrag mit Pfarrer Paulus Marx von Garmisch vereinbart werden, dass künftig ein Kooperator aus Garmisch vorwiegend für die Seelsorge in Farchant tätig sein soll.
Von nun an sind an den meisten Sonntagen auch unter der Woche Messen in Farchant.
historie
1703 heißt es in der Chronik: „Die alte St. Andreas-Kirche verschlingt immer mehr Geld für Reparaturen und schon seit einigen Jahren wird ihr Zustand offiziell als „baufällig“ beschrieben.“

Auch in der Folgezeit fallen viele Reparaturen an, so dass die Farchanter 1727 bei der Regierung in Freising vorstellig werden. Sie erhalten vom Landesherrn, dem Bischof von Freising, die Erlaubnis, die alte, baufällige und kleine gotische Kirche (mit Spitzturm) abzureißen und eine neue Kirche zu bauen.

Mit großem Eifer machten sich die damals 360 Bewohner des Dorfes an den Kirchenbau. Unter der Leitung des Münchner Stadtbaumeisters Johann Mayr und großen Eigenleistungen der Farchanter entstand in zweijähriger Bauzeit das neue Gotteshaus auf dem alten Platz.
historie
1748 stiften der reiche Kaufmann Josef Gastl und sein Bruder Matthias 5000 Gulden und ihr neuerbautes Haus am Gern, den heutigen Pfarrhof.
Sie wollen, dass der Ort seinen eigenen Geistlichen bekommt und unterstützen damit den lang gehegten Wunsch der Farchanter.
Ihre Schwester Katharina Gastl stiftet 1777 wenige Tage vor ihren Tod weitere 5000 Gulden dazu.

Doch der Pfarrer von Garmisch sträubt sich weiter gegen eine selbstständige Seelsorge in Farchant.

Erst 1792 ist es nach langen und schwierigen Verhandlungen endlich soweit: Die Stiftung der Geschwister Gastl wird verwirklicht.

Der Schulbenefiziat erteilt regelmäßigen Unterricht im Benefiziatenhaus, die Farchanter brauchen nur noch an zehn besonderen Feiertagen des Jahres nach Garmisch zur Messe zu gehen. Alte Leute dürfen in Farchant beichten und kommunizieren.

Franz Schandl aus Mittenwald wird der erste Benefiziat in Farchant.

Ab 1811 durften auch in den Filialkirchen Taufen gespendet werden, so wurde auch in St. Andreas ein Taufstein aufgestellt.

1938 wurde St. Andreas zur Pfarr-Kuratie ernannt.

1945 erhebt Kardinal Michael Faulhaber die Kuratie Farchant zur Pfarrei.
Der damalige Kurat Max de l'Espine wird zum ersten Pfarrer von St. Andreas ernannt.


Quelle:
"50 Jahre Pfarrei St. Andreas" von Josef Brandner
forcheida, Heft Nr. 5, April 1996

und
Farchanter Drei-Föhren-Chronik, 1979
von Josef Brandner