Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer.

Beispiele und Ideen für "Gemeinsam Kirche sein" in Zeiten von Corona

DIAKONIE: GEMEINSAM HELFEN UND KARITATIV TÄTIG SEIN

   
Die Corona-Kriese betrifft ganz eklatant die diakonische und karitative Dimension der Kirche. Welche Menschen in der Gemeinde sind besonders gefährdet und brauchen Unterstützung? Wer kümmert sich um die, die durch die Maschen des sozialen Systems fallen? Den Blick he­ben und auf an­de­re schau­en, dar­auf kommt es jetzt an.

  • Pressemitteilung vom 2. April 2020: Pfarreien und Verbände leisten praktische Coronahilfe. Von Aushilfs-Wäscherinnen bis zur professionellen Beratung / Steigende Anzahl an finanziellen Notlagen

  • Reportage: Die Menschen haben Hunger. Wie sich Pfarreien und Sozialverbände in Zeiten von Corona engagieren. [Weiter]

  • Gutmensch-Tipps in Zeiten von Corona: Mit Sharepics ermuntert die Caritas zu solidarischer Hilfe und Unterstützung.

Themen auf dieser Seite


Nachbarschaftshilfen: Einkaufs- und Versorgungsdienste für ältere Menschen
 
  • „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern.“Förderprogramm des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) hin, das sich an Initiativen in Städten und Gemeinden von maximal 50.000 Einwohnern richtet.  Ziel des Programms ist es, ehrenamtliche Initiativen, die mit dazu beitragen (Nah-)Versorgung im ländlichen Raum zu sichern, mit einer Zuwendung von 2.000 bis max. 8.000 Euro zu unterstützen. [Nähere Informationen]
  • Die Freiwilligenzentren in München haben eine zentrale Telefonnummer für Freiwillige eingerichtet, die Menschen, die zur Risikogruppe gehören, unterstützen möchten. Sie beraten Mo bis Fr zwischen 9-17 Uhr unter der Rufnummer 0800 000 5802. Die Engagement-Möglichkeiten werden von sozialen Einrichtungen gemeldet. Die Freiwilligen werden über Einsätze in Wohnortnähe per Mail informiert und wenden sich bei Interesse an die angegebene Einrichtung. Alle aktuellen Infos finden Sie hier www.freiwilligenzentren-muenchen.de/

  • In vielen Gemeinden sind Einkaufs- und nachbarschaftliche Hilfsangebote für ältere Menschen initiiert worden. Im­mer mit dem Ziel, die Äl­te­ren und Schwa­chen zu schüt­zen und das Krank­heits­ri­si­ko für sie ge­ring zu hal­ten. Vielerorts organisieren dies junge Menschen, z. B. die Kolping-Jugend.

  • Die Jugend der Pfarrgemeinde München Waldtrudering (Christi Himmelfahrt), die Pfadfinder und die Gemeindesanitäter haben sich zusammengeschlossen und eine „Einkaufshilfe Christi Himmelfahrt“ gegründet. einkaufshilfe@christi-himmelfahrt-muenchen.de; www.christi-himmelfahrt-muenchen.de

  • In der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Prien am Chiemsee kümmert sich eine Gruppe des Kath. Frauenbundes um die Senioren. Die Mitglieder der Seniorenrunde werden abwechselnd Mo. u. Di. sowie Do. u. Fr. angerufen. Die Senioren sind fast alle über 80 und gehören somit zur Hochrisikogruppe. Es wird nachgefragt, wie es ihnen geht, ob Sie beim Einkaufen oder sonst einer außerhäuslichen Notwendigkeit Hilfe brauchen und dass sie sich immer melden können, wenn sie das möchten. Manchmal wird auch gemeinsam am Telefon gebetet.

  • Nachbarschaftshilfe: Eine Vorlage für einen Aushang im Flur oder Einwurf in den Briefkasten gibt es auf den Seiten der Caritas.

  • Weitere Berichte aus Pfarreien und Verbänden sie hier.

  • Nicht nur kirchliche Gruppen, auch viele Sportvereine haben Hilfsaktionen für vom Coronavirus besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen gestartet und bieten Hilfe bei Einkäufen an. Eine Übersicht über Aktionen von bayerischen Fußballvereinen finden Sie hier.

Tafeln: Einkaufs- und Versorgungsdienste für sozial Schwache

  • Zur Versorgung der auf Lebensmittelspenden angewiesenen Menschen hat der Caritasverband der Erzdiözese auf Gutscheine umgestellt. Wer nicht mobil oder rüstig ist oder wer zu einer Risikogruppe zählt und seine Wohnung deshalb nicht mehr verlassen kann, bekommt die Lebensmittel bis zur Haustür gebracht. Die Caritas sucht daher Freiwillige, die sich für diese Einkaufshilfen bei der Caritas zu melden. Auch Spenden für die Lebensmittel-Gutscheine werden benötigt. Personen, die sich für die Einkaufshilfen engagieren wollen, können sich montags bis freitags von 9-17 Uhr gerne über die Hotline 0800-000 5802 bei den fünf Münchner Freiwilligenzentren melden www.freiwilligenzentren-muenchen.de. Für den Landkreis Landkreis München ist der aktuelle Versorgungsstand unter www.caritas-landkreis-muenchen.de zu finden.

  • Zudem versorgt die Caritas München notleidende Menschen mit Foodtrucks (Ecke Luisen-/Elisen- und Schwanthalerstraße).

  • Die Bahnhofsmission München am Gleis 11 des Hauptbahnhofs bleibt geöffnet. Bericht: "Ich will den Menschen dienen": Als Freiwilliger aus Ecuador bei der Münchner Bahnhofsmission. [Weiter]

  • Die Schwestern und Brüder vom heiligen Benedikt Labre engagieren sich in München seit 35 Jahren für Obdachlose. Ihr Teebus „Möwe Jonathan“ ist weiter auf Tour und bringt den Menschen neben der Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung die Möglichkeit, Kontakte – wenn auch auf Distanz – zu erhalten.

Nähen von Mund-Nasen-Masken etc.

Bitte beachten, dass hierfür nicht die Bezeichnung „Atemschutzmaske“ verwendet werden darf, da diese nach dem Medizinproduktegesetz nicht in Heimarbeit angefertigt werden dürfen, sondern nur industriell. Es gilt auch: Die Herstellung/Verwendung des Mund-Nasen-Masken erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr.

  • Mund-Nasen-Maske nähen für sich selbst, für Freund*innen, für Patient*innen und Pfleger*innen in Krankenhäusern: [Hier eine Übersicht und Anleitung, wie das geht]

  • Masken-Kooperations-Projekt: Unter: https://www.stayhomeandsew.de/aktion-maske können Einrichtungen jeglicher Art Bedarfe einstellen. Ein bereits großes Team an Hobbynäher/-innen sowie Schneiderinnen produziert bereits Masken in großer Stückzahl. Über die genannte Website werden Bedarfe und Angebote zusammengeführt. Die Übermittlung der Masken erfolgt in der Regel per Post.

  • An vielen Orten sind Frauenbund-Frauen (KDFB) aktiv in Sachen Mund-Nasen-Maske, einige Beispiele: Die Pockinger KDFB-Frauen nähen Mund-Nasen-Masken, statt Palmbuschen zu binden. In Ruhstorf gibt es die Initiative Fräulein Karma; dort werden mit Hilfe von Frauenbundfrauen knallig-bunte Mund-Nasen-Masken genäht. Die Zweigvereine Arbing, Reischach, Freyung und Pleiskirchen nähen ebenfalls Mund-Nasen-Masken als Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise. Der Stadtverband Augsburg des KDFB beteiligt sich unter dem Motto "Nähe vermeiden, nähen erwünscht".
    Unter dem Hashtag #frauenbundhilft zeigt der Frauenbund, dass er in Krisenzeiten dort aktiv ist, wo Hilfe benötigt wird. 

  • Frauenbundfrauen nähen nach einer in Facebook veröffentlichten Anleitung Mund-Nasen-Maske.


  • Die Missionsbenediktinerinnen Tutzing nähen seit dem 23. März Mund-Nasen-Masken für das benachbarte Krankenhaus, für ambulante Pflegekräfte, Verkäuferinnen und Verkäufer im Einzelhandel und andere Personengruppen. Es ist ein Generationen übergreifendes Projekt geworden. Auch andere klösterliche Näh- und Schneiderstuben haben ihre Programm darauf umgestellt. So berichten auch die Schervierschwestern in Aachen, dass im Nähzimmer jetzt Mund-Nasen-Masken hergestellt werden.

  • In Augsburg-Hochzoll sucht die Sozialstation Personen, die Mund-Nasen-Masken und Behelfskleidung nähen. Es gibt bereits eine Gruppe von 28 Frauen(Stand: 31. März 2020), die ehrenamtlich Näharbeiten übernommen haben. Auch wurden bereits einige Spender für die Materialbeschaffung gefunden.

  • Die Näherinnen der Firma Bauer (Seuversholz, Lkr. Eichstätt) produzieren im Nähraum unentgeltlich Mund-Nasen-Masken für die Patienten und Angehörigen der Kinderklinik in München.

  • Akltion "Gemeinsam Nähe(n)": Mund-Nasen-Masken und Dank-Blumen für die, die jetzt in Einrichtungen und Geschäften für uns da sind. www.gemeinsam-nähen.de

  • Nähen gegen die Corona-Krise. [Bericht in der Süddeutschen Zeitung, 26.03.2020]

Professionelle Beratung
Für manche Menschen bedeutet die Corona-Pandemie kaum Veränderungen in ihrem Leben, wieder andere spüren die Einschränkungen sehr. Sie leiden darunter, machen sich Sorgen oder haben Angst. Vielfältige Beratungs- und Hilfsdienste stehen den Menschen auch in dieser Zeit zur Seite.

  • Eine gebündelte Zusammenstellung von Informationen aus der Caritas vor Ort und aus der Bundeszentrale des Deutschen Caritasverbandes gibt es hier. Aktuelle Informationen zu der Erreichbarkeit der karitativen Dienste und Einrichtungen in der Erzdiözese München und Freising gibt es hier.

  • Die Caritas empfiehlt die Beratung per Telefon, E-Mail oder über www.caritas.de/onlineberatung.

  • Auch die Bildungsstätte „Haus der Familie“ und der Sozialdienst katholischer Frauen haben auf telefonische Beratungsmöglichkeiten umgestellt.

  • Der Verein Verwaiste Eltern und Geschwister bietet eine Online-Trauergruppe an, Einzelberatungen telefonisch oder per E-Mail.

  • Für Anliegen aller Art: Die Telefonseelsorge (Tel. 0800/111 0 222, Mail- oder Chat-Kontakt über www.telefonseelsorge.de) und die Krisen- und Lebensberatung Münchner Insel (Tel.: 089/21 02 18 48, www.muenchner-insel.de) bieten Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten an. Jetzt schon zeigt sich, dass deutlich mehr Menschen bei der Hotline anrufen als sonst, bundesweit werden 50 Prozent mehr Anrufe verzeichnet. Viele Anrufer*innen haben Ängste und fürchten soziale und finanzielle Not.

  • Pfarrbriefservice.de hat auf ihren Seiten eine Auswahl an Beratungsdiensten zusammengestellt. [Weiter]

Grenzen-lose Solidarität

  • Die Corona-Krise trifft auch die Fastenaktion von Misereor. Aber die Arbeit in den Hilfsprojekten geht weiter. Helfen Sie mit, dass Misereor den Menschen in Not weiter gemeinsam zur Seite stehen kann. Bitten Sie die Menschen, Ihre Fastenkollekte direkt an MISEREOR zu spenden. Versenden Sie E-Mails, nutzen Sie den Schaukasten in der Pfarrei, die Website und auch Ihre Präsenz in den Sozialen Medien, um Misereor zu unterstützen - damit die Fastenkollekte 2020 doch noch ein Erfolg wird. [Vorlagen und Infos]

  • Solidarität kennt keine Außengrenzen: In einem Beitrag im Blog des Projekts "Praktiken der Solidarität" wird angemahnt, dass unsere Solidarität in der Corona-Krise auch den Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos gelten muss. Am Schluss des Beitrags werden mehrere Vorschläge gemacht, wie man sich derzeit für die Geflüchteten einsetzen kann. [Weiter]

Finanzielle Hilfe und Unterstützung

  • Die Erzdiözese verzeichnet eine steigende Anzahl an Notlagen infolge der Coronakrise und entsprechende Anträge an ihre Hilfsfonds. Mit insgesamt knapp 1,3 Millionen Euro im Jahr unterstützt sie Arbeitslose, notleidende Schwangere und Mütter mit Kindern bis drei Jahren sowie Menschen in allgemeinen Notlagen. Speziell wegen der Coronapandemie wurden die 500.000 Euro im Jahr umfassenden „Konkreten Hilfen“ der Erzdiözese für Flüchtlinge erweitert: Statt wie bisher zum Beispiel Fahrtkosten und Deutschkurse zu bezuschussen, werden nun auch Hilfen zum Lebensunterhalt gewährt. Hintergrund ist, dass viele Flüchtlinge ihre Arbeit verloren haben oder in Kurzarbeit sind und Kurse nicht stattfinden. Ebenfalls im Zuge von Corona wurde die Unterstützung der Malteser-Mahlzeitenpatenschaften für bedürftige Senioren zusätzlich zu den 25.000 Euro jährlich einmalig um 20.000 Euro aufgestockt.

  • Viele sind aufgrund des gesellschaftlichen Stillstands in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht und mit großen Zukunftssorgen konfrontiert. Ein kleiner Beitrag könnte sein, öffentlich zu würdigen (z. B. über die sozialen Medien), wenn Vermieter*innen die Miete erlassen, um zum Beispiel Friseurgeschäfte und andere kleine Betriebe zu entlasten.

  • #WirvsVirusHackathon: u.a. wurde die Plattform https://lokaler.kaufen/ entwickelt. Mit lokaler.kaufen können kleine Läden in 5 Minuten ein Onlinegeschäft eröffnen. Dabei beraten sie Kunden genau wie im Laden persönlich - per Videofonie. Dafür braucht es auf beiden Seiten nicht mehr als ein Smartphone.

  • Aus einer Mail: "Die Coronakrise gefährdet gerade die kleinen Händler vor Ort, Selbstständige, Handwerker und die Restaurants. Wir alle können den Buchhändlern, Tante-Emma-Läden und Restaurants in der Nähe helfen, indem wir jetzt ganz bewusst besonders bei kleinen Einzelhändlern einkaufen. Man kann bei seinem Lieblingsrestaurant um die Ecke anrufen und fragen, ob man etwas zum Mitnehmen bestellen kann. Auf Ebay gibt es Ebay-Lokal, eine Suche nach lokalen Händlern. Überlegt euch doch einfach, wen ihr durch eure Bestellung oder euren Auftrag unterstützen könnt. Vielleicht kennt ihr Selbstständige, Künstler oder Handwerker, denen ihr ganz bewusst jetzt einen Auftrag geben könnt, damit sie diese Zeit gut überstehen."

  • "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, jeder und jede von Ihnen kann jetzt helfen! [...] Wir können die vielen Ideen und Plattformen nutzen, die jetzt im Internet entstehen – für Freiwillige, die zum Beispiel den Bauern bei der Ernte helfen wollen, für Gläubige, deren Gemeindeleben jetzt online weitergehen kann, oder für Sporttrainer oder Hebammen, die ihre Kurse per Video anbieten wollen.
    Wir können auch unseren Lieblingsläden, die derzeit geschlossen bleiben müssen, Gutscheine abkaufen oder in unseren Lieblingsrestaurants Essen zum Mitnehmen bestellen. Und wir können das Geld für gekaufte Eintrittskarten nicht zurückfordern. Denn viele Kulturschaffende, deren Kunst uns gerade jetzt so viel bedeutet, sind gerade jetzt in ihrer Existenz bedroht." (Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier)

Unsichtbare soziale Ungleichheiten

  • Die Corona-Krise verschärft die soziale Ungleichheit. Ungleich sind u.a. die Voraussetzungen für die Schüler. E-Learning geht leichter, wenn man Tablet, Computer und am besten noch Eltern hat, die bei den Aufgaben helfen können. Es ist zu befürchten, dass die sozioökonomisch privilegierten Kinder dazu lernen und die Kinder aus bildungsfernen Familien sehr viel Wissen verlieren. Hier stellt sich die Frage nach Bildungsgerechtigkeit. Religionslehrer und Religionslehrerinnen könnten den Blick darauf lenken und betroffene Schüler*innen seelsorgerlich und "anwaltlich" begleiten. Die Vermittlung von Lerninhalten ist nicht die einzige Herausforderung für Schulen in Zeiten der Corona-Krise.

Weitere Infos

"Hilfe kennt keinen Shutdown – Wir helfen den Helfern" -
unter diesem Motto stellt die Aktion Mensch einen Sonderförderfonds zur Verfügung. [Weiter]

Weitere Plattformen von Hilfsorganisationen, Initiativen und Co, bei denen man sich anmelden – und Hilfe anbieten kann:
https://wirhelfen.eu/

https://helpunity.eu/
 
https://www.die-einkaufshelden.de/ 
https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/senioren/altersgerechtes-wohnen/einkaufsservice/  

Apps, auf denen man sich anmelden kann
https://nebenan.de/
 

Instagram
#nachbarschaftshilfe
#nachbarschaftschallenge

Aus: https://bdkj-augsburg.de/themen/corona-moeglichkeiten-zu-helfen/