Jahreslosung 2026
Saulus wütete noch immer mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohepriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des Weges Jesu, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen. Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst! Die Männer aber, die mit ihm unterwegs waren, standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Saulus erhob sich vom Boden. Obwohl seine Augen offen waren, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind und er aß nicht und trank nicht.
In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Siehe, hier bin ich, Herr. Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zu der Straße, die man Die Gerade nennt, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus! Denn siehe, er betet und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias hereinkommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht. Hananias antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Auch hier hat er Vollmacht von den Hohepriestern, alle zu fesseln, die deinen Namen anrufen. Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mir ein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss. Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte ihm die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg, den du gekommen bist, erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. Apg 9,1-18
Wie in den letzten Jahren auch haben wir uns zum Jahresanfang wieder Gedanken zur diesjährigen Jahreslosung gemacht. Die Jahreslosung 2026 stammt aus der Offenbarung des Johannes: „Gott spricht, sieh ich mache alles neu!“
Gott schenkt uns die Hoffnung auf Erneuerung. Gott ist in der Lage, alles neu zu machen. Dies kann gerade in schwierigen Zeiten ein großer Trost sein, aber auch eine große Herausforderung.
Wir haben, um die Jahreslosung darzustellen, aus der Apostelgeschichte die Stelle ausgewählt, wo aus Saulus Paulus wird. Wie Abt Markus Eller OSB in seiner Predigt am 25. Januar sagte, hat ein einziger Satz, eine einzige Frage, das Leben des Saulus völlig verändert: „Saul, Saul, warum verfolgst Du mich?“ Diese Frage hat Saulus völlig aus der Bahn geworfen. Aus dem Mann, der Christen mit aller Härte verfolgt hat, wird ein neuer Mensch, der sich taufen lässt und ein Werkzeug Gottes wird. Aus Saulus wird Paulus. Gott gibt ihm eine neue Chance. Das Leben des Paulus wird ganz neu.
In der Apostelgeschichte wird nur von einem hellen Licht berichtet. Oft wird die Bekehrung des Saulus aber mit einem Sturz von einem Pferd dargestellt. Daher haben auch wir in der Krippendarstellung zwei wunderschöne Pferde mithineingenommen. Der eine Begleiter des Saulus kann sich gerade noch halten, als die Pferde, die durch das helle Licht erschrocken sind, wild werden. Saulus ist heruntergefallen und versucht seine Augen vor dem gleißenden Licht zu schützen.
Saulus ist vom Pferd gefallen und kann dann nicht einmal mehr sehen. Dann noch die eine Frage, die sein ganzes Tun in Frage stellt. Es macht fast den Eindruck, dass Saulus ziemlich am Ende ist. Aber aus dem Absturz entwickelt sich etwas ganz Neues. Gott schenkt ihm ein neues erfülltes Leben.
Geht es uns nicht auch immer wieder so, dass, wenn man auf sein Leben zurückschaut, gerade aus schweren Situationen neue Möglichkeiten, ein neuer Sinn im Leben geworden ist? Die Jahreslosung und die Bekehrung des Saulus haben eines gemeinsam, sie sind Bibelstellen voller Hoffnung. Seien wir dankbar, dass wir einen Gott haben, der uns immer wieder neu an der Hand nimmt und in unserem Leben an unserer Seite ist.
Wenn Sie in die Krippe schauen, wünschen wir Ihnen viele gute Gedanken und natürlich auch wieder viel Freude beim Betrachten der dargestellten Szene.
Ihre Krippenbauer
Fr. Joachim Zierer OSB, Leni und Judith Gruber
Liebe Kinder!
Für euch gibt es jetzt auch einen Kinderkrippenführer mit der Krippenmaus "Keksi". Ihr findet ihn beim Kripperl oder beim Schriftenstand in der Basilika.