St. Sebastian

Hochstift-Freising-Platz , 82205 Gilching, Telefon: 08105-8071, E-Mail: St-Sebastian.Gilching@erzbistum-muenchen.de

Basisgruppe pax christi Gilching

Aktion zum Rote Hand Tag auf dem Gilchinger Marktplatz

Die Gilchinger Grünen und pax christi machen am 11.2. von 10:00 - 12:00 Uhr im Rahmen des Aktionstages Rote Hand auf das Schicksal von Kindersoldaten aufmerksam.
Noch immer werden weltweit etwa 250.000 Mädchen und Jungen in über 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika für die Kriegsziele von Erwachsenen missbraucht. Sie sind Täter und Opfer gleichermaßen und sind oft schwer traumatisiert. Graça Machel, UN-Sonderberichterstatterin und Witwe von Nelson Mandela, hat eine Studie erstellt, nach der zwischen 1990 und 2000 etwa zwei Millionen Kinder gefallen sind, sechs Millionen zu Invaliden wurden und zehn Millionen schwere seelische Schäden erlitten.
In Afrika nutzen Armeen und Rebellenorganisationen die Notlage von Kindern aus und zwingen sie dazu, als Kindersoldaten zu töten. Auch in Asien werden Kinder in mehreren Ländern als Soldaten eingesetzt. In Myanmar (Burma) werden beispielsweise Zehntausende Kinder gezwungen, in der Armee zu dienen, andere müssen bei den Oppositionsgruppen kämpfen. Und auch in Kolumbien müssen Tausende Kinder und Jugendliche in Guerilla-Gruppen kämpfen oder werden von der Armee als Spione angeworben. Die internationale Gemeinschaft muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, diesen Missbrauch von Kindern zu verhindern. Dafür muss auch der Handel mit Kleinwaffen scharf kontrolliert und massiv eingedämmt werden, Waffenlieferungen in Krisengebiete oder an Länder mit Menschenrechtsverletzungen müssen gestoppt und gesetzlich verboten werden.
Die Vereinten Nationen legten zwar 2002 im Zusatzabkommen zur UN-Kinderrechtskonvention 1 fest, dass Kinder unter 18 Jahren vor Krieg, Militärdienst und Gewalt geschützt werden sollen. Leider hat dieser Vertrag eine Schutzlücke: Unter bestimmten Bedingungen dürfen staatliche Armeen weiter Freiwillige 16- und 17-Jährige rekrutieren. Auch Deutschland macht von dieser Ausnahmeregelung Gebrauch und rekrutiert jedes Jahr rund 1000 freiwillige 17-Jährige in die Bundeswehr.
Im Rahmen der Rote Hand Aktion werden die folgenden Forderungen an Deutschland gestellt:
  1. Stopp der Rekrutierung 17-Jähriger Minderjähriger in die Bundeswehr
  2. Stopp von Werbung der Bundeswehr, die sich gezielt an Minderjährige richtet
  3. Friedenserziehung verbindlich in den Lehrplänen und in der Lehrerfortbildung verankern
  4. Gewährung von politischem Asyl und Unterstützung für geflüchtete Kindersoldaten oder Minderjährige, die vor einer Rekrutierung geflohen sind.
  5. Stopp deutscher Rüstungsexporte (bes. Kleinwaffen), insbes. in Krisengebiete in denen Kindersoldateneingesetzt werden.
  6. Mehr Geld für Kindersoldaten-Hilfsprogramme
Jeder kann sich mit einer Roten Hand und seinen Forderungen und Wünschen an der Aktion auf dem Gilchinger Marktplatz beteiligen.

Die Veranstaltung findet nicht bei Regen statt.

Vortrag "Drohnen: Nur technischer Fortschritt oder nächste militärische Revolution"

Wir laden ein am 20.Februar um 19:30 Uhr zu einem "Vortrag mit Diskussion unter dem Titel: Drohnen: Nur technischer Fortschritt oder nächste militärische Revolution" in das Nikolauszimmer des Pfarrzentrum St. Sebastian, Gilching, Hochstift-Freising-Platz, ein.
Martin Pilgram stellt den Stand der Technik vor und geht der Frage nach: Müssen wir diese Militärtechnik nicht ächten, wie wir es auch schon bei Minen getan haben?
Drohnen kann man heute in jedem Spielzeugladen kaufen und jedes Kind kann sie fliegen. Nicht nur als Spielzeug finden sie inzwischen Verwendung sondern auch bei der Paketzulieferung und bei Luftaufnahmen für den Film.
 
Daneben haben aber auch die Militärs Drohnen als nützliche Ergänzung ihres Arsenals entdeckt. Die Bundeswehr setzt unbewaffnete Drohnen zur Aufklärung seit dem Jugoslawienkrieg ein. Amerikaner machen mit bewaffneten Drohnen Jagd auf Terroristen überall in der Welt. Bewaffnete Drohnen werden als entscheidender Schritt hin zu einer Automatisierung der Kriege gesehen. Vielfach wird in diesem Zusammenhang von einer dritten Revolution der Kriegsführung nach Schießpulver und Atombombe gesprochen.

paxchristilogo
Seit 1983 existiert in Gilching eine Basisgruppe der internationalen katholischen Friedensbewegung "pax christi". Entstanden in Frankreich vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges wirkt pax christi heute als internationale Friedensbewegung in 53 Ländern auf allen Kontinenten. Bei den Vereinten Nationen ist Pax Christi International als Nichtregierungsorganisation registriert.

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. In der Tradition der Friedenslehre des Zweiten Vatikanischen Konzils macht sie das Friedenszeugnis der Kirche deutlich und sucht das Gespräch mit anderen religiösen Traditionen. Frauen und Männern, Jüngeren und Älteren bietet pax christi viele Möglichkeiten, etwas in Kirche und Gesellschaft zu bewegen. Die Überzeugungen, die Kreativität und das Engagement von Menschen sind die wichtigste Ressource von pax christi.

pax christi benennt Missstände und bezieht klare Positionen, wo Menschenrechte verletzt und Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden. Als christlich motivierte und politisch engagierte Bewegung bemüht sich pax christi um gerechte Strukturen des Zusammenlebens und zivile Wege der Konfliktbearbeitung.

Wir von der pax christi Basisgruppe Gilching treffen uns einmal im Monat (normalerweise am 2. Montag) im Pfarrzentrum St. Sebastian. 
 
Wer Interesse hat und mehr über die Arbeit von pax christi wissen möchte kann gerne einen der folgenden Ansprechpartner kontaktieren:
  • Dr. Elisabeth Hafner, Obere Seefeldstr.12, 82234 Weßling, 08153 881330
  • Angela Knauerhase, Am Lacherfeld 5 a, 82205 Gilching, Tel.: 08105 390625
Weiterführende pax christi Links:
Neben jährlich wiederkehrenden Aktivitäten zum
  • Weltfriedenstag
  • Hiroshimagedenken
  • Friedensdekade
sind es immer wieder Themenbereiche um Gewaltfreiheit und Frieden zu denen sich die Gruppe austauscht und Veranstaltungen in der Gemeinde organisiert.
 
Einige der Aktionen/Veranstaltungen der letzten Jahre:
PaxChristi_Mayr-Nusser

Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser

Einmal im Monat trifft sich die Gilchinger pax christi Gruppe im Kolpingzimmer des Pfarrzentrums. Neben Adolf Kolping hängt in diesem Zimmer ein Bild von Franz Jägerstätter, einem Messner aus St. Radegund, einem kleinen Ort in der Nähe von Burghausen. Als Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg wurde er wegen
„Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und hingerichtet. 2007 wurde er durch Papst Benedikt XVI. selig gesprochen. Gut beschreibt Jägerstätters Ausspruch „Besser die Hände gefesselt als der Wille“ seine ganze Haltung.
Jetzt freut sich die pax christi Gruppe darüber, dass auch Josef Mayr-Nusser,
‘Südtirols Jägerstätter’, am 18. März 2017 seliggesprochen wird. Mayr-Nusser hatte am 4. Oktober 1944 in Konitz in Ostpreußen aus Gewissensgründen den SS-Eid verweigert. Dafür wurde er zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau starb Josef Mayr-Nusser am 24. Februar 1945 in einem Viehwaggon bei Erlangen an den Folgen der Haft. 1958 wurde seine sterbliche Hülle nach Südtirol überführt und 1963 an der Außenmauer der Kirche von Lichtenstern am Ritten beigesetzt.
Der künftige Selige sei „ein überzeugter und überzeugender Christ” gewesen, „der Stellung bezogen und Farbe bekannt hat”, hob der Bozener Bischof Muser hervor. Mayr-Nusser habe aus der biblischen Überzeugung gehandelt, „dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen”, so der Diözesanbischof von Bozen-Brixen:
„Ich verstehe diese mutige und unbequeme Gestalt, die uns mit einem dunklen und für viele leidvollen Kapitel unserer Geschichte konfrontiert, vor allem als einen glaubwürdigen und konsequenten Zeugen, der dem eigenen Gewissen folgt; einem Gewissen, das sich ausrichtet am Evangelium und an der Lehre der Kirche.”
paxchristi2

Selbst der Boccia-Spieler auf dem Marktplatz bekam rote Hände

Am Freitag, den 12.02.2016 war der Gilchinger Marktplatz mit einer ganz besonderen „Wäscheleine“ geschmückt war . Passend zum weltweiten „Rote Hand Tag“ sammelten pax christi und die Grünen Handabdrücke, die als Symbole gegen Kindersoldatentum und Waffenhandel an Abgeordnete geschickt werden . Und auch der Boccia-Spieler auf dem Marktplatz bekam für die Zeit der Aktion rote Hände . Seit über 10 Jahren gibt es jetzt die Aktion und den Red Hand Day am 12. Februar, den internationalen Gedenktag an das Schicksal von Kindersoldaten . Hunderttausende rote Handabdrücke wurden schon in über 50 Ländern gesammelt und an Politiker und Verantwortliche übergeben, darunter der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der deutsche Außenminister und der Bundespräsident . Doch trotz vieler wichtiger Erfolge gibt es immer noch 250 .000 Kindersoldaten weltweit . Am Ende soll aber kein Kind oder Jugendlicher unter 18 Jahren mehr von Armeen oder bewaffneten Gruppen rekrutiert werden, weder freiwillig noch zwangsweise . Der Schwerpunkt der diesjährigen Aktion war: Keine 
Waffen in Kinderhände - Waffenexporte stoppen! Und in der Kampagne gegen Waffenexporte ist pax christi ja auch schon lange aktiv . Die gesammelten Roten Hände wurden an unsere Bundestagsabgeordneten gesandt mit der Aufforderung sich für ein Ende deutscher Waffenexporte in Konfliktländer einzusetzen, in denen Kinder als Soldaten kämpfen müssen oder andere Menschenrechtsverletzungen geschehen! Es sind gerade die exportierten sogenannte Kleinwaffen - Sturmgewehre, Pistolen, u. a . - und die dazu benötigte Munition durch die viele Kinder sterben oder gezwungen werden, als Soldat mit ihnen zu kämpfen. pax christi und die Grünen erinnerten bei der Aktion auch daran, dass Deutschland sich immer noch nicht an die Kinderrechtskonvention hält . Jugendliche unter 18 können bereits einrücken . Ebenso kritisiert wurde die verharmlosende Form der Nachwuchswerbung der deutschen Bundeswehr wie sie gerade wieder auf vielen großflächigen Plakaten vor allem auf Bahnhöfen zu sehen ist .
Martin Pilgram

Gilchinger Friedenspfahl

Friedenspfahl Gilching
„Was ist das für ein Steinklotz am Bahnhof Gilching?“ mögen sich viele schon einmal gefragt haben!
Unter dem Eindruck der Zerstörungen des 2. Weltkrieges hat der japanische Lehrer, Dichter und Philosoph Masahisa Goi (1916 – 1980) auf der Suche nach Wegen zum Frieden die World Prayers Society gegründet. Er war überzeugt davon, dass all unsere Worte und Gedanken Energie besitzen und wahrer Friede nur durch die Änderung unserer Gedanken, nämlich hin zu positiven Gedanken der Liebe und des Mitgefühls erreicht werden könne. Es war seine Idee, hölzerne Friedenspfähle mit quadratischem oder sechs-eckigem Querschnitt aufzustellen und die Worte „Möge Friede auf Erden sein“ in verschiedenen Sprachen auf deren Seitenflächen zu schreiben, um die Vorübergehenden zu Gebet und Meditation anzuregen.
 
Inzwischen stehen an die 250.000 Friedenspfähle in nahezu allen Ländern der Erde.
 
Der Gilchinger Friedenspfahl wurde im Jahre 2005 von der Pax-Christi-Gruppe gestiftet und am 19. November 2005 mit einem fröhlichen Fest eingeweiht. Er besteht aus einer Basalt-Säule, in deren fünf natürlich gewachsene Seiten der Friedenswunsch eingraviert ist, neben deutsch in den in Gilching seinerzeit am häufigsten gesprochenen Sprachen türkisch, serbo-kroatisch, italienisch und englisch.