WILLKOMMEN IM PFARRVERBAND WAAKIRCHEN-SCHAFTLACH

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Sonntag, 22.3. 4. SONNTAG DER FASTENZEIT Evangelium: Joh 9,1-41

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist…“, so heißt es am Beginn der
Fastenzeit, wenn wir uns mit dem Aschekreuz bezeichnen lassen. Wir
sollen uns daran erinnern, dass Gott den Menschen aus dem Staub der Erde geformt hat (vgl. Gen 2,7).

Dieses Bild begegnet uns wieder, im Evangelium vom 4. Fastensonntag. Jesus bildet aus dem Staub der Erde und seinem Speichel einen Teig, den er dem Blinden auf die Augen streicht. Nachdem dieser sich gewaschen hat wird er sehend. Dieses Ereignis bringt die Gelehrten, die Gebildeten in Aufruhr. Da geschieht etwas, das sie sich nicht erklären können. Sie wissen doch alles und sind gleich dabei das Geschehene zu kategorisieren. Der Blinde vertraut Jesus und wird sehend; er erkennt den Weg, den Gott mit ihm gehen will. Die Pharisäer hingegen stützen sich auf ihr vermeintliches Wissen. Sie sind blind dafür, die Möglichkeiten, die aus dem Glauben an Gott erwachsen können, zu sehen. Ebenso aber auch die Nachbarn des blinden Mannes. Ihm ist durch Jesus ein Licht aufgegangen. Sie können nicht annehmen, dass der blind Geborene plötzlich sehen kann.

Erleben wir im Moment nicht, wie uns unsere Selbstsicherheit, unsere
Auffassung, fast alles zu wissen und dementsprechend alles im Griff zu
haben, mit Blindheit geschlagen hat. Die Medien überschlagen sich
geradezu mit ihren Meldungen und Berichten. Nahezu stündlich scheint
sich das Lagebild zu verändern, die Politik trifft noch nie dagewesene
Entscheidungen, die zu erheblichen Einschränkungen des Alltags führen.
Und es ist zu befürchten, dass das Ende der Fahnenstange lange noch nicht
erreicht ist. Das verunsichert, das ängstigt, es lähmt und behindert – schafft
Dunkelheit. Erinnern wir uns – „Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist…“,
werden wir bescheiden, und erkennen wir unsere ganz menschliche
Begrenztheit an. Vertrauen wir uns ganz Jesus an, wie es der Blinde in
unserem Evangelium getan hat. Glauben wir, dass er uns die Augen öffnet
und vor allem, dass er mit uns geht, was auch immer geschieht.
Das kann uns – trotz Allem – Gelassenheit geben.

                                                                                            Franz Mertens