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Montag, 13.4. OSTERMONTAG Evangelium: Lk 24,13-35

Liebe Lesergemeinde,
 
zunächst möchte ich Ihnen an dieser Stelle und auf diesem Wege von
Herzen ein frohes Osterfest wünschen. Ja, frohe Ostern, das wünschen wir
uns allenthalben – aber was ist das überhaupt, was uns an Osten froh
macht? Gerade in diesem Jahr stellt sich uns diese Frage.
 
Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich noch gar nicht, auf welche Weise
wir in Zeiten einer Coronakrise Ostern feiern werden. Ja, da kommen schon
Sorgen hoch.
 
Mit Angst und Sorge erfüllt waren wohl auch die beiden
Jünger, die im Evangelium vom Ostermontag von Jerusalem nach Emmaus
unterwegs sind. Tiefe Enttäuschung dürften sie wohl auch empfunden
haben. All ihre Vorstellungen von einem Leben mit ihrem Meister, einem
Leben in Freiheit, einem Leben, in dem es vielleicht sogar eine kleine
Karrierechance gab, wenn denn Jesus sein Königreich errichtet haben
würde. All das ist wenige Tage zuvor auf brutale und zugleich
jämmerliche Weise zunichte gemacht worden. Mit diesen Gedanken sind
die beiden unterwegs, als sich ein Unbekannter zu ihnen gesellt. Ihm
klagen sie ihr ganzes Leid und sie berichten auch davon, dass sie schon
etwas von der Auferstehung gehört, es aber wohl eher als
„Weiberg'schwätz“ abgetan haben. Ihr Begleiter tröstet sie nun aber nicht
und zeigt auch kein Verständnis, sondern er erläutert ihnen die heilige
Schrift und begründet damit alles, was die Jünger als so furchtbare
Erfahrung empfinden – es berührt sie, anfangen können sie damit aber
noch nichts. Erst bei der Brotzeit, beim Wirt, erkennen sie in dem
Unbekannten Jesus. Und dann gibt es kein Halten mehr. Die Freude hat sie
so überwältigt das sie unmittelbar aufbrechen und in die vermeintliche
Höhle des Löwen – Jerusalem – zurückkehren. Ihre Blindheit ist von ihnen
gewichen.
 
Auch wir werden von Jesus begleitet. Er hört uns zu, er hilft
uns, er spricht zu uns. Dies alles geschieht durch Erfahrungen mit anderen
Menschen. Wenn wir darauf achten, gehen uns vielleicht auch die Augen
auf und wir erleben, ganz neu, Osterfreude.


                                                                                     Franz Mertens