WILLKOMMEN IM PFARRVERBAND WAAKIRCHEN-SCHAFTLACH

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Sonntag, 12.4. OSTERSONNTAG Evangelium: Joh 20,1-18

In unseren Kirchen stellen wir an Ostern eine Figur auf: Jesus, der von den
Toten auferstanden ist, mit der Siegesfahne in der Hand und als Zeichen
des Lebens oft mit viel Gold verziert.
 
Im Erfurter Dom dagegen wird eine sehr alte Figur aufgestellt, die einfach
nur einen Gärtner zeigt. Sehr ungewöhnlich, doch ein Blick in der Bibel zeigt:
Die Erfurter liegen richtig. Als Maria von Magdala, die ihren Meister sehr lieb hatte,
am Ostermorgen das leere Grab gefunden hatte, drehte sie sich vom Grab um
und sah den Auferstandenen Jesus. „Sie meinte, es sei der Gärtner.“ (Joh 20,15).
 
Das klingt plausibel, vor allem, wenn man bedenkt, dass damals
der Sonntag ein Arbeitstag für die Juden war. Ich weiß nicht, ob wir uns
die Auferstehung nicht manchmal zu abstrakt vorstellen. Schauen wir uns
einmal um: Wie schön ist es, wenn nach dem Winter wieder die Blumen
blühen und die Bäume grün werden. Wie schön ist es, wenn die Vögel aus
dem Winterquartier zurückkehren und uns mit ihrem Gezwitscher wieder
eine Freude machen. Und ich denke an den Gärtner in der Geschichte wie
an alle (Hobby-)Gärtner/-innen heute: Wie schön ist es, dass Sie jeden Tag
etwas mit ihrer Arbeitskraft schaffen können: Einen schönen Garten,
herrliche Blumen, gesunde und wohlschmeckende Nahrungsmittel, eine
Heimat für Insekten, weitere Tiere, einen Wohlfühlort für den Menschen.
 
Freilich: Auferstehung meint mehr: Ewiges Leben ist nicht mehr der
Vergänglichkeit unterworfen wie die Natur oder die Schaffenskraft des
Menschen. Aber: Man kann die Auferstehung ganz irdisch erleben. Wo
erleben Sie Auferstehung?


                                                                                 Stephan Fischbacher