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Pfarrverband Trostberg

Pfarrbüro Trostberg - Tel. 08621 / 64 600-0 - Pfarrbüro Schwarzau - Tel. 08621 / 98 37-0
Header_Tod
Bild_Sonnenuntergang

Wenn der Tod anklopft…

Wir alle müssen sterben. Wie die Geburt, so ist auch der Tod nicht Sache des Menschen selbst. Keiner weiß, wann und wie sein Leben zu Ende geht. Manchmal ist es eine lange Krankheit, manchmal ein Unfall, der zum Tode führt. Auch wenn wir das alle wissen, bestürzt uns der Tod eines Menschen. Je näher er uns stand, desto größer ist der Schmerz. Wichtig ist deshalb, dass der Tod nicht verdrängt wird, sondern dass man darüber mit den nächsten Angehörigen spricht und soweit möglich, seine Angelegenheiten vorher regelt. Jeder Tag kann der letzte sein.
    
„letzte Dinge regeln“
Hilfreich ist eine
  • Patientenverfügung
  • Betreuungsverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • ein Testament
  • eine Liste all derer, die die Angehörigen informieren sollen.
Sie erleichtern den Angehörigen wichtige Entscheidungen.
Sterbegebet
Seelsorger oder Seelsorgerinnen sind für sie da“
Kranke und Sterbende wollen gerne gewisse Sachen ihres Lebens in Ordnung bringen. Dazu können ein Gespräch mit einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin
die Krankensalbung,
die Beichte
der Empfang der Kommunion – Wegzehrung,  
oder der Sterbesegen
eine Hilfe sein.
Scheuen Sie sich als Angehöriger oder guter Bekannter nicht, mit einem schwer Kranken oder Sterbenden darüber zu sprechen. Manchmal stirbt es sich auch leichter, wenn man sein Leben vor Gott schon im Leben erleichtert hat und sich von ihm getragen und geborgen weiß, auch in der Nacht des Todes. Der Seelsorger steht Ihnen dabei gerne bei.
 
Auch die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr für sie da. Manchmal kommt man als Betroffener an persönliche Grenzen, in denen einen Gespräch hilfreich sein kann.
Telefonseelsorge Rufnummer : 0800 / 11 10 111 oder 11 10 222 (Anruf kostenlos!)

Den Sterbenden begleiten im Dasein und Gebet
Es tut dem Sterbenden gut, sich von lieben Menschen begleitet zu wissen. Es kann aber auch von Zeit zu Zeit gut sein, ihm eine Zeit zu lassen, in der er allein ist. Auch im Leben ist der Mensch nicht immer von anderen umgeben und braucht Zeit für sich.
Bekannte Gebete und Lieder geben Hilfe und Halt. Scheuen sie sich nicht, sich mit dem Sterbenden auf den Tod vorzubereiten. Auch wenn der Kranke nicht mehr reagiert, so kann er sie doch oft noch hören. Bekannte Gebete, wie das Vater unser geben Sicherheit. Auch im Gotteslob finden sich viele Gebete, die sie vorlesen können. Vielleicht wissen sie auch, welche Lieder der Sterbende gerne mag. Diese können sie ihm singen oder ihm vorspielen. Gehalten sein tut gut. Berührung gibt Wärme und Trost. Berühren sie den Sterbenden, halten sie seine Hand, sie dürfen ihn streicheln. Wenn es ihm nicht gut tut, werden sie es merken.
Gebete mit Sterbenden finden sie hier.
Leben bis zuletzt – in Würde sterben -  Unterstützung durch die Hospiz- und Palliativarbeit
Um Sterbende nicht allein zu lassen, engagieren sich viele Menschen für die Hospizbewegung. Die Sterbebegleitung, wie sie dort verstanden wird, ist immer Hilfe im Sterben.

Es gibt verschiedene Hilfesangebote

- Ambulanter Hospizdienst – individuelle Begleitung auf dem letzten Lebensabschnitt:

Ehrenamtliche Hospizbegleiter_innen begleiten und besuchen sie im häuslichen Umfeld unentgeltlich.

  • Sie hören zu und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung.
  • Sie entlasten und unterstützen Angehörige in der Betreuung.
  • Sie begleiten beim Spaziergang, Arztbesuch oder Einkauf.
  • Sie leisten kleine Hilfen im Alltag.
  • Sie sind einfach da – offen für Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen.
Außerdem erhalten sie Beratung durch Sozialpädagoginnen bei persönlichen, familiären und sozial-rechtlichen Fragen.

Ambulanter Hospizdienst
Caritas-Zentrum Traunstein
Herzog-Wilhelm-Str. 20
83278 Traunstein

 0861 / 988 77-920
 ambulanter-hospizdienst-ts@caritasmuenchen.de
www.caritas-traunstein.de
   
 
- Netzwerk Hospiz e. V. – Leben bis zuletzt

Das Netzwerk Hospiz e. V. bringt bei unheilbarer, fortschreitender Erkrankung die Palliativmedizin sowie die richtige Versorgung und Begleitung an ihren Lebensort: nach Hause in die vertraute Umgebung oder ins Pflegeheim. Ziel  ist nicht die Heilung der Krankheit, sondern die Verbesserung der Lebensqualität. Einen wesentlichen Beitrag leistet dabei die Schmerzbehandlung.
 
Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Kliniken, Hausärzten und Pflegediensten und durch den Einsatz von erfahrenen Pflegekräften (Brückenschwestern).
Wird das Krankheitsgeschehen komplexer und die Betreuung intensiver, können über eine Verordnung vom Hausarzt teameigene Palliativärzte und weitere Dienste hinzugezogen werden.
Sie erreichen das Netzwerk Hospiz e. V.  rund um die Uhr!
 
Netzwerk Hospiz
Schlossstr. 15 a
83278 Traunstein
 0861 / 96 96 12-0

 info@netzwerk-hospiz.de
www.netzwerk-hospiz.de

Was ist zu tun, wenn ein lieber Mensch verstorben ist

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Das Sterben eines Menschen ist ein wichtiger und besonderer Augenblick. Es sollte Zeit sein, diesen Augenblick in Ruhe bewusst wahr zu nehmen. Nehmen sie sich Zeit, sich in Ruhe von dem Verstorbenen zu verabschieden.  Sie können dazu eine Kerze aufstellen.
 
Feststellen des Todes
Wenn ein Mensch gestorben ist, muss ein Arzt den Tod feststellen und bescheinigen. In der Todesbescheinigung wird der Arzt aufgefordert, die Ursache des Todes zu beurteilen: Es wird unterschieden zwischen „natürlicher Todesart“, „nicht natürlicher Todesart“ und „nicht aufgeklärt, ob natürliche oder nicht natürliche Todesart“. Da der Hausarzt die Krankheitsgeschichte am besten kennt, ist es empfehlenswert, den Hausarzt  zu kontaktieren.
Nur bei der vom Arzt erkannten „natürlichen Todesart“ ist der Leichnam zur Bestattung freigegeben. Andernfalls muss die Staatsanwaltschaft die näheren Umstände des Todes ermitteln.
 
Kontakt mit dem Seelsorger/der Seelsorgerin
Gerne kommt ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin, um den Sterbesegen bzw. Verstorbenensegen zu spenden und ihnen beizustehen. Er kann mit ihnen auch evtl. offene Fragen zur Sterbeandacht und Beerdigung klären.
 
Wenden sie sich bitte an die Pfarrbüros oder direkt an die Seelsorger.
     
Verständigung des Beerdigungsinstitutes
Verstorbene müssen nicht sofort dem Beerdigungsinstitut übergeben werden, sie können in der Wohnung noch mehrere Stunden oder auch Tage aufgebahrt werden. Damit haben alle Nahestehenden die Gelegenheit, Abschied zu nehmen. Ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin kann sie dabei begleiten.
Sprechen sie mit dem Beerdigungsinstitut ab, wie viel Zeit gut für sie ist.

Zeit zum Abschiednehmen
Sie können dem Verstorbenen noch einmal sehr nahe sein, indem sie ihn selbst waschen und ankleiden, den Raum so gestalten, wie er sich wohlfühlen würde, mit Blumen, Düften, Musik und Kerzen. Auch Kinder sollen nach Möglichkeit mit einbezogen werden. Oft tut es gut, den Frieden zu erleben, der vom Antlitz eines Verstorbenen ausgehen kann. Lassen sie sich Zeit, Abschied zu nehmen, zu trauern und zu weinen – zu wachen und zu beten. Holen sie sich Menschen, die ihnen gut tun, zu Hilfe. Der Bestatter kann ihnen bei den praktischen Dingen eine Unterstützung sein. Auch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen ist für das Bemühen zu danken, wenn Tote würdevoll aufbewahrt und Angehörigen ein geeigneter Raum und genügend Zeit zum Abschiednehmen gegeben werden. Es ist auch möglich, den Verstorbenen für die Totenwache nach Hause bringen zu lassen.

Zwischen Tod und Begräbnis

Die Zeit zwischen Tod und Begräbnis ist oft eine Zeit der Geschäftigkeit, viele Dinge sind zu erledigen. Es ist aber auch wichtig, sie als erweiterte Zeit des Abschiednehmens und Loslassens zu sehen. Es braucht seine Zeit, zu verstehen und anzunehmen, dass ein Mensch endgültig gestorben ist. Auch die Trauer braucht ihren Raum. Auch andere Menschen wollen sie dabei begleiten.
 
Bitte kontaktieren sie ihr zuständiges Pfarrbüro:
Hier erhalten sie Informationen über mögliche Andachtsformen, in welcher Form die Beerdigungsfeier stattfinden kann und es können die Termine vereinbart werden. 
Ihr Seelsorger oder ihre Seelsorgerin wird sich dann baldmöglichst an sie wenden, um das Trauergespräch zu vereinbaren.

  
Trauergespräch mit dem Seelsorger oder der Seelsorgerin
Zur Klärung, in welcher Weise die Begräbnisfeier bzw. welche Andachtsform in der Zeit davor gewählt wird, ist das Trauergespräch mit dem Seelsorger, der Seelsorgerin wichtig. Man trifft sich im Pfarrhaus oder bei ihnen zu Hause.
Es wird über das Leben und auch das Sterben des Toten gesprochen. Es ist genügend Zeit, dass sie von ihrer Trauer, von Schmerz und auch von Dankbarkeit erzählen können. Für den Seelsorger ist das Hören wichtig, damit er sich einfühlen kann. In diesem Zusammenhang wird auch der Verlauf und die Gestaltung des Begräbnisgottesdienstes besprochen. Es ist hilfreich, wenn Sie dazu einige Stichworte zum Leben des Verstorbenen mitbringen, an denen die Persönlichkeit, das Leben und Wirken (Vorlieben und Stärken) sichtbar werden.

Andachtsformen  zwischen Tod und Begräbnis
Mit verschiedenen Andachtsformen können Zeiten geschaffen werden, in denen im gemeinsamen Gebet Platz ist für die Trauer und die Hoffnung. Es wird empfohlen, in der Zeit zwischen Tod und Begräbnis die Beisetzung, den Sterberosenkranz oder eine Totenandacht zu feiern.

- Beisetzung – Gebet am Trauerhaus
Nach der Ankunft des Leichnams im Leichenhaus bzw. der Aussegnunghalle wird eine kurze Andacht am Leichenhaus bzw. der Aussegnungshalle durch eine Seelsorger_in oder eine Wortgottesdiensleiter_in gehalten. 

- Totenandacht
Die Trauergemeinde trifft sich in der Pfarrkirche oder einem geeigneten Andachtsraum, evtl. auch nach der Beisetzung. Ein Seelsorger_in oder ein Wortgottesdienstleiter_in gestaltet eine Andacht mit meditativen Texten, einer Lesung aus der Bibel und Fürbitten, in der des Verstorbenen gedacht und  für ihn gebetet wird. Hierbei ist es auch möglich, miteinander zu singen.
 
- Sterberosenkranz
Eine lange Tradition hat der Sterberosenkranz. In der Pfarrkirche oder einem geeigneten Andachtsraum trifft sich die Trauergemeinde evtl. auch nach der Beisetzung und betet das meditative Rosenkranzgebet im Gedenken an den Verstorbenen. Ein Vorbeter oder eine Vorbeterin steht dem Gebet vor.

Die Kirchliche Begräbnisfeier - verschiedene Möglichkeiten

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Als Christen verabschieden wir uns von den Verstorbenen bei der kirchlichen Begräbnisfeier. In ihr vertrauen wir ihn der Liebe Gottes an. Wir tun es in der Überzeugung, dass wir über den Tod hinaus miteinander verbunden bleiben.
Wenn der/die Verstorbene nicht schon vor dem Tod einen festen Wunsch geäußert hat, welche Art der Bestattung er/sie wünscht, entscheiden die Angehörigen, welche Form der Begräbnisfeier gewählt wird. Bei der Entscheidung steht ihnen gerne ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin zur Seite. Informieren Sie das Pfarramt bzw. das Bestattungsinstitut über ihre Wünsche.
Es besteht die Möglichkeit der Erdbestattung oder einer Urnenbeisetzung.
In beiden Fällen geht der Bestattung eine gottesdienstliche Feier voraus. Bei der Urnenbeisetzung kann diese  vor Einäscherung erfolgen.


Sie können zwischen zwei Gottesdienstformen wählen:
 
Begräbnismesse
Die Begräbnismesse (Eucharistiefeier) findet in der Kirche statt und wird von einem Priester geleitet. Sie wird auch Requiem genannt. Die Begräbnismesse ist eine Gottesdienstfeier mit Gebet, biblischen Lesungen, einer Predigt und dem Eucharistieteil mit Kommunionausteilung. Wenn dem oder der Verstorbenen bzw. den Angehörigen die Feier der Hl. Messe mit dem Empfang der Hl. Kommunion wichtig gewesen bzw. wichtig ist, wird diese Form angeraten. Die gute musikalische Gestaltung ist für die Atmosphäre im Gottesdienst sehr hilfreich. Nach der Begräbnismesse findet die Bestattung des Leichnames oder die Asche des Verstorbenen auf dem Friedhof statt.
 
Trauer-Wortgottesdienst
Der Trauer-Wortgottesdienst findet in der Aussegnungshalle bzw. in der Kirche statt und wird von einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin geleitet. Im Trauer-Wortgottesdienst ist eine Gottesdienstfeier mit Gebet, biblischen Lesungen und einer Predigt. Es findet keine Kommunionausteilung statt. Nach dem Trauer-Wortgottesdienst wird der Leichnam oder die Asche des Verstorbenen auf dem Friedhof bestattet.

Zeit der Trauer

Trauer_Pusteblume
Die Trauer um den Verlust eines nahestehenden Menschen gehört zu den tiefgreifendsten Erfahrungen in unserem Leben. Abschiednehmen und Loslassen sind ein Prozess. Das Wort Trauerarbeit zeigt, dass Trauer Kraft und Zeit braucht. Sie will und muss gelebt werden und braucht dafür Erlaubnis, Raum, Schutz. Trauer ist keine Krankheit. Nicht gelebte Trauer kann allerdings in eine Depression führen. Rituale helfen in der Trauer: Anzünden einer Kerze, Sprechen eines Gebet, Besuch des Grabes, Teilnahme an einem Gedenkgottesdienst, Treffen mit anderen.
Jeder lebt seine Trauer so, wie es für ihn angemessen und gemäß ist. Manchmal bedarf es einer Begleitung. Das Wissen um andere, die ebenfalls einen Trauerweg gehen, kann Trost und Halt schenken. Hier erwächst die Möglichkeit, im Gespräch, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam in die Welt der Erinnerung einzutreten.
 
Angebote für Menschen in Trauer
 
Ihr Seelsorger/ihre Seelsorgerin ist für sie ansprechbar 
  • im Trauergespräch, das vor der Bestattung findet und
  • auch für die nachfolgende Zeit in Form einer Trauerbegleitung. 
  • Wenden sie sich an das Pfarrbüro und vereinbaren sie einen Gesprächstermin
Gedenkgottesdienste
„Es ist ein guter und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten“, heißt es im Buch der Weisheit des Alten Testaments in der Bibel. Die Kirche gedenkt der Verstorbenen in jeder Eucharistiefeier. Es tut auch gut, wenn einem Verstorbenen in besonderer Weise, z. B. zum Jahrestag, bei einem Gottesdienst gedacht wird.
 
Jeden 3. Freitag eines Monats findet in der Seitenkapelle der Stadtpfarrkirche St. Andreas eine Hl. Messe mit Gedenken an die Verstorbenen des Vormonats statt. 
  
Die Angehörigen, Freunde und Bekannten können außerdem im Pfarrbüro den Wunsch nach einem Gottesdienst mit besonderem Gedenken an den Verstorbenen (Intention) formulieren. Es wird ein geeigneter Termin gesucht und ein kleines Entgelt für den Verwaltungsaufwand erhoben. 
   
Am Nachmittag des Allerheiligentags besuchen wir die Gräber unserer Lieben, beten für sie und segnen alle Gräber.
An Allerseelen (2. November – bitte aktuell in den Pfarrnachrichten nachlesen) wird in besonderer allen Verstorbenen eines Jahres gedacht.
 
Offene Angebote für Menschen in Trauer
Der Ambulante Hospizdienst bietet Möglichkeiten der Begegnung an. Die Angebote sind offen für alle, unabhängig von Weltanschauung oder Konfession und unabhängig davon, wie lange der Verlust zurück liegt oder wen sie verloren haben. Sie werden von geschulten Trauerbegleiterinnen geleitet, die die Schweigepflicht achten und sind kostenfrei.
  • Trauercafe
  • Trauerwanderung
  • Kreative Angebote

Informationen bei
Ambulanter Hospizdienst Traunstein
Herzog-Wilhelm-Str. 20
83278 Traunstein                  
0861 / 988 77 9-20     
    
 ambulanter-hospizdienst-ts@caritasmuenchen.de
www.caritas-traunstein.de
 
Weitere Angebote

  • Selbsthilfetrauergruppe für Angehörige um Suizid
    Kontakt: Regina Grundner 08621 / 3109 o. Selbsthilfekontaktstelle 0861 / 20 46 692
     
  • Verwaiste Eltern bei Tod eines Kindes
    Kontakt: Betroffene Mutter Inge Bauer, Grassau;  08641 / 69 99 876
    Kontakt: Verwaiste Eltern München e. V.,  089 / 480 88 99-0
    www.ve-muenchen.de       

Kinder und der Tod

Bild_Kinderhand_Blume
Aus dem Elternbrief der katholischen Kirche Nr. 24 "Ihr Kind nach 5 3/3 Jahren". www.elternbriefe.at
 
Über Tod und Sterben reden Erwachsene nur ungern. Schon gar nicht mit Kindern. Und wenn Kinder aus einem aktuellen Anlass über Tod und Sterben etwas wissen wollen, dann fehlen Eltern die Worte – vor allem dann, wenn sie selbst betroffen sind. Sie sind schnell versucht, auszuweichen oder abzulenken. Oder sie glauben, die Kinder davor bewahren zu müssen, mit der schrecklichen Wirklichkeit des Todes in Berührung zu kommen. Sie möchten sie schonen.
 
Doch der Versuch, den Fragen der Kinder auszuweichen, bewirkt eher das Gegenteil: Sie fühlen sich allein gelassen. Wann immer Kinder über den Tod sprechen wollen, brauchen sie eine klare, kindgemäße Antwort. Eltern sollen offen und ehrlich sprechen und die Kinder dabei auch von ihren Vorstellungen über den Tod erzählen lassen. Am besten versuchen Mütter und Väter ihren Kindern deutlich zu machen, dass der Tod zum Leben gehört. Es gibt viele Gesprächsanlässe im alltäglichen Leben, die man aufgreifen kann.
 
Wenn der Tod eines nahen Familienmitgliedes bevorsteht, können Kinder behutsam und rechtzeitig darauf vorbereitet werden, indem man ihnen ankündigt, dass z.B. die Oma oder der Opa alt und schwach ist und bald sterben wird. Es ist eine schlimme Erfahrung für das Kind, wenn es durch die scheinbare Fürsorge der Erwachsenen ausgeschlossen wird. Denn es spürt die Veränderungen im Verhalten der anderen, kann sie sich aber nicht erklären. Vor allem dann, wenn ein Mensch gestorben ist, den das Kind gut kannte, sollte man ihm Gelegenheit geben, sich intensiv mit dem Tod und dem Sterben auseinander zu setzen. Die Erwachsenen können viel mit ihm darüber reden und dabei auch die eigene Betroffenheit und Trauer zum Ausdruck bringen. Es ist besser, seine Gefühle zu zeigen als sich zu verstellen, weil man angeblich vor dem Kind nicht weinen darf. Wer das Kind in die eigene Trauer einbezieht, kann auch gemeinsam mit ihm trauern. Das hilft allen am besten über den ersten Schmerz des Verlustes hinweg.
 
Außerdem sollten Eltern es ihrem Kind ermöglichen, sich von dem geliebten Menschen zu verabschieden. Vor der Beerdigung können sie mit ihm noch einmal zum (offenen) Sarg gehen, für den Verstorbenen eine Kerze anzünden und beten. Das Kind kann ihm auch eine Blume oder etwas Selbstgebasteltes zum Abschied mit in den Sarg geben. Friedhofsbesuche können helfen, an den Verstorbenen zu denken.  Das Abschiednehmen am Sarg des Toten ist für Kinder umso wichtiger, je näher er ihnen gestanden ist. Wenn zum Beispiel Vater, Mutter oder Großeltern gestorben sind, sollten Kinder sie auch noch als Tote sehen dürfen. Selbst kleine Kinder können den Anblick eines toten Menschen besser verkraften als die hilflosen Versuche der Erwachsenen, sie davor zu bewahren.  Am besten hilft es den Buben und Mädchen, wenn sie ihre Erlebnisse, Gefühle und Erinnerungen aussprechen oder auf andere Weise ausdrücken dürfen, zum Beispiel durch Malen.
 
Über den Tod reden heißt auch: Über die Hoffnung auf das reden, was nach dem Tod passiert. Christen glauben, Gott will den Menschen ein neues, unzerstörbares Leben schenken – auch wenn sie über das „Wie“ des Lebens im Jenseits nichts wissen; sie vertrauen darauf, dass sie in Gott geborgen sind. Die Menschen können mit ihrer Liebe am Tod des Menschen, den sie gern haben, nichts ändern. Die Liebe Gottes jedoch ist mächtiger und kann auch den Tod überwinden. Seiner Liebe vertrauen die Gläubigen die Toten an. In seiner Liebe sind sie geborgen – mehr noch als das Kind auf dem Schoß von Vater oder Mutter. Trotz dieser Hoffnung bleibt der Schmerz über den Verlust des geliebten Menschen. Christlicher Glaube nimmt dem Tod nichts von seiner Grausamkeit. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode hilft jedoch, trotzdem die Freude am Leben vor dem ewigen Leben nicht zu verlieren. Doch wie kann man das einem Kind deutlich machen, das etwa fragt: „Wie kann die Mama in den Himmel kommen, wenn wir sie doch beerdigen?“ Vielleicht hilft dann ein Vergleich: Die Raupe überlässt ihren Kokon dem Erdboden, und heraus kommt ein wunderschöner bunter Schmetterling.

Bild_Trauerbroschüren
Für die Erstellung dieses Beitrages nahm ich folgende Quellen zu Hilfe:
  • Homepage Pfarrverband Bad Aibling
  • Christliches Sterben – Eine Hilfe für Trauernde,  Erzb. Ordinariat München
  • Hospiz- und Palliativversorgung im Landkreis Traunstein – ein Wegweiser; Hrsg.: Ambulanter Hospizdienst Caritas-Zentrum Traunstein
  • Individuelle Begleitung auf dem letzten Lebensabschnitt; Hrsg: Ambulanter Hospizdienst Caritas-Zentrum Traunstein
  • Begleitete Trauerwege – Offene Angebote für Menschen in Trauer; Hrsg: Ambulanter Hospizdienst Caritas-Zentrum Traunstein
     
Die verwendeten Broschüren sind in den Pfarrämtern erhältlich bzw. teilweise auch in den Kirchen ausgelegt.
                                                                               
Beitrag erarbeitet von: Pfarrgemeindereferentin Monika Kraus, PV Trostberg