Grüß Gott im Pfarrverband Taufkirchen bei München

St. Johannes der Täufer und St. Georg, 82024 Taufkirchen

Buß- und Bettag Der fast vergessene Feiertag der evangelischen Kirche

Ist Ihnen bekannt, wie der Feiertag zu seinem Namen kam oder wie er entstanden ist. Haben Sie gewusst, dass dieser Feiertag einmal arbeitsfrei war und dann wieder nicht und warum ein Evangelischer Feiertag auf der Web-Site eines Katholischen Pfarrverbandes steht.

Geschichte

Aufgeschlagene Bibel
Zu Beginn waren Bußtage in der Fastenzeit und an den Quatembertagen (viermal im Jahr stattfindenden Bußtage) vorgeschrieben. Im Laufe der Zeit reduzierte sich dieses auf die Quatembertage und dann auf Frühjahr und Herbst.
In der Eisenacher Konferenz 1852 und 1878 wurde den evangelischen Kirchenleitungen vorgeschlagen, das Fest auf den Mittwoch vor dem letzten Tag des Kirchenjahres als gemeinsames Fest von Buß- und Bettag festzuschreiben.
1893 wurde er von den nord- und mitteldeutschen Landeskirchen übernommen und 1934 von der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) als allgemeiner deutscher Feiertag eingeführt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Buß- und Bettag auf einen Sonntag gelegt. Seit 1952 ist er wieder ein arbeitsfreier Feiertag in ganz Deutschland. In der DDR wurde er 1967 mit der Einführung der 5-Tage-Woche abgeschafft.

Biblischer Hintergrund

Betende Hände
Sich in Sack und Asche kleiden ist heute ein weitverbreitetes Sprichwort. Der Ursprung stammt vermutlich aus dem Buch Jona.
Mach dich auf den Weg nach Ninive, der großen Stadt, und rufe über sie aus, dass ihre Schlechtigkeit zu mir heraufgedrungen ist.
Jona begann, in die Stadt hinein zu gehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört.
Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.
Jona 3,1.4-5

Auch der König von Ninive nahm am Fasten und Buße tun teil. Er legte sein Königsgewand ab, hüllte sich in ein Büßergewand und setzte sich in die Asche.
Bußgewand und sich Asche über das Haupt zu streuen, oder sich in die Asche setzen sind Zeichen für Buße und Reue.
Das hebräische Wort für Buße bedeutet übersetzt Umkehr. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Menschen in Ninive Buße taten.
Sie legten ihre Schlechtigkeit ab, kehrten um und änderten ihre Lebensweise.

Im evangelischem Verständnis hat dieser Tag einen dreifachen Charakter:
- Es ist ein Tag fürbittenden Eintretens der Kirche für die Schuld des Volkes
- An diesem Tag soll die Kirche in besonderer Weise ihr Wächteramt den öffentlichen Sünden unserer Zeit gegenüber ausüben
- Der Buß- und Bettag ist drittens ein Tag der Gewissensprüfung vor Gott

Buß- und Bettag heute

Menschen vor Kreuz
Im Jahr 1995 wurde der Buß- und Bettag als arbeitsfreien Tag abgeschafft. Dieses sollte die Mehrbelastung der Arbeitgeber durch die Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung auszugleichen.
Schleswig-Holstein veranlasste seinerzeit einen Volksentscheid zur Wiedereinführung des Buß- und Bettages. Selbst Edmund Stoiber forderte dieses, jedoch blieb es erfolglos.
Einzig in Sachsen ist der Buß- und Bettag arbeitsfrei. In anderen Bundesländern, etwa in Bayern, gibt es Sonderregelungen.
Nach wie vor ist der Buß- und Bettag ein kirchlicher Feiertag wo, je nach Bundesland, auch beispielsweise Tanzveranstaltungen verboten sind.
Am Buß- und Bettag, der zur Besinnung und Ruhe einlädt, gibt es jährlich auf Veranlassung der evangelischen Kirche eine Kampagne unter dem Titel „busstag.de“. An dem Projekt das von mehreren Landeskirchen initiiert ist kann jeder teilnehmen.
 
 
Hinweis:
Wenn sie nicht so recht wissen was sie den Kindern zum Abend vorlesen sollen, nehmen sie sich doch mal das Buch Jona und lesen daraus vor.
 
G. Vogel PV Taufkirchen

Buß- und Bettag in der Gemeinde

Da dieses ein Evangelischer Feiertag ist feiern wir ihn in der
Jerusalem Kirche
17.11.21 19:00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag