WILLKOMMEN IM PFARRVERBAND WAAKIRCHEN-SCHAFTLACH

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Freitag, 10.4. KARFREITAG Passion: Joh 18,1 – 19,42

Liebe Pfarrangehörige,
 
in jedem Jahr, am Palmsonntag und am Karfreitag, hören wir in den Gottesdiensten von tiefster Demütigung, schrecklichstem Leid und grausamstem Tod eines Menschen, der doch König ist. Verstärkt wird dieser erschütternde Bericht am Karfreitag vom Bild des Gottesknechtes, das uns der Prophet Jesaja zeichnet (Jes 52,13-53,12).
 
Da drängt sich schon die Frage nach dem „Wozu?“ ganz deutlich auf. Braucht Gott diese Erniedrigung, braucht er dieses Blut, hat er dieses Opfer nötig?
 
Wir erleben in der Passion nach Johannes einen Jesus, der sich vom Anfang bis zum Ende seines schweren Weges selbstbewusst und stark zeigt.
Er tritt, wissend was mit ihm geschehen soll (Joh 18,4), aus dem Garten heraus, in den er sich mit seinen Jünger zurückgezogen hatte, jenen entgegen, die gekommen sind ihn festzunehmen. Er steht mit den elf anderen einer Streitmacht gegenüber, die sowohl die jüdische Elite, als auch die Macht Roms abbildet. In dieser Position stellt er Forderungen: Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen. Noch über die am Boden liegenden hinweg wiederholt er, wie zum Hohn, diese Forderung (Joh 18, 6-8). Dann geht er mit. Und auch vor dem hohen Rat und dem Statthalter Roms erträgt er zwar die Schmach aber er kontert auch ganz klar und ohne Angst vor den Menschen, die ihn am Kreuz sehen wollen. Jesus leidet unter den Demütigungen, er fühlt den Schmerz und er hat Todesangst. Er zeigt uns damit wie sehr er mit uns gehen will, was auch immer geschieht. Soweit geht seine Zusage: Ich bin bei euch (vgl Mt 28,20)!
 
Wir können noch so viel Leid erleben, es kann noch so viele Demütigungen, unseres Glaubens wegen geben, er ist da! Auch durch alle Ängste, die wir ertragen müssen geht er mit uns hindurch. Und mit ihm begleitet uns Gott durch all diese Belastungen. Er nimmt das alles nicht weg, aber er ist ganz da und führt uns durch das alles hindurch auf Ostern zu.
 
Darin liegt die Antwort auf die Frage nach dem „Wozu?“ und all das zeigt uns: Am Ende steht das Licht der Auferstehung, am Ende steht - Ostern.
 
                                                                                          Franz Mertens