Abschied und Neuanfang in der Pfarrkuratie Hammer
Der Pfarrverband Siegsdorf verabschiedete beim Gottesdienst am Tag des Hl. Stephanus verdiente Mitarbeiter in den Ruhestand und begrüßte zeitgleich die Nachfolger. Mit einem großen Weihnachtsorchester und dem Hammerer Kirchenchor bot die Chorleiterin Frau Isabel Benker ein letztes Mal einen musikalischen Hörgenuss. Die Gottesdienstbesucher durften sich über Auszüge aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach freuen. Die Musiker mit Orgel, Streichern, Bläsern und Pauke gaben ebenso ihr Bestes, wie auch die Sänger und Sängerinnen des Hammerer Kirchenchors. Pfarrer Thomas von Rechberg zog mit vier Ministranten unter den Klängen des Orchesters und mit dem Volk gemeinsam gesungenen „Nun freut euch ihr Christen“ in die gut gefüllte Rupertuskirche ein.
Bereits in seiner Begrüßung ging er auf die Thematik des Festgottesdienstes ein.
„Geburt und Tod – Anfang und Ende – Abschied und Neuanfang“ so ist es auch im Weihnachtsfestkreis mit der Geburt Jesu und der Steinigung des Hl. Stephanus. „Auch wir dürfen heute Abschied und Neuanfang feiern“ so der Geistliche. In seiner Predigt vertiefte Pfarrer von Rechberg seine Gedanken. Er sprach von den Parallelen, die Jesus und der Hl. Stephanus aufweisen. „Jesus wurde vom Heiligen Geist gezeugt; Stephanus vom Heiligen Geist erfüllt. Beide wurden vor den Hohen Rat gestellt; beide wurden angeklagt. Beide gaben Zeugnis für den Glauben. „Und wie sieht es heute aus? Vor 75 Jahren waren in Deutschland noch 95 % in der Kirche. Heute sind die Christen in der Minderheit“, so der Priester. „Unser Zeugnis ist schwach geworden. Wie können wir die jungen Menschen wieder für den Glauben begeistern?“, fragte er. Er forderte die Gläubigen auf, wieder hinter ihrem Glauben zu stehen und Zeugnis abzulegen und dies ganz ohne Absicht oder Erwartung, etwas dafür zu bekommen. Diese Worte waren auch die Überleitung auf den Dank an die ausscheidenden Mitarbeiter Viki Kloiber, Isabel Benker und Georg Strobel. Alle drei haben Zeugnis abgelegt und mehr getan, als erwartet wurde. Für die Nachfolger Barbara Gruber und Angelika Beer zeigte sich von Rechberg zuversichtlich, dass auch sie vollen Einsatz für die Hammer Kuratie bringen werden.
Der Geistliche bat Barbara Gruber die neue Chorleitung von der Empore herunter und übergab ihr als Begrüßungsgeschenk einen Violinschlüssel mit der Aufschrift „Viel Erfolg“. Frau Barbara Gruber ist 48 Jahre alt und arbeitet als Klavierlehrerin an verschiedenen Musikschulen im Landkreis. Derzeit ist sie dabei, den C-Schein für Kirchenmusiker zu erlangen. Dann überreichte er der Mesnerin Angelika Beer einen Blumenstrauß. Der Kirchenschlüssel ging am 02. Dezember in ihre Hände über. Frau Beer hat durch ihre langjährige Mesnertätigkeit in Siegsdorf schon ausreichend Erfahrung und freut sich auf ihre neue Aufgabe. Zur Verabschiedung der langgedienten Mitarbeiter kamen Verwaltungsleiter Markus Hirtelreiter und Kirchenpfleger Andreas Scheck aus Eisenärzt in den Altarraum. Sie übergaben die Geschenke der Pfarrei und der Kollegen und Kolleginnen aus dem Pfarrverband. Isabel Benker darf sich in den Ruhestand verabschieden. Frau Benker übernahm am 01.01.1995 den Hammerer Kirchenchor und hat diesen somit 31 Jahre gewissenhaft geleitet, sowie im ganzen Pfarrverband bereitwillig Orgelvertretungen bei Urlaub und Krankheit unserer Organisten übernommen. Isabel Benker trug in den letzten drei Jahrzehnten durch ihre große Musikalität dazu bei, dass sich die Gottesdienstbesucher über viele Messen, Andachten und Hochfeste freuen konnten. Durch ihre gute Verbindung zu zahlreichen Musikern waren auch des Öfteren kleinere und größere Orchester im Einsatz. Jetzt im Dezember bot sie ein letztes Mal mit dem Hammerer Kirchenchor ein breites Spektrum ihres Repertoires. Zum 01. Januar 2026 übergibt sie den Dirigentenstab.
Auch Kirchenpfleger Raimund Abstreiter bedankte sich mit persönlichen Worten bei der Chorleitung. „Danke Isabel für die vielen Gottesdienste und mit dem Kirchenchor. Danke für deine Geduld und deine Liebe zur Musik. Deine Musik hat unsere Liturgie bereichert und vielen Menschen Freude geschenkt“, so Auszüge aus seiner Rede. Auch die Chormitglieder übergaben ein persönliches Präsent. Nun wurde Viktoria Kloiber nach vorne gebeten.
Die Mesnerin zeigte in den letzten neunzehn Jahren großen Einsatz für die Pfarrkuratie. Ihre Dienste erstreckten sich weit über ihren Arbeitsvertrag hinaus. Viktoria Kloiber schmückte die Rupertuskirche zu jeder Jahreszeit mit schönsten Blumen und Gestecken. Sie schuf damit einen Glaubensort der zum Innehalten und Wohlfühlen einlud. Ihre Familie unterstützte sie in dieser langen Zeit tatkräftig. Durch ihre ruhige und besonnene Art war sie bei allen, Priestern und Gottesdienstbesuchern gleichsam, sehr beliebt. Besonders am Herzen lagen Viki Kloiber die Hammerer Ministranten. Diese haben sich bei ihr mit Rosen bereits beim Gottesdienst am 1. Advent verabschiedet. Mit Viki Kloiber beendet auch der Aushilfsmesner Georg Strobel seine Tätigkeit. Herr Strobel hat im gleichen Zeitraum die Mesnerin bei Krankheit und Urlaub gewissenhaft vertreten. War es dem Aushilfsmesner einmal nicht möglich einzuspringen, war stets die Familie von Viki Kloiber bereit auszuhelfen. Kirchenpfleger Abstreiter bedankte sich im Namen der Kirchenverwaltung für ihren großen Einsatz. „Danke für vielen kleinen Details, die keiner bewusst wahrnimmt. Danke für dein Herzblut, welches du die vielen Jahre mit großer Selbstverständlichkeit eingebracht hast“, dies die Worte von Raimund Abstreiter. Ganz zum Schluss sprach Pfarrer von Rechberg noch einmal seinen ganz persönlichen Dank an Benker, Kloiber und Strobl für ihr langes Glaubenszeugnis. Er betonte, er sei sich sicher, dass ein guter Wechsel von Statten geht, weil auch das Herz von Gruber und Beer auch für die Kirche schlägt. Ein musikalischen Höhepunkt fand der Gottesdienst als vor dem Schluss-Segen Bach´s „Jauchzet, Frohlocket“ im Kirchenschiff erschallte. ED
Am Sonntag, den 30. November, fand in der Pfarrkuratie Hammer ein ganz besonderer Gottesdienst statt: Nach stolzen 19 Jahren engagierter Tätigkeit hatte unsere Mesnerin Viktoria Kloiber ihren letzten offiziellen Arbeitstag. Auch wenn Frau Kloiber erst am 26. Dezember feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wird, nutzten die Ministrantinnen und Ministranten bereits jetzt die Gelegenheit, um ihren Dank auf ganz besondere Weise auszudrücken.
Bleibt in mir und ich bleibe in Euch!
90 jähriges Kirchenjubiläum in der Rupertuskirche in Hammer; Pfarrer Hartl vor Ort
Hammer – Vor 90 Jahren am 19.Mai 1935 wurde die St. Rupertuskirche in Hammer festlich eingeweiht und dieses Jubiläum wurde nun besonders gefeiert. Viele Hammerer waren gekommen, um diesen Festgottesdienst gemeinsam mit den Abordnungen der Vereine in der Hammerer Kirche mitzuerleben. Musikalisch umrahmte der Hammerer Kirchenchor unter der Leitung von Isabel Benker den Gottesdienst mit der Mozart Messe, der von Siegsdorfs Pfarrer Thomas von Rechberg, dem ehemaligen Geistlichen Josef Hartl und den Seelsorgern aus Maria Eck Bruder Christian und Pater Marek zelebriert wurde.
Der Chor eröffnete den Festgottesdienst sehr passend mit dem Ruperti Lied und Pfarrer von Rechberg freute sich über die Teilnahme der Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, dem Hammerer Kirchenchor und den vielen Ministranten. „90 Jahre sind eine lange Zeit und es wurden schon viele Gottesdienste erfreulicher Art, aber auch aus traurigen Gründen hier im Gotteshaus gefeiert. Die Älteren unter uns werden sich bestimmt an viele besondere Ereignisse erinnern“.
Festtag für die Bevölkerung
Der Termin der Einweihung war der Wunsch des damaligen Pfarrers Schönberger und Kardinal von Faulhaber, der den Bau ein Jahr zuvor auch genehmigte. Der Erzbischof legte den Weihetag auf den 19.Mai 1935 fest, auch wenn noch nicht alles ganz fertig war. Es war trotzdem ein Festtag für Hammer. Die Gläubigen hatten ihr Gotteshaus und brauchten nicht mehr kilometerweit nach Inzell oder Siegsdorf gehen, um einen Gottesdienst zu besuchen.
Pfarrer Hartl liest das Evangelium
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt, war die Kernaussage des Evangeliums, das der ehemalige Pfarrer Josef Hartl vortrug. Kuriosum am Rande: Der langjährige Geistliche von Siegsdorf erblickte exakt an dem Tag das Licht der Welt, als die Hammerer Rupertuskirche eingeweiht wurde. Hartl überzeugte mit einer, für einen 90 Jährigen, klaren und ausdrucksstarken Stimme und das kam auch besonders beim Halleluja Gesang zum Ausdruck.
Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. In Christus zu bleiben bedeutet, dass du zu Gott gehörst, in ihm bist und er in dir. Ein Zweig trägt Früchte, weil er mit dem Baum verbunden ist. In noch stärkerem Maße sind Gläubige mit Jesus verbunden.
Dieses Thema des Evangeliums griff auch Pfarrer von Rechberg in seiner Predigt auf in Zusammenhang mit den Gläubigen in der Hammerer Kirche. „Mit großer Dankbarkeit schaue ich auf 90 Jahre Hammer zurück, wie viele schöne Gottesdienste und Begegnungen allein ich hier schon feiern durfte“, erinnerte er sich an seine nun mittlerweile fast 19 jährige Amtszeit.
Dank an die Grundsteinleger
Von Rechberg bedankte sich bei seinen Vorgängern, die mit gesundem Menschenverstand den Grundstein für die Glaubensgemeinschaft in Hammer gelegt haben und so soll es auch weiter gehen. „Es wird immer Menschen brauchen, Priester und Laien, die sich einsetzen mit ihrer Zeit und ihrem Geld, dass religiöses Leben hier in Hammer möglich ist“, appellierte der Geistliche an die Gläubigen. „Gott ändert sich nicht. Gott ist seiner Kirche treu. Wo immer zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, ist er mitten unter uns“.
Herausragende Fürbitten durch Peter Dufter
Peter Dufter, der auch für die Lesung verantwortlich war, hatte mit seinen aussagekräftigen Fürbitten den Nagel auf den Kopf getroffen. Er erinnerte an die schwierige Bauzeit damals unter Nazi-Regime, die Seelsorger und auch an diejenigen, die sich in den letzten Jahrzehnten für das Gotteshaus engagiert haben. Schließlich bat er noch um den Frieden in der Welt und den Frieden in den Familien.
Lebendige Kirche in Hammer
Pfarrer von Rechberg blickte zurück auf die handelnden Personen in den letzten 90 Jahren. Bis 1948 übernahmen die Benfiziaten und Kooperatoren aus Siegsdorf die Seelsorge und unterrichteten auch schon an der ansässigen Schule. Große Freude kam auf, als am 1. August 1948 die Hammerer ihren ersten eigenen Seelsorger bekamen – ein Glücksgriff. Pfarrer Johann Haider, der bis dahin als Kaplan in Kolbermoor gewirkt hatte, betreute die Pfarrei Hammer 28 Jahre lang bis zu seiner Ruhestandsversetzung im August 1976 nach Waldhausen. Er war sehr beliebt bei Jung und Alt, nicht nur als Geistlicher, sondern auch als Religionslehrer kam er bei den Schülern sehr gut an. Ab 1976 wirkte Siegsdorfs Pfarrer Josef Hartl nach dem neu gegründeten Pfarrverbund Siegsdorf-Eisenärzt-Hammer zusammen mit den Brüdern aus Maria Eck als Seelsorger in Hammer und im Jahre 1986 zog Pfarrer Dr. Dieter Gehrlein ins nebenstehende Pfarrheim ein und übernahm die Seelsorge in der Hammerer Gemeinde. Er blieb bis zum Jahre 2006 und seither ist Pfarrer Thomas von Rechberg u.a. für die Hammerer verantwortlich.
Wenig Mesner in Hammer
Die Hammerer Kirche scheint ein guter Arbeitsplatz zu sein, denn in der 90 jährigen Geschichte gab es bisher erst vier Personen, die den Mesnerdienst ausgefüllt haben. Josef Kloiber war von Beginn an für das Herrichten und Schmücken der Kirche, Organisation, etc. verantwortlich und schlichtweg als Helfer für alles zuständig. Sein Schaffen nahm jedoch ein jähes Ende. Am 12. Januar 1975 wurde Mesner Josef Kloiber beim Überqueren der Straße zur Abendmesse von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Fast 40 Jahre verrichtete er treu und bescheiden seine Dienste. Nach seinem plötzlichen Tod übernahm zunächst Sepp Steinbacher den Mesnerdienst und nach seinem beruflichen Wechsel nach Traunstein führte seine Frau Leni das Amt fort und erfüllten ihre Aufgabe mit großer Sorgfalt bis zum Jahr 2006. Mit der Übernahme durch Viktoria Kloiber ist das Mesneramt wieder in das Kloiber-Anwesen gegenüber der Kirche zurückgekehrt. Sie kümmert sich hervorragend um die Rupertuskirche, so dass ein Kirchenbesuch mit dem ausgewogenen Blumenschmuck auch für das Auge lohnenswert ist.
Abstreiter in Verbindung mit Kirchenpfleger
60 Jahre lag das Amt des Kirchenpflegers verantwortungsvoll in den Händen der Familie Abstreiter aus Geisreit. Von 1936 bis 1976 kümmerte sich Franz Abstreiter sen. nachhaltig um die Belange des Gotteshauses und von 1976 bis 2006 ging das Amt nahtlos auf seinen Sohn Franz Abstreiter über. Unter seiner Regie konnten viele Umbaumaßnahmen verwirklicht werden. Ab 2006 nahm sich Johann Bauer aus Wald am Riedl dieser Aufgabe an, ehe das Kirchenpflegeramt 2025 wieder in die Abstreiter Dynastie überging. Raimund Abstreiter leitet nun die Kirchenverwaltung die nächsten Jahre.
Eine Ära prägte in Hammer auch Isabel Benker, die seit 32 Jahren den Hammerer Kirchenchor leitet. Ihre Vorgänger waren zu Beginn Fritz Dufter gefolgt von Hans Humpelmaier, Charlotte Schnindler, Else Dierl und Michael Steinbacher sen, dessen Sohn die Orgel spielte.
Mit dem passenden Danklied „Ein Haus voll Glorie schauet“ endete der Festgottesdienst zum 90 jährigen Jubiläum und es ging zur weltlichen Feier zum Gasthof Hörterer, in dem alle eingeladen waren und noch gebührend gefeiert werden konnte u.a. mit einem Geburtstagslied für Pfarrer Josef Hartl.
Bild Geistlichkeit: Gebührend gefeiert wurde in der Hammerer Rupertuskirche das 90 jährige Jubiläum seit der Einweihung der Kirche am 19.Mai 1935. Den Festgottesdienst zelebrierten gemeinsam (von links) der langjährige Siegsdorfer Pfarrer Josef Hartl, der an dem Tag der Einweihung das Licht der Welt erblickte, Siegsdorfs aktueller Geistlicher Thomas von Rechberg, Bruder Christian und Pater Marek (beide vom Franziskaner Kloster in Maria Eck).
Bild Peter: Peter Dufter war für die Lesung verantwortlich und hatte mit seinen aussagekräftigen Fürbitten den Nagel auf den Kopf getroffen. Er erinnerte an die schwierige Bauzeit damals unter Nazi-Regime und bat um Frieden in den Familien und der Welt.
Bild Viktoria: Mesnerin Viktoria Kloiber kümmert sich rührend um die Kirche und sorgt auch für einen reibungslosen Abauf.
Bild Geschenk: Ruhestandspfarrer Josef Hartl freute sich sichtlich über das Geschenk, das ihm Thomas von Rechberg (rechts) überreichte.