Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos

Pfarrverband Mariahilf - St.Franziskus

Online Seelsorge

Liebe Pfarrverbands Gemeinde,

alle unsere Gottesdienste im Pfarrverband  sind abgesagt.
Sämtliche Sitzungen und Veranstaltungen sind verschoben oder fallen aus.

Unser Seelsorgeteam ist aber auch in dieser Krisenzeit für Sie da.
Unsere Kirchen bleiben aber für das persönliche Gebet offen.

Unser Ziel ist es auch, Ihenen Geistliche Angebote bereitzustellen, Gebete, Impulse, Predigten.

Wir wünschen, dass Sie darin Stütze und Halt finden.
Gottes Segen.

Inhalt




Bußgottesdienst zum 5. Fastensonntag, Lesejahr A

Buße
Quelle: unsplash-aaron-burden-09AhDCedXF8
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
 
Einleitende Gedanken:
In der österlichen Bußzeit steht uns immer wieder der leidende Christus vor Augen. Und auch in den Leiden der Menschen dieser Welt können wir sein Antlitz wieder erkennen.
 Gott ist ein Gott des Lebens! In eindrücklichen Bildern erzählen die Lesungstexte des heutigen Sonntags davon.
 Vor allem für Menschen, deren Leben schon von Krankheit und Tod gezeichnet ist, bedeutet dies eine „frohe Botschaft“: In ihrem Leiden und in ihren Ängsten sind sie aufgehoben bei Gott. Dieses Mitleiden Gottes und seine Heilszusage werden eindrücklich greifbar auch im heutigen Evangelium.
Wir hören von der Auferweckung des Lazarus und dürfen uns sagen lassen: Leid und Tod sind schlimm und stürzen Menschen in Schmerz und Trauer. Dies ist aber nicht die letzte Wirklichkeit unseres Lebens, denn Gott schenkt uns seine Liebe und sein Heil.
Helfen durch Spenden und teilnehmen am Leid des anderen, dazu sind wir bei der heutigen MISEREOR-Aktion unter dem Motto „Gib Frieden“ eingeladen.
 
Tagesgebet:...

zum Fortsetzen bitte Herunterladen

"Mut-mach-Gebete" von großen christlichen Vorbildern aus verschiedenen Zeiten und Ländern (Zusammenstellung E.Rappl)

Franz von Assisi (Italien 1182 – 1226)
ist ein bekannter und beliebter Heiliger und großes Vorbild besonders auch für unseren Pfarrverband. Dieses Friedensgebet, das ihm zugeschrieben wird, erlangte erst Anfang des 20. Jahrhunderts große Bekanntheit.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
Dietrich Bonhoeffer  (Deutschland 1906 – 1945)
war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. 
                  
Gott, zu dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld;
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den rechten Weg für mich.
Theresia von Avila (Spanien 1515 – 1582)
war Karmelitin und Mystikerin. Sie wird als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt.

Gebet des älter werdenden Menschen
Oh Herr, Du weißt besser als ich, dass ich von Tag
zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.

Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder
Gelegenheit und zu jedem Thema
etwas sagen zu müssen.

Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die
Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.

Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch),
hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein.

Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit
erscheint es mir ja schade, sie nicht weiter-
zugeben. Aber Du verstehst – oh Herr – dass
ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.

Bewahre mich vor der Aufzählung endloser
Einzelheiten und verleihe mir Schwingen,
zum Wesentlichen zu gelangen.

Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und
Beschwerden. Sie nehmen zu – und die Lust,
sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.

Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen,
mir Krankheitsschilderungen anderer
mit Freude anzuhören, aber lehre mich,
sie geduldig zu ertragen.

Lehre mich die wunderbare Weisheit,
dass ich mich irren kann.

Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
Ich möchte kein Heiliger sein, mit ihnen lebt
es sich so schwer, aber ein alter Griesgram
ist das Krönungswerk des Teufels.

Lehre mich, an anderen Menschen
unerwartete Talente zu entdecken und
verleihe mir, oh Herr, die schöne Gabe,
sie auch zu erwähnen.
Martin Luther King Jr (Amerika 1929 – 1968)
war ein Baptistenpfarrer und Bürgerrechtler in den USA. Er gilt als einer der herausragendsten Vertreter im gewaltfreien Kampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit.

Wenn unsere Tage verdunkelt sind
und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte,
so wollen wir stets daran denken,
dass es in der Welt die große segnende Kraft Gottes gibt.
Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen.
Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln
Zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.

Texte zum Nachdenken

MariaEich
Bild: Karin Lindermayr
Vertrauen

Diese Marienfigur befindet sich in der Wallfahrtskirche Maria Eich, in Planegg.
Schwebend sitzt sie auf einem großen Felsen.
Sie hat den Boden unter ihren Füßen verloren und vertraut sich ganz dem Fels an, gelassen, ruhig, aufrecht, ohne Angst.
Auf ihrem Schoß sitzt Jesus, sie hält ihn nicht fest. Er ist einfach da, bei ihr. Auf die linke Hand hat sich die goldene Taube niedergelassen, ein Bild für den lebendigen Gottesgeist.
Der Fels ist ein Bild für Gott selbst. Im Psalm 31 lesen wir: „Du bist mein Fels, meine Burg, mein Retter.“
 
Dieses Vertrauen der Maria wünsche ich uns allen, in einer Zeit, in der wir den Boden unter den Füßen verlieren,
dass wir uns gelassen Gott anvertrauen,
dass wir spüren „Jesus ist da, in unserer Mitte“,
dass wir uns öffnen für die Leben schenkende Geistkraft Gottes.
 
Gott segne und behüte uns in dieser Zeit! (Text: Karin Lindermayr)
Joseph Hooper-freelyphotos-freely-10052_(CC0)
Copyright: Joseph Hooper-freelyphotos-freely-10052_(CC0)
Zwischen Bangen und Hoffen…
 
eine Sms auf dem Handy dieser Tage:
 
Corona ist eine Chance!
Nein, die Wahrheit ist
dass Corona nur den Tod bringt
dass es uns zerstört
dass Corona uns alles nimmt
Ich glaube nicht
dass Corona unsere Rettung ist
dass es uns erweckt
uns entschleunigt
dass Corona durch Distanz zeigt, wie wertvoll Nähe ist
Es ist doch so
dass Corona uns voneinander entfernt
uns in den sozialen Abgrund stürzt
uns vernichtet
dass Corona uns einsam macht
Ich weigere mich zu akzeptieren
Dass Corona uns zeigt, worauf es im Leben ankommt
dass wir menschlicher werden
zusammenhalten
aneinander denken
dass wir nachdenken
Es ist doch offensichtlich
dass Corona die neue Pest ist
dass wir alle sterben werden
dass dies unser Ende ist
Es wäre gelogen, würde ich sagen
Corona bringt uns zusammen!
 
Und nun lies den Text von unten nach oben!
 
@birgitrutenberg
 
…Christen blicken über den Karfreitag hinaus.
Nicht wahr?
 
Eure/ Ihre
Maria Lutz,  Pastoralreferentin
Einsamkeit in diesen Tagen

Ich grüße Sie ganz herzlich. Heute möchte ich mit Ihnen über ein Thema nachdenken, dass viele von uns jetzt zur Zeit des Coronavirus noch mehr als sonst, sehr bewegt. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und auch zum eigenen Schutz, geraten wir jetzt zunehmend in eine soziale Isolation. Mehr als sonst, macht sich Einsamkeit und Verzweiflung breit. Die Enkelkinder kommen gerade nicht zu Besuch, Gottesdienste finden nicht statt und viel Zeit müssen wir ganz alleine mit uns verbringen. Da möchte einem schon mal gerne die Decke auf den Kopf fallen. Einsamkeit schnürt uns die Kehle zu, macht uns traurig und lässt uns verzweifeln. Versuchen sie nicht, diese negativen Gefühle wegzudrücken. Nehmen sie sie wahr, atmen ganz bewusst da hinein und bleiben sie bei sich. Es ist nichts verloren. Sie können zum Telefon greifen, sie können einen Menschen ihres Vertrauens anrufen. Sie können sich auch an einen Seelsorger ihres Vertrauens wenden oder das Krisentelefon anrufen.
Haben sie keine Angst das auch zu tun. Das alleine darüber sprechen hilft oft schon weiter und gibt ihnen neue Kraft, etwas anderes zu denken und zu tun.
Das Herz wird leichter, wenn ich darüber sprechen kann. Die Erfahrung, ich bin in dieser Zeit nicht allein, da hört mir jemand zu, tut unglaublich gut.
„ Wenn unerträgliche Tage nicht enden wollen, wenn mein Atem der Hoffnung zu ersticken droht, wenn alles sinnlos und leer erscheint,
suche ich umso mehr nach Berührungspunkten mit DIR.
Wenn auch hier sich im Moment keine  Spur abzeichnet, so bin ich einfach da,
versuche deine Abwesenheit auszuhalten, Bilder von dir loszulassen, um dich neu zu entdecken, um dir neu begegnen zu können.
Kommst du mir entgegen?“  ( Pierre Stutz)
Neben einem konkreten Telefonat können Sie ebenfalls versuchen, sich an das Positive in ihrem Leben zu erinnern. Schauen sie sich alte Fotoalben an, nähren sie sich mit schönen Erlebnissen aus der Vergangenheit, fassen sie neuen Mut. Ein besonderes Musikstück kann ebenfalls weiterhelfen, nicht verrückt zu werden. Kochen sie sich ihr Lieblingsessen. Vielleicht gibt es auch eine bestimmte Sache, die ihnen Freude bereitet, etwas aufbauendes Lesen, den Vögeln  lauschen, Sonne auf dem Balkon oder im Garten tanken, Blümchen pflanzen. Einfach etwas, dass ihnen und ihrer Seele so richtig gut tut. Und bleiben sie im Vertrauen. Nach dieser Zeit kommt auch wieder eine andere.
Leben aus Gottes Kraft
Leben aus Gottes Kraft, eintauchen in die Wirklichkeit des Getragenseins.
Leben aus Gottes Kraft schöpfen aus der Zusage im Schweren begleitet zu sein.
Leben aus Gottes Kraft, staunen über die alltäglichen Wunder, die uns eine neue Weite schenken. ( Pierre Stutz)
 
In Gedanken und im Gebet mit Ihnen verbunden, Ihre Alexandra Scheifers
( Seelsorgerin im PV Mariahilf und St. Franziskus.


Gedanken zum Gründonnerstag, 09.04.2020

Am Palmsonntag denken wir daran, wie sehr die Menschen damals ihre Hoffnungen in Jesus gesetzt haben, wie sie ihn als König begrüßt und willkommen geheißen haben.
 
Worauf setzen wir unsere Hoffnung?
 
Auch wir haben Träume von einer anderen, heileren Welt, von einem Leben, in dem wir glücklich sind, von einer Welt, in der es allen Menschen gut geht, wo alle satt werden, wo alle in Frieden miteinander leben und solidarisch teilen, wo nicht der falsche Egoismus, sondern eine gesunde Selbst-und Nächstenliebe gelebt werden.
 
Worauf setzen wir unsere Hoffnung?
 
Zunächst wohl mal auf unser eigenes Tun und Handeln. Jeder und jede von uns gestaltet ihre Zukunft, in dem ich ganz bewusst in der Gegenwart lebe, im Hier und Jetzt. Dazu gehört die Aufmerksamkeit und die Wachsamkeit, die Wirklichkeit wahrzunehmen und in ihr zu leben ohne die Augen zu verschließen, vor dem was falsch läuft und unvollkommen oder zerbrechlich ist.
Doch auch ich habe Grenzen, manchmal bin ich am Ende mit meiner Machbarkeit. Manchmal werden mir auch Grenzen von außen gesetzt. Wie jetzt durch das weltweite Coronavirus. Und dann?
 
Bräuchten wir nicht auch einen Menschen wie Jesus, auf den wir unsere Hoffnung setzen können?
Würden wir uns nicht auch manchmal wünschen, wir könnten ihm real begegnen. Was würden wir ihn wohl fragen?
 
Jesus spricht immer wieder vom Reich Gottes, doch für welches Reich steht er?
 
Was ist das Reich Gottes- Gottes Reich- nur eine Vertröstung auf das Jenseits, auf das Leben nach unserem Tod? Nur ein Ideal? Nur Utopie?
 
Ich möchte diesem Reich Gottes etwas nachspüren heute- die Menschen damals hatten ja das Glück, Jesus persönlich zu begegnen und sein heilendes Wirken hautnah mitzuerleben.
 
Das Brot als Zeichen für Jesus:
 
Im Brot möchte Jesus uns ganz nah sein. Brot ist ein Grundnahrungsmittel, ohne Brot können wir schlecht leben. Mit Jesus beginnt Gottes Reich unter uns. Indem wir das Brot teilen, Brot brechen ist er mitten unter uns. Da wo wir Brot, da wo wir unser Leben und unsere Freude teilen, da werden andere satt, da kann ich auch anderen Freude bringen.
 
Das Herz als Zeichen für Jesus :
 
Jesus hat den Menschen gezeigt, wie sehr Gott sie liebt, mit allen was sie ausmacht. Er möchte, dass wir immer mehr zu dem werden, was wir von Gott her sein können, Söhne und Töchter Gottes. Sein Reich ist ein Reich der Liebe, wo die Liebe gelebt wird. Auch wir können lernen, uns selber und andere zu lieben, anzunehmen wie sie sind.
 
Taube und Zweig und Zeichen für Jesus:
 
Jesus ist ein Friedensstifter. Er hat uns sogar aufgetragen die zu lieben, die uns nicht mögen. Konflikte friedlich und konstruktiv lösen ohne einander zu bekämpfen, ohne einander klein zu machen, selbst Friedensstifter werden, das kann ich nur, wenn ich mit mir selbst im Frieden lebe, wenn ich zufrieden bin.
 
Eine Hand als Zeichen für Jesus:
 
Jesus hat die Menschen getröstet, Traurige aufgerichtet und ihnen neuen Mut gemacht. Auch wir können einander die Hand reichen und aufmerksam bleiben, wo andere meine Hilfe, meinen Trost brauchen. Manchmal kann zuhören schon gut tun.
 
Das Öl als Zeichen für Jesus:
 
Jesus heilt die Kranken, hilft ihnen wieder ganz zu sein und Verwundungen, Verletzungen zu heilen. Lassen wir uns von ihm her verwandeln und heil werden.
 
Gott ist ein Gott des Lebens, das hat Jesus immer wieder gesagt und vermittelt. Und die christliche Botschaft von der Auferstehung ist das Zentrum unseres Glaubens. Leben, dass  den Tod besiegt- wir dürfen hoffen. Vielleicht können wir lernen, dankbarer zu sein für das Geschenk unseres Lebens. Dankbar für all das, was es an Gutem in meinem Leben gibt. Dankbar auch für die Gesundheit, all die Menschen, die an meiner Seite sind real oder im Gebet.
 
Gottes Reich beginnt nicht erst im Himmel und nach unserem Tod. Mit Jesus hat es begonnen in unserer Welt real zu werden. Jeder und jede von uns ist aufgerufen, selbst mit zu bauen und sensibel zu sein, wo er in unserer Welt wirkt, auch durch unser Mittun und dem Ausdruck von Liebe in dieser Zeit und Welt.
 
Und wir können ihm begegnen: „ wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ Nehmen wir diesen Jesus ernst und machen wir selber Ernst durch unser verantwortliches Leben als Christ und Christin. Die Welt braucht uns!.
 
In herzlicher Verbundenheit Ihre Seelsorgerin Alexandra Scheifers


Gedanken zum Palmsonntag, 04.04.2020

…“ „Komm mir bloß nicht zu nahe – bleib mir vom Hals“, so liegt es uns gelegentlich auf den Lippen, wenn uns Menschen begegnen, die uns mit einem Anliegen oder mit sich selbst konfrontieren; Menschen, die etwas wollen, was wir nicht wollen oder was uns jetzt gerade nicht passt. „Komm mir bloß nicht zu nahe – ich will mich jetzt nicht mit dir auseinandersetzen“. – „Komm mir bloß nicht zu nahe“ – das wird bisweilen auch in vertrauten Kreisen signalisiert: „Nicht du schon wieder. Du störst.“ Wir sehnen uns nach einem harmonischen Miteinander, bei dem man sich gewähren und am besten in Ruhe lässt, zumindest was die innere Ruhe angeht. Man will nicht ständig gefordert und gestört werden.
Was wir gerade im Johannes-Evangelium von Jesus gehört haben, ist ein heftiges Störmanöver. Vermutlich haben sich die Jünger und Jüngerinnen auf diesen Abend und dieses Festmahl gefreut. Wenn es ein Pessachmahl war, dann war auch klar, wie es abläuft. Die Jünger und Jüngerinnen waren vertraut mit dem, was gefeiert wird und wie es gefeiert wird. Die Erinnerung, dass Gott sie einst aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat, wird wieder lebendig und sie feiern, dass dieser Gott zu allen Zeiten, so auch an diesem Abend, sein Volk und jeden Einzelnen aus dem Ägypten herausführen will, in das sie sich immer wieder hineinmanövrieren oder in das Menschen sie hineinzwingen: in Abhängigkeiten und Ängsten, in festsetzende Machtstrukturen und übelwollende Bindungen.
Pessach – Vorübergang des Herrn. Sie feierten es seit Kindesbeinen alle Jahre wieder. Das dazugehörige Festmahl begehen sie an diesem Abend zusammen mit Jesus – wunderbar. Doch bevor der erste Segensbecher wie gewohnt eingeschenkt und dabei erinnert wird: „Ich werde euch aus der Versklavung befreien“, vollzieht Jesus einen Kleiderwechsel. Er zieht sein Obergewand aus und legt die Schürze eines Sklaven an. Jesus begibt sich auf diese Weise da hinein, woraus Gott sein Volk befreit hat und was nun gefeiert werden soll. Das irritiert – und wie! Petrus ist der Erste, der dafür Worte findet: „Du, Herr, willst mir die Füße waschen?“ Selbst einen jüdischen Sklaven durfte man, wegen der damit verbundenen Demütigung, nicht zur Fußwaschung ankommender Gäste verpflichten. Und wenn es einer tat, so hat es gewiss Überwindung gekostet, die rissigen, vom Staub der Wege und vom Schmutz der Straßen überkrusteten, stinkenden und schwieligen Füße anderer in die Hand zu nehmen und zu reinigen. Doch Jesus tut dies ohne jede Berührungsangst – und damit kommt er seinen Jüngern und Jüngerinnen peinlich nahe. – Ist das nötig? Es ist Jesu ganz eigene Weise, andere aus der Sklaverei zu holen, indem er sich selbst hineinbegibt und so die anderen nicht nur an der Hand, sondern am Fuß nimmt und seine Liebe im Dienst an Ihnen zeigt.
Jesus geht vor seinen Jüngern und Jüngerinnen zu Boden – zu Grunde – , damit sie von Grund auf befreit werden von all dem, was ihnen zu Kopf gestiegen ist, was ihre Gemeinschaft untereinander und mit ihm belastet. Jesus stellt die Dinge auf den Kopf, damit Menschen wieder auf die Beine kommen. „Du, Herr, willst mir die Füße waschen?“ – „Ja, Petrus, dir für deine spontane und vorlaute Art den Kopf zu waschen, hilft dir nicht. Ich mache es anders, ich knie vor dir um dir den Staub deiner ‚Gewohnheiten’ von den Füßen zu waschen – Dinge, die bisher halt so ‚gingen‘ und Haltungen, in denen du dich eingerichtet hast. Das wird dir auch den Kopf und das Herz frei machen für eine neue Art des Umgangs mit Gott und den anderen.“
Wenn wir uns auf den Gründonnerstag einlassen, will uns Jesus mit seinem Beispiel wirklich nahekommen und das kann durchaus stören und verstören. Das Beispiel Jesu steht, aber was heißt das für uns heute? Wir haben Schuhe an den Füßen, wir brauchen diesen Sklavendienst nicht.
Wenn ich mich umsehe und die Anfragen und Blicke zulasse, die ich mir mit dem „Komm mir bloß nicht zu nahe“ vom Hals halten wollte, dann ist die Übersetzung der Fußwaschung ins Heute eine Anfrage:
Schau deinen Umgangsstil mit denen an, die schwächer sind als du.
Wie gehst du mit denen um, die nicht willkommen sind?
Kannst du einen nicht leichten Dienst auch ungezwungen tun und ohne auf Dank zu warten?
Aus welcher Selbstversklavung willst du endlich herausgeführt werden?
Was hindert dich, über den eigenen Schatten zu springen?
Jesus will uns nahekommen mit seinem Beispiel und an uns tun, was uns befreit – und damit auch die, die an uns gebunden sind oder die wir nicht lassen können, wie sie sind. Wir könnten uns heute Petrus anschließen. Er hat den Weg gefunden vom „Niemals sollst du mir die Füße waschen! – Komm mir damit nicht zu nahe!“ hin zu der Bitte: „Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt“…“
 
Jesus ist der, der uns einen neuen Zugang zu Gott zeigt. Der alte Bund des blutrünstigen Gottes, der im AT im Buch Exodus alle Erstgeborenen bei Mensch und Vieh erschlägt, dieser alte Bund ist endgültig vorbei. Jesus, in dem Gott anfaßbar und berührbar wird, dieser Gott ist ein Gott, der Liebe, ein Gott, der aufweckt, der uns den Kopf zurecht rücken will, um die Liebe konsequent zu leben. Wir können uns nicht einrichten in unserer Sonntagfrömmigkeit und unserem bequemen Leben. Wenn wir Jesus ernstnehmen und als Christen und Christinnen verantwortungsvoll in der Nachfolge Jesu leben wollen, dann geht es um viel mehr. Fragen wir uns heute Abend einmal bewusst selbst:
Begegne ich den Menschen, die mir in meinem Alltag begegnen mit Liebe und Offenheit? Oder mit Kritik und Vorurteil? Gehe ich öfters auch endlich einmal aus meiner Komfortzone heraus, um etwas zu riskieren und wirklich etwas zu bewegen? Um mal bewusst auch zu stören, die anderen in ihrem Tiefschlaf? Kann ich selbst einmal hinter andere zurücktreten, die kompetenter sind als ich oder muss ich immer in der ersten Reihe stehen, um mich selbst zu profilieren?
Kann ich wirklich zuhören? Oder bin ich in einem Gespräch nur darauf bedacht, meins durchzubringen? Denke ich liebevolle Gedanken über mich selbst oder hasse ich mich, verurteile mich selbst und überdecke die innere Leere mit hohlem Aktionismus? Jesus war zutiefst ein Sohn Gottes, er hat sich mit Gott zutiefst innerlich verbunden, sich Zeiten der Einsamkeit genommen und der Stille, um diesem Gott und seinem Ruf zu lauschen. Kann ich wirklich sagen: Ja Gott, dein Wille geschehe?
Oder benutze ich Gott nur als Lückenfüller und wenn es mir schlecht geht?
Fragen wir uns heute: Wie ernst nehme ich es mit der Liebe in meinem Leben?
Nähre ich andere Menschen oder sind sie für mich nur der Mülleimer? Ziehe ich vielleicht sogar andere mit meiner Negativität runter?
Lassen wir Gott in uns eindringen, und uns von ihm her von innen her zu liebevolleren Menschen verwandeln zu lassen. Und so schließe ich meine Gedanken zum Gründonnerstag mit dem folgenden Text ab:
 
Gegenwart
 
Du dringst ein, in mich hinein
Durch meine Maskenmauer
Hindurch
Und durch die vielen Zäune, Mäntel, mauern
Zu meinem Schutz aufgestellt
Dringst du hindurch
Unauffällig
Unbemerkt
Tief in mich hinein
Und du bist da
Zärtliche Gegenwart
Heilend
Die wunden in mir
Mit dem sanften hauch
Deines Atems
In mir
( Annette Schulze: aus du gibst meinem Leben weiten Raum)
 
 
 
Herzlichst Ihre Seelsorgerin Alexandra Scheifers

Gebete -Gebete - Gebete - Gebete - Gebete nicht nur, aber auch in Krisenzeiten (Zusammenstellung: Diakon Ernst Heil, PV Mariahilf-St. Franziskus)

Wir wünschen, dass Sie darin Stütze und Halt finden.
Gottes Segen.

Gott des Lebens – bleibe bei mir

Gott, von dem alles Leben kommt,
Ich bitte dich für alle, die erkrankt sind,
die im Krankenhaus liegen müssen,
die zuhause gepflegt werden.
Ich bitte dich auch für alle,
die als Ärzte*innen und Pflegekräfte ihre Arbeit tun,
oder die in der häuslichen Pflege unsagbar Gutes leisten.
Ich bitte für die Frauen und Männer
die mit großem Einsatz ihre Kinder betreuen,
die ihnen beim Lernen helfen,
die ihnen einen strukturierten Tag ermöglichen
und ihnen so Angst und Unsicherheit nehmen.
 
Gott, du mit deinem großen Namen,
du mit der unendlichen Sicherheit:
Ich vertraue auf dich,
weil du mit mir gehst,
weil du da bist in allen Lagen des Lebens.
Du schenkst mir den Geist,
der mich fantasievoll und kreativ macht.
Ja, ich spüre, alles was ich habe kommt letztendlich von dir.
 
Gott, zeige mir immer wieder den Weg,
so zu leben, wie es dir gefällt.
Gib mir offene Ohren und ein bereites Herz
für deine Antworten auf meine Fragen.
 
Gott, du Quelle alles Guten, Spender allen Segens,
lass mich leben in Dankbarkeit;
verleihe mir Kraft, damit ich Gutes tun kann
und die Mitmenschen achten,
wie es dein Sohn Jesus Christus getan hat.
Bleibe bei mir und allen Menschen. Amen.
 
(Diakon E. Heil, frei nach einem Gebet aus Ostafrika; in MISSIO ‚Heilsame Gedanken und Segenswünsche – Komm, Heiliger Geist in unsere Herzen‘, München 2019)

Danke, Gott, dass du mir hilfst.

Es gibt Zeiten, da bin ich traurig, aber du tröstest mich.
Es gibt Zeiten, da habe ich Angst, aber du schenkst mir Zuversicht.
Es gibt Zeiten, da bin ich zornig, aber du beruhigst mich.
Es gibt Zeiten, da bin ich niedergeschlagen, aber du machst mich wieder froh.
Es gibt Zeiten, da erscheint alles hoffnungslos, aber du gibst mir neue Hoffnung.
Danke, Gott, dass du mir hilfst, wenn mein Leben so ganz anders verläuft,
wie ich es mir gedacht habe.
 
(nach einem Gebet aus Papua-Neuguinea; in MISSIO ‚Heilsame Gedanken und Segenswünsche – Bei dir ist die Quelle des Lebens‘, München 2018)

Du bist da – Gott

Wo ich auch bin, du bist mein Freund,
du hältst meine Hand und begleitest mich.
Wo ich auch gehe, du bist mein Halt.
Du bist an meiner Seite und trägst meine Last mit mir.
Wenn ich falle, dann richtest du mich wieder auf.
Wenn ich ermüde, dann schenkst du mir wieder neue Kraft.
Wenn ich nicht mehr weiter weiß, zeigst du mir einen Weg.
Danke Gott, du bist da.
 
(nach einem Gebet aus Indien; in MISSIO ‚Heilsame Gedanken und Segenswünsche –Die Fülle deiner Gaben‘, München 2017)


Lebensweisheit

Gott,
ich will nicht darum bitten, dass Sorgen mich nicht quälen.
Gib mir jedoch den Geist der Geduld, sie ohne Murren zu erleiden.
Ich will nicht darum bitten, dass Probleme und Schmerzen mich nicht zum Weinen bringen.
Gib mir jedoch den Geist des Mutes, ihnen ohne Angst ins Auge zu schauen.
Ich will nicht darum bitten, dass Enttäuschung und Einsamkeit aus mir keinen traurigen Zeitgenossen*Zeitgenossin macht.
Sei jedoch immer mit mir, Herr, wenn ich mich verlassen fühle, wenn ich verzweifelt bin und wenige Hoffnung habe.
Aus tiefstem Herzen sage ich diese Worte zu dir.
 
(nach einem Gebet aus Myanmar; in MISSIO ‚Heilsame Gedanken und Segenswünsche – Die Fülle deiner Gaben‘, München 2017)



Aktuelle Sonntagspredigt vom 4. Fastensonntag 22.03.2020 Laetare ( 1.Sam16,1b-7,10-13b, Eph.5,8-14, Joh.9,1-41)

“ Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.“ ( Eph.5,8)

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, liebe Leserinnen und Leser, am Samstag den 21.März feiern wir die Frühjahrssonnenwende, Tag und Nachtgleiche, da wo das Licht gefeiert wird, dass endlich die Dunkelheit des Winters verabschiedet. Die Natur beginnt mit einem neuen Zyklus des Lebens.

Morgens um 3.30 Uhr , die Frühaufsteher haben es schon mitbekommen, beginnen  die Vögel  draußen mit ihrem fröhlichen Gezwitscher den neuen Tag, machen sich auf Paarsuche, um gemeinsam jetzt ein Nest für den neuen Nachwuchs zu bauen. Krokusse sprießen überall, die Forsythien zeigen ihr leuchtendes Gelb und Hornveilchen, Stiefmütterchen und Narzissen schmücken unsere Balkone und Gärten. Die Sonne hat schon wärmende Kraft und alle atmen auf, denn der Winter ist vorbei. Die Tage werden länger jetzt schon bis 18.45 / 19.00 Uhr, wundervoll!

Normalerweise zieht es uns jetzt in die Eisdiele auf das erste Freilufteis, zum gemütlichen Mittagessen im Biergarten, raus in die Natur und Sonne tanken. Die Geschäfte sind üppig gefüllt wie jedes Jahr mit der neuen Frühjahrs-und Sommerkollektion. Wir können es gar nicht erwarten wieder leichtere Kleidung zu tragen. Überall finden wir die bunte Osterdekoration, die auf das nahende Osterfest hinweisen möchte.

Neues Leben erwacht, das ist deutlich zu spüren.
Doch unsere Tage sind getrübt. Angst breitet sich überall aus, und das weltweit.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber an Normalität ist trotz des schönen Wetters nicht zu denken. Leere Innenstädte, geschlossene Geschäfte, kein Glockengeläut zum Gottesdienst, ungewöhnliche Ruhe, leere  Regale in den Supermärkten.

Absolut unwirklich und doch total real.

Der Blick nach Italien und Österreich macht uns traurig und ohnmächtig angesichts des Leids so vieler Menschen. Da vergehen mir die Frühlingsgefühle aber so dermaßen.

Papst Franziskus allein in menschenleeren Straßen in Rom, betend ein Hoffnungszeichen das wir mehr denn je brauchen.

Traurige Wirklichkeiten von Tod und Sterben ganz nah. Viele bleiben zu Hause, was wohl auch der richtigen Verantwortung entspringt, der Ansteckungsgefahr vorbeugen, körperliche Nähe meiden, die Verbreitung des Virus eindämmen.

Manche sind immer noch blind, verharmlosen, was andernorts längst traurigste Realität ist.

In diese skurrile Zeit hinein, hören wir am heutigen Sonntag das Wort des Paulus an die Gemeinde von Ephesus. „ Einst wart ihr Finsternis. Jetzt seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.“ ( Eph.5,8)

Mir macht dieses Pauluswort Mut, zeigt es mir doch deutlich vor Augen, dass ich ehr bin als meine Angst, dass ich mehr bin als meine Unsicherheit und Existenzangst, dass ich mehr bin als meine Sorgen um das, wie es weitergeht.

Ich bin ein Kind des Lichts.
Was aber bedeutet das für uns im Hier und Jetzt am 22.03.2020 zur Corona Krise?

Der Evangelist Johannes kann uns darauf mit seinem Evangelium des heutigen 4. Fastensonntages  einer Antwort näher bringen.

Ein blind geborener Mensch wird durch Jesus wieder sehend. Ein Blinder wird das Licht sehen, das Licht Gottes in den Augen von Jesus, der von sich selbst sagt, er sei der Menschensohn, der die Liebe und Gegenwart Gottes anfassbar macht.

Jesus verreibt Erde und Speichel zu einem Brei und streicht sie dem Blinden auf die Augen. Dieser soll sich im Teich Shiloach waschen gehen.

Shiloach heißt übersetzt „ der Gesandte“ und kommt daher dass das Wasser, das in einem Becken am unteren Ende der alten Davidstadt zusammenfloss.

Ein Hinweis auf den zukünftigen König David, der von Samuel als der Gesandt gesalbt wird. Johannes schlägt hier den Bogen zu Jesus, den von Gott Gesandten und offenbart eine echte Glaubensgeschichte. Der blind Geborene wird sehend, er erkennt in Jesus das Licht Gottes, den Menschensohn, der die Augen und vor allem das Herz der Menschen wieder neu öffnet für den Gott der Liebe und des Lebens.

Auch uns werden in diesen Tagen die Augen geöffnet, dahin, wahrzunehmen, wie es um unsere Gesellschaft hier in Deutschland verbunden mit Europa und der Ganzen Welt bestellt ist. Es wird sich in den kommenden 2 Wochen zeigen, wer hier bei uns wirklich Verantwortung übernimmt, für seine eigene und die Gesundheit der anderen. Es wird sich zeigen, wie solidarisch wir miteinander umgehen und wo Menschen nach wie vor in ihrer ICH AG verharren.

Uns werden jetzt die Augen geöffnet dafür, wie zerbrechlich unsere Gesundheit, das soziale Leben und die Wirtschaft sind. Uns wird ganz klar gezeigt, dass wir eben nicht alles in der Hand haben und kontrollieren können. Uns wird gezeigt, wie blind wir uns in vermeintlicher Sicherheit wähnen weil wir uns am falschen festhalten, das ist so wie ein Haus auf Sand statt auf festen Boden bauen.

„ Einst wart ihr Finsternis, jetzt seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.“ Das Pauluswort will uns trösten, sich jetzt nicht von der Flut an Informationen und Fake News verrückt machen zu lassen, sich nicht durch Menschen, die die Situation ausnutzen ausbluten zu lassen, sondern glasklar in der Gegenwart präsent zu sein.  Mich sehr wohl informieren, was ich jetzt zum Wohle aller tun kann, mein Bestes geben trotz widriger Umstände, kreativ werden und mit der Situation mit kühlem Kopf umgehen.
Mich auch trotzdem dem Himmel öffnen, dem Licht Gottes, das auch heute Wunder in unserer Welt und Zeit geschehen lässt, wo Menschen wirklich für andere da sind und nicht vorbeischauen an der Not und Angst, dem Leid der anderen. Jetzt heißt es wirklich als Kinder des Lichts zu leben und zu agieren und geben wir nicht unserem Egoismus und der persönlichen Gier nach. Nehmen wir unsere Ängste war, aber seien wir nicht unsere Ängste. Richten wir bewusst auch jetzt den Blick nach innen, an den Ort, wo Gott in uns wohnt, ein Ort der ganz still und heil und hell ist. Ein Ort, an dem ich geliebt bin schon immer. Lassen sie uns den Satz schmecken: „ Jetzt seid ihr Licht im Herrn“.

Lassen wir dieses Licht strahlen durch unser aktives Tun und Sein. Die Welt braucht es grad mehr denn je.
 
Ihre Alexandra Scheifers ( Seelsorgerin im PV Mariahilf, St. Franziskus)

4. Fastensonntag, Lesejahr A, 2020

Evangelium: Joh. 9, 1-3.6-9.13-17.34-38
In jener Zeit sah Jesus unterwegs einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.
Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.
Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich und jetzt sehe ich.
Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.
Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? D antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr? (Sag es mir,) damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
(Einheitsübersetzung der Hl. Schrift, aus Schott Messbuch für die Sonn- und Festtage des Lesejahres A, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2019)
Liebe Leser*innen,
 
ich kann mir vorstellen, dass der Geheilte an diesem Abend noch lange kein Auge zumachen konnte. Zuviel hatte er mit ansehen müssen, seit er sehend geworden war. Nicht nur Gutes, mehr noch Schlechtes und Erschreckendes: Mit freundlichen Gesicht wurden die übelsten Sachen gesagt; hinter vorgehaltener Hand wurde gelogen und verleumdet; die Starken machten die Schwachen fertig; Menschen in Not und Elend waren vor Kummer längst verstummt. Er sah auch die verbissenen Gesichter der Pharisäer, als sie ihn und Jesus bezichtigten, Sünder zu sein. Immer wieder werden diese Bilder vor seine Augen getreten sein. Und vielleicht fragte er sich: War meine Heilung wirklich ein Segen für mich?
An seiner Heilung hatte sich eine ernsthafte Auseinandersetzung entzündet. Hierin spiegelt sich eine Blindheit der besonderen, der tieferen Art. Das Evangelium sieht in den Pharisäern all die Menschen, die zwar mit den Augen sehen können, aber deren Herzen mit Blindheit geschlagen sind. So wissen es die Pharisäer ganz genau: Der Blinde oder wenigsten seine Eltern haben gesündigt. Bis hinein in unsere Tage hat sich diese Ansicht bei manchen gehalten. Krankheit ist Strafe Gottes; Gott zahlt es denen heim, die es verdient haben. Mit Sündern aber gebe dich nicht ab. Schließlich ist ja bekannt, wo sie herkommen, wes Geistes Kinder sie sind. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern! Ein Thema, das sich in unendlich vielen Variationen wiederholt, bis heute. Und dann wird immer wieder in die gleiche Stelle hineingebohrt; alte Wunden werden aufgerissen; immer neue Schwachstellen herausgefunden und immer andere Fehler ans Licht gezerrt. Das Wunder, dass hier ein Mensch sehend geworden war, also geheilt wurde, verblasst als Nebensache.
Es ist leider eine Binsenweisheit der allgemeinen Lebenserfahrung: Ein Mensch, der den anderen besonders kritisch gegenüber steht, ist für die eigenen Schwächen oft blind. Bei anderen werden genügend Fehler entdeckt, aber sich selbst halten dieser Mensch für ein Unschuldslamm. Den Splitter im Auge des Mitmenschen findet er*sie leicht, doch den Balken im eigenen Auge übersieht er*sie großzügig. Beim Mitmenschen ist es schnell vorbei mit der Großherzigkeit, doch selbst fordert er*sie alle Großzügigkeit der Welt ein.
Jesus geht mit der Blindheit der Menschen anders um. Die einen heilt er, weil sie ihr Vertrauen auf ihn setzen, weil sie bereit sind, sich ganz auf ihn einzulassen. Den anderen erteilt er durch sein Verhalten eine Lehre: Wie ich handle, so handelt Gott; nicht wie ihr denkt, dass er handeln müsste, sondern als der stets ganz andere handelt er. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“ (Jes. 55, 8). Wer das erkennen kann der kann auch sehen, dass Jesus der Gesalbte Gottes ist – der Menschensohn, der Christus. Das bedeutet Glaube und dieser Glaube bewirkt, dass das Herz des Menschen sehend wird.
So steht am Ende des Evangeliums eine ganz neue Erkenntnis: Der Blinde ist geheilt worden; zugleich wurden die blinden Herzen der Sehenden entlarvt. Die Begriffe erhalten eine neue Bedeutung und es stellt sich die Frage: Sind die Sehenden nicht die eigentlich Blinden und die Blinden die wirklich Sehenden? Denn wirklich sehend ist:
  • wer bereit ist, seine Lebensweise in Frage zu stellen und sich auch von liebgewordenen Gewohnheiten zu verabschieden,
  • wer bereit ist, Vorurteile aufzugeben und die Fehler anderer nicht zum Anlass nimmt, daraus eine Affäre zu machen,
  • wer bereit ist, zu vergeben und zu helfen, dass es in Zukunft besser wird, satt zu verurteilen,
  • wer an Christus, das Licht der Welt glaubt, und IHM vertraut, der niemand im Dunkel umhergehen lässt.
„Lebt als Kinder des Lichtes! (Denn) das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor“ (nach Eph. 5, 8b-9), und das ist wirklich ein Segen.

Die aktuellen Lesungen finden Sie im
Liturgiekalender

Liturgiekalender




Lesungstexte für den Donnerstag, 2. April 2020

5. Donnerstag in der Fastenzeit

Heiliger Franz von Paola, Einsiedler, Ordensgründer (-> Lesungen Meßformular Tagesheilige/r)

1. Lesung GEN 17,1a.3-9

Lesung aus dem Buch Genesis
Als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Geh deinen Weg vor mir, und sei rechtschaffen!
Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach:
Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern.
Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham (Vater der Menge) wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.
Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen.
Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein.
Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu eigen, und ich will ihnen Gott sein.
Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

Evangelium JOH 8,51-59

Aus dem Evangelium nach Johannes
Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, daß du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.
Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

zum Seitenanfang